Ein Priester-Roboter wäre „zölibatsstabil“

Der Kirchenkabarettist Dieter Fender trat im Forum St. Pankratius auf.
Der Kirchenkabarettist Dieter Fender trat im Forum St. Pankratius auf.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Kabarettist Dieter Fender beschäftigt sich in seinem Programm gerne ironisch aber nicht böswillig mit der katholischen Kirche.

Iserlohn..  Pfarrer Johannes Hammer sprach von einem „historischen Abend“, als er am Freitag den Auftritt des Kirchenkabarettisten Dieter Fender ankündigte. Denn das war die erste offizielle Veranstaltung im neuen Forum St. Pankratius. Fender war schon einmal im November beim Tag der Gemeinden zu Gast, der Auftaktveranstaltung des Diskussionsprozesses zur künftigen pastoralen Entwicklung der katholischen Kirche in Iserlohn. Auch daran wurde am Freitagabend angeknüpft. Es wurden erste Zwischenergebnisse aus den acht Perspektivgruppen präsentiert.

Langjähriger Gemeindereferent in Witten

Kabarettist Dieter Fender beschäftigt sich in seinem Programm gerne ironisch aber nicht böswillig mit der katholischen Kirche. Und er tut das nicht von außen, sondern eher von innen heraus. Denn er ist langjähriger Gemeindereferent in Witten. Fender präsentierte seine ganz eigenen Gedanken zur pastoralen Entwicklung. So etwa den digitalen Service-Point-Center: „Möchten Sie Geld spenden wählen Sie bitte die 1, möchten Sie einen Sterbefall melden, wählen Sie bitte die 3, möchten Sie das Kirchenlied der Woche hören wählen Sie bitte die 4 . . .“ Und: „Wenn Sie einen Seelsorger benötigen, wenden Sie sich bitte an die evangelische Kirche“. Die hätten ja schließlich Zeit ohne Ende, wenn sie nicht gerade einen Tiergottesdienst halten. Mit der modernen Technik aus der Krise, vielversprechend ist für Dieter Fender dabei auch die Entwicklung eines Priester-Roboters. Einer der Hauptvorzüge: er ist zölibatsstabil. Die Zeit des Priestermangels oder mangelhafter Priester sei dann vorbei.

Zu den Perspektivgruppen: Am 15. November bildeten sich für den pastoralen Prozess acht davon an der Zahl: Verwaltung, Ökumene, junge Familien und Jugend, Musik und Liturgie, soziales Engagement, Senioren, Verbände und Sakramente. Am Freitag wurden die Zwischenergebnisse präsentiert.

Verwaltung: Die Finanzausschüsse haben in letzter Zeit schon die ersten Schritte umgesetzt, um die Verwaltung der Kirchengemeinden zu vereinfachen. Das Pastoralverbundsbüro beispielsweise ist bereits umgesetzt. Eine wichtige Fragestellung für die kommende Zeit wird die Nutzung der vielen Immobilien sein.

Ökumene: Nach Bestandsaufnahme der vielen verschiedenen ökumenischen Aktionen in Iserlohn gibt es bereits Überlegungen zu weiteren gemeinsamen Planungen. Ein konkretes und sehr aktuelles Beispiel ist dabei die Zusammenarbeit im Bereich der Flüchtlingsarbeit. In naher Zukunft ziehen acht eritreische Flüchtlinge im Pfarrhaus Hlgst. Dreifaltigkeit ein. Darüber hinaus stellte die Gruppe fest, dass bei vielen Menschen grundsätzliche Glaubensinhalte nicht mehr vorhanden seien. Die Einführung in den Glauben müsse daher weiterhin verstärkt umgesetzt werden. Dazu wird es im Juni einen ersten Abend mit Prof. Neyer zum Thema Gottesbild geben.

Junge Familien und Jugend: Die Vernetzung und der Ausbau weiterer Angebote, wie beispielsweise Gottesdienstangebote zu anderen Zeiten und mit anderen Formen, sollen für junge Familien geschaffen werden. Im Bereich der Jugendarbeit liegt der Ansatz darin, erst zu schauen, welche Talente bei den Jugendlichen vorhanden sind und welche Angebote überhaupt erwünscht sind. Um mit den Firmlingen in Kontakt zu bleiben wird es am 5. Juni ein Fest aller Firmlinge im Pastoralverbund Iserlohn geben.

Musik und Liturgie: Die Perspektivgruppe setzt sich derzeit mit den verschiedenen musikalischen und liturgischen Möglichkeiten auseinander. Eine klare Frage, die bei der Vorstellung genannt wurde, lautete: „Wollen wir lieber viele Gottesdienste haben oder lieber wenige, die dann qualitativ hochwertiger mit Musik ausgestattet sind und zudem auch in Urlaubs- und Krankheitszeiten gewährleistet bleiben können?“ Dabei müsse auch die Verortung und die Begleitung von engagierten Laien im liturgischen Bereich geklärt werden.

Soziales Engagement: Konkrete Ideen der Perspektivgruppe beziehen sich auf die Flüchtlingsarbeit, sowie auf die Vernetzung der Eine-Welt-Gruppen. Eine erste Idee zur Umsetzung des Solidaritätsgedanken sei der Konsum von fair gehandelten Produkten in den Gemeinden. Das bistumsweite Projekt „young caritas“ soll vor allem auch jüngere Generationen für den Dienst am Nächsten sensibiliseren.

Verbände: Im Pastoralverbund gibt es eine Vielzahl von Verbänden, die sich stärker vernetzen wollen und die vor allem im Bereich der Bildungsarbeit gut aufgestellt seien. Grundsätzlich gehe es den Verbänden darum, zu schauen, wo ihre Wurzeln liegen, und „um das Gute und Wertvolle, was sie haben, auch in der Gesellschaft einzubringen.“

Senioren: Die Seniorengruppen sind bereits miteinander vernetzt und tauschen sich aus. Offen ist noch die Begleitung der Senioren in den Senioreneinrichtungen. Eine Herausforderung, die die Gruppe noch weiterhin beschäftigen wird, ist die Entwicklung der Gesellschaft, die immer älter wird.

Sakramente: Im Bereich der Sakramentenvorbereitung (Taufe, Erstkommunion und Firmung) werden alsbald Konzepte im Austausch mit den Ehrenamtlichen entwickelt. Die Konzepte würden nicht für zehn oder mehr Jahre tragfähig sein. Vielmehr müsse die kirchliche Entwicklung immer wieder neu in den Blick genommen werden. Orientierungspunkte für die organisatorische Umsetzung sollen die ehemaligen drei Pastoralverbünde Iserlohn-Mitte, -Schapker Tal und –Nord geben.

Weitere Mitglieder zur Mitarbeit willkommen

Die Perspektivgruppen freuen sich über weitere Mitglieder, die sich ihnen zeitweise anschließen wollen. Informationen zu den weiteren Treffen finden sich in den Pfarrnachrichten und auf der Homepage des Pastoralverbundes.

Die Steuerungsgruppe stellte am Freitag ebenfalls ihre Arbeit vor und betonte ihre Aufgabe, den Prozess zu beobachten, zu reflektieren und auf Hindernisse aufmerksam zu machen. Die Umgestaltung der kirchlichen Strukturen erfordere vor allem ein Umdenken, weil altbekanntes und liebgewonnenes möglicherweise verändert wird. Um eine zukunftsfähige pastorale Arbeit zu gewährleisten, sei es zwingend notwendig, diese Schritte zu gehen.