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Ein Konzert-Erlebnis der Superlative

26.12.2008 | 17:12 Uhr
Ein Konzert-Erlebnis der Superlative

Iserlohn. Wenn eine Gruppe vielfach ausgezeichneter amerikanischer Gospel-Musiker unter dem Titel „The Very Best of Black Gospel” durch die Republik tourt, muss den Sängern bewusst sein, dass sie schon alleine durch diese Namensgebung die Erwartungshaltung in superlativische Höhen katapultieren.

So lockte der zwölfköpfige Gospelchor aus den USA am Abend des ersten Weihnachtsfeiertages etwa 400 festlich gestimmte und erwartungsfrohe Gäste in die Oberste Stadtkirche. „Wir versprechen, Gospel makes you feel eine Gänsehaut”, stimmte Chorleiter Gregory M. Kelly das Publikum in feinstem Sprach-Kauderwelsch auf einen mitreißenden, hoch emotionalen Gospel-Abend ein. Und tatsächlich zündeten die zwölf Gospel-Könner aus Übersee von Beginn an ein spirituelles Feuerwerk der Superlative, bei dem der Funke schnell auf das Publikum übersprang. So fiel die kreative und sympathische Moderation und Animation Kellys auf fruchtbaren Boden. Vom ersten Lied an klatschte, tanzte und sang die inspirierte Zuhörerschaft zu weltbekannten Gospels wie „Amazing Grace”, „Down by the Riverside” oder „Praise the Lord”. Natürlich ließ es sich der Chor nicht nehmen, das Publikum mit ausgewählten deutschen und amerikanischen Weihnachtsliedern zu verwöhnen. Für Verwunderung und große Freude sorgten dabei die überraschend guten Deutsch-Kenntnisse von Lerato Sebele, die sie mit einem gefühlvoll gesungenen „Stille Nacht”- Solo unter Beweis stellte. Bis vor kurzem war die gebürtige Südafrikanerin eine Hauptdarstellerin beim Musical „König der Löwen” in Hamburg.

Für euphorischen Applaus sorgte Chorleiter Kelly, als er seine Freude über die Wahl Barrack Obamas zum neuen US-Präsidenten mit dem Publikum teilte. „Die Hautfarbe spielt keine Rolle. Wir sind alle gleich”, hielt er unter lautem Beifall einen flammenden Appell gegen Rassismus. Die so verbreitete „Yes we can”-Stimmung schien das Publikum zusätzlich zu ergreifen und so hielt es niemanden mehr auf den Stühlen, als der Chor den lautstarken „Zugabe”-Wünschen nachkam und das Publikum nach zwei Stunden Gospel der Extraklasse mit „Oh Happy Day” verabschiedete.

„Es war einfach super, man konnte vor Freude weinen. Es war emotional, toll und einfach wunderschön. Besseren Gospel gibt es nicht”, hatte „The Very Best of Black Gospel” die Erwartungen von Klaudia Eichler und Anna Krzekotowski aus Iserlohn mehr als erfüllt. „Es ist auch faszinierend, dass wirklich alle so mitgehen”, zeigten sich die beiden 21-jährigen Frauen von der Gospel-Stimmung in der Obersten Stadtkirche überwältigt. „Das war einfach mal richtig super Kirchenmusik. Ich habe zum ersten Mal seit einiger Zeit wieder in einer Kirche gesungen”, zeigte sich auch Iserlohns „Verbotene Liebe”-Darsteller Thore Schölermann angetan. Bleibt die Frage, wie den Gospel-Künstlern ihr Auftritt in Iserlohn gefallen hat. „Es war einfach großartig. Die Menschen haben mit uns gesungen und geklatscht, das war fantastisch. Auch die schöne Kirche bot die perfekte Kulisse für unseren Auftritt. Wir kommen gerne wieder”, erwiderte der stellvertretende Chorleiter Charles Lyles im Gespräch die Komplimente seines Iserlohner Publikums.

Alexander Althöfer

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