Ein gutes Argument für Iserlohn

Heimische Unternehmer unterstützen das kommunale Familieneigenheimprogramm, dokumentiert durch ihre Unterschrift unter eine Kooperationsvereinbarung.
Heimische Unternehmer unterstützen das kommunale Familieneigenheimprogramm, dokumentiert durch ihre Unterschrift unter eine Kooperationsvereinbarung.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Die Vertreter von sechs Iserlohner Traditionsunternehmen unterzeichneten am Montag im Ratssaall eine Kooperationsvereibarung mit der Kommune zum städtischen Familieneigenheimprogramm.

Iserlohn..  Nicht nur als Unternehmer, sondern auch als stellvertretender Vorsitzender der Kinderlobby ist Jürgen Schwerter voll des Lobes für das neue kommunale Familieneigenheimprogramm. „Ich bin interessiert an allem, was Familien mit Kindern ein gutes Umfeld schafft. Und dieses Programm ist dazu ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, erklärte Schwerter am Montag, um anschließend im Ratssaal seine Unterschrift unter die Kooperationsvereinbarung seines Betriebs mit der Kommune zu setzen, wie es fünf weitere Unternehmer gestern ebenfalls taten.

Entlastungsdarlehen für kritische Zeiten

Bis zu maximal 30 000 Euro stellt die Stadt Familien als Darlehen zinsfrei zur Verfügung, die sich ihren Traum von den eigenen vier Wänden auf Iserlohner Boden erfüllen wollen. Anders als die vormalige kommunale Eigenheimförderung aber, die im Zuge der Weltwirtschaftskrise eingestellt werden musste, setzt die Unterstützung durch das neue Progamm mit dem Titel „Wenn’s drauf ankommt“ erst zu dem Zeitpunkt ein, wenn nach der Geburt eines Kindes eine kritische Einkommenssituation in einem Haushalt entsteht, das verfügbare Nettoeinkommen der Familie nach Abzug der Wohnkosten unter das Existenzminimum sinkt. Ein Fall, der beispielsweise durch den Wegfall des staatlichen Elterngelds oder durch Arbeitslosigkeit entstehen kann. Hier setzt die Hilfe ein durch Entlastungsdarlehen, die bis zu 500 Euro monatlich betragen können. Die Höhe des Darlehens wird so berechnet, dass zusammen mit dem verbleibenden Nettoeinkommen das Existenzminimum wieder überschritten wird. Familien mit mindestens drei minderjährigen Kindern können anstelle der monatlichen Entlastungszahlungen ein zinsfreies Sofortdarlehen in Höhe von 30 000 Euro bekommen, das dann in die Baufinanzierung eingebunden wird. Sobald die Einkommenssituation der Familie es zulässt, beginnt die Tilgung mit verträglichen Raten im Rahmen eines mit der Familie abgestimmten Tilgungsplans.

Für Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens und Kämmerer Friedhelm Kowalski, der bei der Ausarbeitung des Programms die Federführung hatte, ist die Eigenheimförderung nicht nur ein Baustein für die familienfreundliche Stadt, sondern zudem ein Instrument zur Gestaltung des demografischen Wandels. „Wir haben mehr als 20 000 Einpendler, die täglich nach Iserlohn kommen“, weiß Friedhelm Kowalski, dessen Hoffnung darauf ruht, durch die Förderung ein weiteres gutes Argument liefern zu können für einen Umzug in die Waldstadt. Um dieses Ziel zu erreichen, hoffen Bürgermeister und Kämmerer nun auf die Unterstützung der heimischen Betriebe, die für das kommunale Programm in ihrer Mitarbeiterschaft Werbung machen sollen.

Bauen können Ahrens und Kowalski schon einmal auf die Hilfe der Firmen Lobbe, Medice, Sudhaus, Risse & Wilke, Sprenger und HSI sowie des katholischen Krankenhausverbundes im Märkischen Kreis, die am Montag als erste Betriebe die Kooperationsvereinbarung unterzeichneten.

Das i-Tüpfelchen, dasden Ausschlag geben kann

„Unsere Personalabteilung war Feuer und Flamme“, berichtet Lobbe-Chef Gustav Edelhoff. Bereits in der nächsten Woche sollen Gespräche geführt werden mit potenziellen Kandidaten für das Eigenheimprogramm. Begeistert zeigte sich auch Sudhaus-Geschäftsführer Michael Hartmann. Die kommunale Unterstützung für Familien sei das i-Tüpfelchen, das möglicherweise den Ausschlag gebe zu Gunsten einer Entscheidung für Iserlohn. Hartmann hat bereits zwei seiner Mitarbeiter angesprochen, beide zeigten höchstes Interesse: „Herzlichen Dank, dass sie uns ein solches Argument für diese Stadt an die Hand geben.“