„Ein besonderer Vertrauensbeweis“

Am Freitag gaben Stadtverbandsvorsitzender Paul Ziemiak und Fraktionsvorsitzender Fabian Tigges die Entscheidung bekannt, mit Katrin Brenner ins Bürgermeisterrennen gehen zu wollen
Am Freitag gaben Stadtverbandsvorsitzender Paul Ziemiak und Fraktionsvorsitzender Fabian Tigges die Entscheidung bekannt, mit Katrin Brenner ins Bürgermeisterrennen gehen zu wollen
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
CDU-Stadtverbandsvorsitzender Paul Ziemiak zeigte sich überaus froh über das eindeutige Votum.

Iserlohn..  Dass die CDU mit der Kandidatin Katrin Brenner im September ins Bürgermeisterrennen gehen möchte, war in den entsprechenden Kreisen seit längerem bekannt. Das hat man vielleicht auch daran gemerkt, dass die politischen Gegner die Erste Beigeordnete längst regelmäßig „liebevoll“ ins Visier genommen haben oder nehmen. Nun hat die CDU den ersten offiziellen Schritt vollzogen. Am Donnerstag hat der CDU-Stadtverbandsvorstand einstimmig Katrin Brenner als Bürgermeisterkandidatin vorgeschlagen, am Freitag wurde das im Rahmen eines Pressegespräches bekannt gegeben. Am 6. März findet nun die Aufstellungsveranstaltung statt. Wenn die Erste Beigeordnete dort die Mehrheit der anwesenden CDU-Mitglieder hinter sich bringt, steht fest, dass die 46-Jährige bei der Bürgermeisterwahl im September für die Christdemokraten antreten wird.

Geheime Abstimmung im Stadtverbandsvorstand

Paul Ziemiak, CDU-Stadtverbandsvorsitzender, zeigte sich überaus froh über das eindeutige Votum. Alle CDU-Mitglieder hätten Anfang Dezember einen Fragebogen erhalten, in dem sie sich selber oder einen anderen möglichen Kandidaten vorschlagen konnten. 10 Prozent der Fragebögen kamen zurück, und auf diesen rund 50 Bögen stand nur auf einem nicht der Name Katrin Brenner. „Ich bin dem anderen Vorschlag nachgegangen, diese Person hat aber erklärt, nicht kandidieren zu wollen“, sagte Paul Ziemiak. Und er betonte, dass die Abstimmung im Stadtverbandsvorstand in geheimer Wahl erfolgt sei. Insofern sei das einstimmige Ergebnis ein besonderer Vertrauensbeweis. Und CDU-Fraktionsvorsitzender Fabian Tigges berichtete, dass im Anschluss die Fraktion getagt habe. Auch hier gab es eine geheime Abstimmung, die ebenfalls ein einstimmiges Votum hervorbrachte. Fabian Tigges sprach von einem „beispielgebendem Ergebnis“.

Katrin Brenner, so formulierte Paul Ziemiak, vereine für ihn zwei Dinge: Einerseits eine steile Karriere in der Verwaltung, eine tolle Ausbildung und die Rolle einer Managerin der Stadt. Andererseits interessiere sie sich sehr für ihre Mitmenschen und für alles, was um sie herum passiert. Als zweifache Mutter habe sie das gemacht, was tausende andere Frauen in Iserlohn auch machen: Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. All das, so Ziemiak, passe zur CDU. Und Fabian Tigges ergänzte, Katrin Brenner arbeite absolut zielstrebig für die Stadt Iserlohn und sei eine Team-Playerin. CDU-Kreisvorsitzender Thorsten Schick merkte an, dass sich Brenner seit langem auch überörtlich engagiere. Daher verfüge sie auch über ein entsprechendes Netzwerk, was wiederum der Stadt Iserlohn zugute komme.

„Für mich ist es eine große Ehre, als Kandidatin für das Amt der Bürgermeisterin vorgeschlagen worden zu sein“, sagte Katrin Brenner. „Ich freue mich sehr, mich für die CDU in der Waldstadt zur Wahl stellen zu dürfen.“ Sie habe vor über 20 Jahren in der CDU ihre politische Heimat gefunden. Sie sei nicht immer einer Ansicht mit der Partei gewesen, letztlich würde sie sich aber mit ihren eigenen Ideen am besten in der CDU wiederfinden.

Zur Rolle des Bürgermeisteramtes meinte sie, dass es mit der Rolle eines Mannschaftskapitäns im Sport vergleichbar sei. „Verantwortung übernehmen, vermitteln und moderieren, das ist, was ich gut kann.“ Iserlohn sei eine liebens- und lebenswerte Stadt, die auch über viele Leuchttürme wie Hochschulen, Theater oder sehr erfolgreiche Sportvereine verfüge. Die müssten aber noch besser herausgestellt und präsentiert werden. „Der Glanz Iserlohns sollte noch ein bisschen mehr strahlen. So, dass in Südwestfalen keiner mehr an Iserlohn vorbeikommt.“

Die Hochschulen würden verschiedenste Möglichkeiten geben, vor Ort zu studieren. Hier wolle sie die Zusammenarbeit intensivieren, man müsse Unternehmen helfen, die benötigten Fachkräfte zu finden. Iserlohn solle noch mehr eine attraktive Stadt für alle werden, zum Hierbleiben, Wiederkommen und Zuziehen. „Diesen Prozess zu moderieren, wird eine meiner Hauptaufgaben sein“, sagte Brenner. Es müsse zudem eine Investitionskultur geschaffen werden. Und sie möchte das Ehrenamt stärken. Ihr schwebe da immer noch die Einrichtung einer Servicestelle als Ansprechpartner für alle Beteiligten vor.

Seit 26 Jahren im öffentlichen Dienst tätig

Katrin Brenner, die unter anderem Verwaltung und BWL studiert hat und seit 26 Jahren im öffentlichen Dienst tätig ist, wohnt in Menden. Und daran wird sich auch nichts ändern, wenn sie zur Iserlohner Bürgermeisterin gewählt würde. Die Entfernung sei sehr gering, sie lebe in einem Mehrgenerationenhaus mit den Eltern, dem Ehemann und den Kindern. Und ihre Eltern, denen sie sehr viel zu verdanken habe, bräuchten nun allmählich ihre Hilfe. Sie habe versprochen, solange für sie da zu sein, wie es notwendig ist.