Ein Austausch im besten Sinne

Koreanische Mechatroniker waren zu Gast im bbz in Iserlohn.
Koreanische Mechatroniker waren zu Gast im bbz in Iserlohn.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Werkstücke drehen, Metallteile fräsen und jede Menge mehr an praktischer Erfahrung sammelten kürzlich sieben Auszubildende der südkoreanischen „Automatic Equipment Technical Highschool Gwangju“ im Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft (bbz).

Die jungen Koreaner gehören zu den besten Mechatronikern ihres Ausbildungsjahrgangs und nutzten elf Wochen lang die Gelegenheit, in Iserlohn praktische Erfahrungen im Bereich der Mechanik zu sammeln. Unter Anleitung des Ausbilders Reinhard Schulte und mit Hilfe eines Dolmetschers bewiesen die jungen Leute enorme Disziplin und rasche Auffassungsgabe. Den ersten Teil ihres Besuches verbrachten die Gäste in den Werkstätten des bbz. Nach einer Orientierungswoche wurden zunächst die handwerklichen Fähigkeiten an der Werkbank vertieft, anschließend standen „Drehen“ und „Fräsen“ auf dem Programm. „Diese Wochen waren eine tolle Zeit und ein interkultureller Austausch im besten Sinne,“ freute sich Reinhard Schulte über das Engagement seiner Schützlinge.

Deshalb empfahl er sie auch wärmstens für ein Praktikum in hiesigen Betrieben. Dort standen die Koreaner sechs Wochen ihren Mann, wurden weiterhin vom bbz betreut und konnten die neu erworbenen Kenntnisse gleich anwenden. Das Drahtwerk Friedrich Lötters in Hemer, die Firma Frohn in Altena und die Firma Wiemann in Iserlohn stellten mehrere Plätze zur Verfügung. „Die Rückmeldung aus den Betrieben war durchweg positiv“, sagte bbz-Leiter Wolfgang Linke und freute sich: „Mit diesem Engagement und Geschick stehen den jungen Leuten alle Wege ihres Berufszweiges offen.“

Besonders interessant: Nach dem jeweiligen Arbeitstag stand ein Sprachkurs auf dem Programm. So wurde die Verständigung mit jedem Tag besser und gegen Ende des Austausches wussten sich alle bereits mit den wichtigsten Vokabeln zu verständigen. Während ihrer Zeit in Iserlohn wohnten die Teilnehmer übrigens im Internat des bbz und wurden durch die zugehörige Mensa bestens verpflegt. Vor dem Rückflug in die Heimat erhielt jeder Teilnehmer ein offizielles Zertifikat aus den Händen des Ausbilders Reinhard Schulte.

In Korea gibt es keinduales Ausbildungssystem

Hintergrund des Austausches ist die auf Theorie fokussierte Ausbildung in Korea. Ein duales System ist nicht vorhanden, so dass die Mechatroniker keine Möglichkeit haben, vor dem Start ins Berufsleben praktische Erfahrungen in einem Betrieb zu sammeln. Im bbz und den heimischen Unternehmen bot sich diese Möglichkeit nun zuhauf, so dass im Anschluss an das erfolgreiche Pilotprojekt der gegenseitige Austausch in einer Kooperationsvereinbarung festgehalten wurde. Eigens zu diesem Zweck besuchte Hong Bang Hee, Direktor der „Automatic Equipment Technical Highschool Gwangju“, das bbz. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Berufsbildungszentrums, Dirk Jedan, unterzeichnete er das Dokument, das vorsieht, regelmäßig Wissen und Personal auszutauschen. Weitere „Früchte“ wird die Zusammenarbeit bereits im kommenden Jahr tragen, wenn erneut angehende Mechatroniker aus Korea zu Gast im bbz sein werden.