„Durch falsche Freunde zum Dealer geworden“

Mit größeren Mengen Aufputschmitteln handelte ein 28-jähriger Iserlohner in einer laufenden Bewährungszeit.
Mit größeren Mengen Aufputschmitteln handelte ein 28-jähriger Iserlohner in einer laufenden Bewährungszeit.
Foto: archiv
Was wir bereits wissen
Ein Landschaftsgärtner muss sich wegen wiederholter Drogendelikte vor dem Hagener Landgericht verantworten. In laufender Bewährungszeit handelte der Iserlohner mit mit größeren Mengen Amphetaminpulver. Den Stoff bezog er aus Holland.

Iserlohn/Hagen..  „Ich bin mit den falschen Leuten zusammen gekommen“, erklärte der 28-jährige Iserlohner vor dem Hagener Landgericht, wie er früh in die Drogenszene reingerutscht ist. Der Landschaftsgärtner muss sich vor der 6. großen Strafkammer wegen schwunghaften Handels mit Amphetaminen verantworten. Bei seiner Festnahme im Mai 2014 war in einer von ihm gemieteten Lagerhalle ein Kilo „Speed“ sichergestellt worden.

Es war nicht sein erster Kontakt mit der Justiz, wie sich herausstellte: Bereits als Jugendlicher hat er mit Marihuana gedealt, war durch einen Bekannten unter Druck gesetzt worden, erzählte der Angeklagte freimütig.

„Den ersten Joint rauchte ich mit 15. Ich habe des Öfteren Marihuana konsumiert und damit aufgehört, als ich etwa 20 war“, berichtete der Angeklagte. Jetzt sitzt der Familienvater erneut wegen Drogen vor Gericht, nachdem er zuletzt 2012 zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden war; wegen Beihilfe zum Drogenhandel: 2011 war er mit einem Dealer aus Iserlohn an der holländischen Grenze erwischt worden – mit einem Kilogramm Marihuana im Handgepäck.

Aus „Kaffee-Fahrt“ wurde Drogen-Schmuggeltour

Er selber habe nur sein Navigationsgerät beigesteuert, eigentlich sollte bei der Holland-Tour nur Kaffee eingekauft werden. Dort habe der Freund dann aber außerdem eine Tüte Marihuana erworben, berichtete der Angeklagte dem Gericht. Sein Komplize war dafür zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden.

Zum Handel mit Amphetamin in der laufenden Bewährungszeit zwischen August 2013 und Mai 2014 sei er durch einen anderen Bekannten verleitet worden, den er beim Zocken in Spielhallen kennengelernt hatte. Der spielsüchtige Bekannte habe ihn immer wieder angepumpt, bis er mit 2000 Euro bei ihm in der Kreide gestanden habe. Um zu Geld zu kommen, sollte der Iserlohner bestehende Kontakte nach Holland nutzen, habe der Kumpel ihn angestiftet, „Öl zu besorgen“, das er gewinnbringend verkaufen wollte. Um die Außenstände zurückzubekommen, habe er eingewilligt, schilderte der Angeklagte, wie es dann zu Bestellungen in Holland, zu Übergaben in Oberhausen und der Weitergabe an seinen Bekannten und andere Abnehmer gekommen war. Aber statt sein Geld wiederzubekommen, habe der Kollege noch mehr Schulden angehäuft, für die der Angeklagte vom Geschäftspartner in Holland verantwortlich gemacht worden war, nachdem der Auftraggeber angeblich untergetaucht war. Bei einer Forderung von 10 000 Euro hätte der Niederländer ihm gedroht, seinen Angehörigen etwas zu tun, wenn er nicht zahle. Nur aus diesem Grund hätte er mitgespielt und eine drogensüchtige Verwandte eingespannt, der er dreieinhalb Kilo „Speed“ für 6500 Euro überlassen habe.

Sein 35-jähriger Kompagnon, der zurzeit in einer Entzugsklinik ist, schilderte alles anders: der Angeklagte sei ein erfahrenen Dealer mit guten Quellen in Holland und bestritt, ihn angestiftet zu haben. Er habe selbst 1,1 Kilogramm Amphetaminpulvergemisch von ihm bezogen, ohne zu zahlen. Der Prozess wird am 11. März fortgesetzt.