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Düsingstraße: Kundenstrom aus der Stadt ist durch Baustelle abgeschnitten

12.11.2008 | 18:00 Uhr
Düsingstraße: Kundenstrom aus der Stadt ist durch Baustelle abgeschnitten

Iserlohn. Karl Heinz Gerdes, Betreiber der gleichnamigen Gaststätte an der Düsingstraße 65, ist besorgt. Für ihn bedeueten die Kanal- und Straßenbauarbeitem an der Düsingstraße einen „unheimlichen finanziellen Einbruch” für sein Geschäft.

„Angesichts der Unannehmlichkeiten wandern viele Gäste ab. Ohne unsere Kegelbahn und die Fremdenzimmer könnten wir bald zu machen ”, sagt er.

Die Frage, wer die Verzögerungen zu verantworten habe, beantwortet Gerdes differenziert: „Der Ausgangsfehler liegt natürlich bei der Baufirma, die mit viel zu wenig Personal geplant hat. Die Stadt kann sich aber auch nicht alles gefallen lassen. Sie hat kein probates Druckmittel, um beispielsweise dafür zu sorgen, dass die Firma Personal und Geräte von anderen Baustellen abzieht, um an der Düsingstraße im Zeitplan zu bleiben”, so der Gastronom.

Den Vorwurf an die Stadt konkretisiert Reinhold Bernhard, Geschäftsführer von „Bernhard Haustechnik” an der Düsingstraße 30. „Für mich ist es unverständlich, dass es keine Verträge gibt, die einen Fixtermin enthalten und eine Konventionalstrafe bei Zeitüberschreitung vorsehen”, so Bernhard, der allerdings auch Pannen in der Koordination vermutet. So hätten die Arbeiten auf der Düsingstraße für Maßnahmen an der Karl-Arnold-Straße völlig brach gelegen. „Mit mehr Personal hätten vielleicht beide Projekte zeitgleich vorangetrieben werden können”, mutmaßt der Unternehmer, der keine Umsatzrückgänge befürchten muss, da er kein klassisches Ladengeschäft betreibt und „die Bauleitung beispielsweise bei der Anlieferung sehr kooperativ war”.

José Barbosa ist Filialleiter des Rewe-Marktes an der Untergrüner Straße. Durch die Sperrung der Düsingstraße ist für ihn „der Kundenstrom aus der Stadt völlig abgeschnitten”. Nachdem es bereits beim Bau des Kreisverkehrs in der Grüne zu erheblichen Verzögerungen kam, äußert er für die aktuellen Probleme völliges Unverständnis. „Die ,Neue Grüner Mitte' sollte die Region aufwerten. Durch die andauernden Bautätigkeiten kommen die Betriebe hier aber nur schwer zur Entfaltung. Die Stadt steuert damit dem entgegen, was sie erst kürzlich aufgebaut hat”, erweitert er die Beschwerdenliste um einen Punkt, bevor er anfügt, dass er „von der Unfähigkeit der Bauleitung maßlos enttäuscht” ist.

Im Gespräch mit den Geschäftsleuten ist ein gewisser „Galgenhumor” festzustellen, in Kombination mit der Überzeugung, dass auch der neueste offizielle Termin zur Fertigstellung nicht eingehalten werden kann. Den hatte Baudezernent Dr. Peter Paul Ahrens kürzlich in einer Stellungnahme an die Fraktionen im Rat der Stadt mitgeteilt. In der Stellungnahme bedauert Ahrens die mehrfache Verschiebung des Fertigstellungstermins, den die bauausführende Firma „Märkische Tiefbau” zunächst für den 30. September veranschlagt hatte. Zusätzlich erforderlich gewordene Leistungen sowie mehrere Starkregenereignisse im Juli diesen Jahres hätten dann dazu geführt, dass die „Märkische Tiefbau” bei der Stadt eine Verlängerung der Bäutätigkeiten, die am 19. November 2007 begonnen hatten, mit Fertigstellungstermin 22. November beantragte. Der Termin sei, so Dr. Ahrens, am 7. Oktober vom verantwortlichen Bauleiter erneut bestätigt worden. Auf erneute Anfrage der Kommune habe die „Märkische Tiefbau” in der Baubesprechung am 30. Oktober dann erklärt, dass die Bauarbeiten erst unmittelbar vor dem vierten Advent beendet werden könnten. „Die Stadt forderte daraufhin den Unternehmer auf, unverzüglich den Maschinen und Personaleinsatz zu verstärken und die Optimierungsvorschläge der Stadt zum Bauablauf umzusetzen”, so Baudezernent Dr. Ahrens in seiner Stellungnahme. Das Unternehmen habe daraufhin erklärt, den zuvor zugesagten Zeitplan trotz vermehrter Anstrengungen nicht einhalten zu können und legte einen aktualisierten Bauplan mit einer geplanten Fertigstellung am 13. Dezember vor.

„Die dargestellten Entwicklungen und die damit verbundenen weiterbestehenden Erschwernisse und Behinderungen für die betroffenen Anlieger bedauert die Stadt sehr”, so Ahrens, der zudem erklärte, dass eine Kündigung des Bauvertrages zwar in Erwägung gezogen worden sei, aber „das primäre Ziel der Verwaltung, die Arbeiten in kürzestmöglicher Zeit abzuschließen, mit einer anderen Baufirma nicht schneller zu erreichen ist”.

Alexander Althöfer

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Kommentare
13.11.2008
19:09
Düsingstraße: Kundenstrom aus der Stadt ist durch Baustelle abgeschnitten
von gatagorda | #5

zu #3 Und wieso kommt der dritte Kandidat nicht in Frage? Ich denke bei der Wahl des Buergermeisters sollte es eher auf dessen oder deren Peroenlichkeit ankommen als auf dessen/deren Parteibuch. Und warum erlaesst die Stadt den betroffenen Unternehmen nicht einfach die Grundsteuer fuer die Zeit des Umbaus der Duesingstrasse.

13.11.2008
14:30
Düsingstraße: Kundenstrom aus der Stadt ist durch Baustelle abgeschnitten
von marwang | #4

glauben die oberschlauen ein autohändler ist der bessere bürgermeister ????

13.11.2008
09:43
Düsingstraße: Kundenstrom aus der Stadt ist durch Baustelle abgeschnitten
von raweristo | #3

Wo schlittert Iserlohn nur hin?!?

Vor einigen Tagen wird der Bürgermeisterkanditat der CDU von einer nicht unerhehlichen Zahl der eigenen Parteimitglieder als nicht geeignet angesehen.
Und nun zeigt auch der Bürgermeisterkanditat der SPD - und das zum wiederholten Male -, dass er noch nicht einmal in der Lage ist Verträge mit Firmen abzuschließen, die Konventionalstrafen bei Verzögerung der Arbeiten beinhalten.

Beide Herren - von dem 3. Kanditaten rede ich gar nicht, der kommt sowieso nicht in frage - sollten Rückgrat besitzen und von sich aus auf das Amt des 1. Bürgers unserer Stadt verzichten.

Liebe Politiker, wacht endlich auf! Vergesst das Parteibuch und denkt an das Wohl unserer Stadt.
Schreibt die Stelle aus, auch wenn es bereits 5 Minuten vor 12 ist. Man kann - vorausgesetz man will es - zu jeder Zeit Korrekturen vornehmen.

Und was die Anlieger der Düsingstraße angeht, die können einem nur leid tun. Was sich in der neuen Grüner Mitte auch optisch ins Positive verändert hat, für einige Geschäftsleute könnte diese Verzögerung das Aus bedeuten.

raweristo

13.11.2008
08:19
Düsingstraße: Kundenstrom aus der Stadt ist durch Baustelle abgeschnitten
von dagegen69 | #2

Mir tun die Anwohner am Duising leid - aber das hilft denen leider herzlich wenig! Die Unfähigkeit der Bauverwaltung wird auf dem Rücken der Bürger ausgetragen.

..... und dieser Dr. Ahrens hat wiederholt noch nicht einmal einen Bautrupp im Griff, der termingerecht ein Rohr in der Erde verbuddeln soll und der will als Bürgermeister eine ganze Stadt leiten???? Hilfe!!!!

12.11.2008
23:06
Düsingstraße: Kundenstrom aus der Stadt ist durch Baustelle abgeschnitten
von Jeffis | #1

Irgendwie kommen mir die Kommentare von Dr. Peter Paul Ahrens bekannt vor. Gab es die nicht auch schon beim Kreisverkehr am Bahnhof?

Gibt - oder gab es in Iserlohn überhaupt eine Baustelle, die das Team von Dr. Peter Paul Ahrens zeitgerecht abgewickelt hat?

Natürlich kann es passieren, dass das Bauunternehmen nicht pünktlich fertig wird aber wenn man aus den eigenen Fehlern nicht lernt und die Verzögerungen wiederholt vertraglich nicht verfolgen kann, sollte man mal darüber nachdenken, ob man den richtigen Job macht.

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