Doppelte Chance zur Qualifizierung

Gut besucht war Tag der offenen Tür am Theodor-Reuter-Berufskolleg.
Gut besucht war Tag der offenen Tür am Theodor-Reuter-Berufskolleg.
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
Beim Tag der offenen Tür am Theodor-Reuter-Berufskolleg nutzten viele junge Leute die Möglichkeit, in das einzigartige Ausbildungsangebot der staatlichen Berufsfachschule zu schnuppern.

Iserlohn..  Vielen jungen Leuten, die am Samstag den Tag der offenen Tür am Theodor-Reuter-Berufskolleg (TRBK) am Karnacksweg besuchten, war es bestimmt gar nicht bewusst, dass sie sich hier in einer für ganz Deutschland einzigartigen Schule befinden. „Die Möglichkeit, einen vollwertigen Facharbeiterbrief und gleichzeitig die Fachhochschulreife zu erlangen, gibt es nur hier“, erklärte Heinz Jung, einer der Gäste des Informationstages im Gespräch mit der Heimatzeitung. Und er muss es wissen, schließlich hatte Heinz Jung im Jahr 1970 den heutigen Standort der bereits seit 1894 in der Waldstadt bestehenden, staatlichen Berufsschule mit aufgebaut. „Damals waren wir 14 Lehrer und 98 Schüler“, erinnert sich Jung, der seiner ehemaligen Wirkungsstätte immer wieder gern einen Besuch abstattet. Schließlich haben auch sein Sohn und sein Enkel hier ihre Ausbildung genossen.

Eine echte Alternative zur betrieblichen Ausbildung

„Unser Berufskolleg ist eine echte Alternative zur betrieblichen Ausbildung“, so Fachpraxislehrer und Pressereferent Wolfgang Segets, und er betont, dass das Theodor-Reuter-Berufskolleg als Staatliche Berufsfachschule für Fertigungstechnik und Elektrotechnik Jahr für Jahr 150 neue Ausbildungsplätze anbietet. Wie in einem ganz „normalen“ Ausbildungsbetrieb erhalten die Schülerinnen und Schüler ihre Ausbildung in den Berufen Industriemechaniker und Mechatroniker in der Abteilung Metalltechnik sowie zum Elektroniker für Betriebstechnik und IT-Systemelektroniker in der Abteilung Elektrotechnik. Gleichzeitig kann die Fachhochschul- bzw. die Fachoberschulreife als Fundament einer beruflichen Weiterbildung erlangt werden. Das TRBK bietet also technisch interessierten jungen Menschen die Möglichkeit einer Doppelqualifikation. Und das – je nach Eingangsvoraussetzung – in nur drei beziehungsweise dreieinhalb Jahren. Die neben dem Facharbeiterbrief erlangte Fachhochschulreife ist nicht fachgebunden.

Diese Möglichkeit der doppelten Qualifikation war auch für die 20-jährige Lisa Elin Wöhrmann attraktiv. Bereits als Realschülerin habe sie sich für Technik interessiert, erzählt sie, als sie ihre „alte“ Ausbildungsstätte am Samstag besuchte, um sich mit weiteren Ehemaligen zu treffen. „Ich fand des ideal, dass man in den Lehrwerkstätten sofort praktisch arbeiten und gleichzeitig für das Fachabi lernen kann, und zwar alles unter einem Dach“, sagt die junge Frau, die es nach ihrer TRBK-Zeit in die Fachhochschule in Soest verschlagen hat, wo sie Maschinenbau studiert.

Auch Nadine Meyer möchte sich in einem Beruf beweisen, der landläufig noch immer als „Männerberuf“ gilt. Die 18-jährige Mendenerin möchte den Beruf der Industriemechanikerin erlernen und gleichzeitig ihr Fachabitur machen. „Beim ,Girls’Day’ habe ich in den Alltag in einer Gießerei schnuppern können, da ist mein Interesse geweckt worden“, sagt sie. Als Ziel ihrer Ausbildung sieht sie den Master als Werkstofftechnikerin.

Wie Nadine Meyer knüpften viele junge Leute am Samstag erste Kontakte zum TRBK, das auch in diesem Jahr wieder 150 neue Ausbildungsplätze anbieten wird.