Die Markenkerne der neuen Schulen

Weltoffenheit und Internationalität sollen den pädagogischen Schwerpunkt der Sekundarschule Hemberg prägen.
Weltoffenheit und Internationalität sollen den pädagogischen Schwerpunkt der Sekundarschule Hemberg prägen.
Foto: Michael May IKZ
War die Entscheidungsgrundlage für die Eltern der diesjährigen Viertklässler im Rahmen des vorgezogenen Annmeldeverfahrens bisher auf die grundsätzliche Zustimmung zur Schulform Gesamt- oder Sekundarschule beschränkt, liegen mittlerweile die ausformulierten Schulprogramme für die geplante Gesamtschule Bömberg und die ebenfalls geplante Sekundarschule Hemberg vor.

Iserlohn..  Jetzt stellen die Eltern die Weichen in der Schulentwicklung. Mit ihrem Wahlverhalten beim Ende des Monats beginnenden vorgezogenen Anmeldeverfahren für die Gesamtschule Nußberg, die geplante Gesamtschule am Bömberg sowie die ebenfalls geplante Sekundarschule am Hemberg entscheiden die Erziehungsberechtigten der derzeitigen Viertklässler, ob die beiden neuen Schulen - dem vorliegenden Ratsbeschluss folgend - tatsächlich auch eingerichtet werden. Mindestens 75 Anmeldungen sind erforderlich für die Sekundarschule, mindestens 100 für die Gesamtschule.

Erste inhaltliche Aussagen zu den beiden neuen Schulen

War die Entscheidungsgrundlage für die Eltern bisher auf die grundsätzliche Zustimmung zur Schulform Gesamt- oder Sekundarschule beschränkt, liegen mittlerweile die - vorbehaltlich einer Genehmigung durch die Bezirksregierung Arnsberg - ausformulierten Schulprogramme für die Gesamtschule Bömberg und die Sekundarschule Hemberg vor, in denen erstmals inhaltliche Aussagen zu beiden neuen Schulen getroffen werden. Die für die Erarbeitung der Programme von der Verwaltung eingesetzte Arbeitsgruppe legt demnach bei der Sekundarschule den inhaltlichen Schwerpunkt auf „Internationalität, Kommunikation und Fremdsprachen“, während für die Gesamtschule Bömberg - komplementär zum gestalterisch-musischen Schwerpunkt der Gesamtschule am Nußberg - der MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) den pädagogischen Schwerpunkt bilden soll.

Vernetzt, themen- und kontextorientiert: Mit diesen Stichworten wird im Programm für die Gesamtschule Bömberg der MINT-Unterricht beschrieben, durch den die Jugendlichen befähigt werden sollen, „aktiv an der gesellschaftlichen Kommunikation und Diskussion teilzuhaben“. Durch eine Kooperation mit der Iserlohner Fachhochschule und Wirtschaftsunternehmen soll ein Unterricht ermöglicht werden, der den „Zusammenhang von Theorie, schulischem Lernen und technischer Praxis auf einzigartige Weise“ vermittle. Besonderes Augenmerk soll auf den Erwerb von Medienkompetenz ebenso gelegt werden wie auf die selbstständige Arbeit der Schülerinnen und Schüler, um Zusammenhänge in größeren Kontexten zu erschließen, als dies im Fachunterricht der Fall wäre. Diesem Ziel diene insbesondere die fest im Stundenplan verankerte Themenzeit. Die neue Gesamtschule soll als Ganztagsschule gestaltet werden, an denen der Schulbesuch am Montag, Mittwoch und Donnerstag jeweils bis 15.45 Uhr verpflichtend ist. Der Dienstagnachmittag und der Freitagnachmittag sollen unterrichtsfrei sein, der Unterricht endet an diesen Tagen um 12.40 Uhr. Durch ein „bedarfsgerechtes und offenes Angebot“ soll aber auch an diesen Nachmittagen Kindern auf Wunsch der Eltern eine Betreuung ermöglicht werden. Der Unterricht an der Gesamtschule Bömberg fände - ebenso wie am Nußberg - in 60-Minuten-Einheiten statt, als Sprachen sollen neben Englisch noch Französisch (ab Klasse 6) und Italienisch (ab Klasse 8) als Wahlfächer angeboten werden.

„Neugier auf das Fremde/Fremdsprachen“ lautet der Untertitel des Unterrichts-Schwerpunkts an der Sekundarschule Hemberg. „Mit dem Schwerpunkt ,Weltoffenheit/Internationalität’ werden fächerübergreifend und fächerverbindend Kompetenzen angebahnt, die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit sprachlicher und kultureller Pluralität schon jetzt und in Zukunft brauchen, um handlungs- und partizipationsfähig zu sein“, heißt es hierzu im Schulprogramm.

Unterricht im 90-Minuten-Rhythmus

Im Schwerpunkt soll hierzu vornehmlich in Projektzusammenhängen gelernt werden, bilinguale Modelle eingesetzt und auch bei Berufspraktika der Fokus auf den Einsatz von Fremdsprachen am Arbeitsplatz gelegt werden. Im Rahmen eines Schwerpunktprojekts sollen die erworbenen fremdsprachlichen und interkulturellen Fähigkeiten überdies durch den Erwerb externer Zertifikate unter Beweis gestellt werden können. Der Unterricht an der Sekundarschule soll im 90-Minuten-Rhythmus stattfinden, damit passt man sich dem Zeitrhythmus am Märkischen Gymnasium an. Auch die Sekundarschule ist eine Ganztagsschule, an der der Besuch am Montag, Mittwoch und Donnerstag bis um 15.45 Uhr verpflichtend ist. Der Dienstagnachmittag und der Freitagnachmittag sollen ab 13.15 Uhr unterrichtsfrei sein, es wird aber - ebenso wie an der Gesamtschule - eine Nachmittagsbetreuung ermöglicht. In das Sprachangebot der Sekundarschule soll neben dem Pflichtfach Englisch auch Spanisch/Latein (ab Klasse 6) und Französisch (ab Klasse 8) aufgenommen werden.

Während die Gesamtschule eine eigene Oberstufe vorhält, die den Weg zum Abitur nach G9 ebnen würde, soll die Sekundarschule nach Abschluss der Sekundarstufe I vielfältige Möglichkeiten für die weitere Schul- und Bildungskarriere eröffnen. Neben dem Besuch der gymnasialen Oberstufen der Gesamtschulen, der Gymnasien oder von Berufskollegs könnten Absolventen somit auch das differenzierte Angebot an Berufskollegs in vollzeitschulischen oder dualen Ausbildungsgängen nutzen.

Übergang zur Oberstufe ohne Bruch gestalten

Besonders enge Kooperationen wurden für die Sekundarschule Hemberg bereits vereinbart mit dem MGI und der Gesamtschule am Nußberg, die sich verpflichtet haben, alle Schülerinnen und Schüler aufzunehmen, die die Qualifikation zum Oberstufenbesuch erworben haben. Eine bereits in der Sekundarstufe I angestrebte enge Zusammenarbeit soll den Wechslern einen Übergang „ohne Bruch“ ermöglichen.

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