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Im Parktheater

Die inszenierten Selbstporträts von Anna Lena Straube

24.02.2010 | 18:08 Uhr
Die inszenierten Selbstporträts von Anna Lena Straube

Iserlohn. Das weibliche Rollenverhalten und gängige Klischees, die im Widerspruch zu individuellen Wünschen und Sehnsüchten stehen thematisiert Anna Lena Straube in ihren großformatigen Bildern, die noch bis zum 28. März im Parktheater zu sehen sind.

„Schiff und Krone” lautet der Titel für die bisher größte Werkschau der jungen Künstlerin, die 1978 in Bremen geboren wurde. Sie studierte Soziologie, Philosophie und Pädagogik (M.A.) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und später Freie Kunst an

der Muthesius Kunsthochschule Kiel bei Elisabeth Wagner und Peter Nagel. Von 2004 bis 2005 absolvierte sie ein Aufbaustudium für Kunsttherapie an der HfBK Dresden.

Die Ausstellung, die das Kulturbüro Iserlohn in Zusammenarbeit mit der Galerie Bengelsträter, die in diesen Tagen ihr 15-jähriges Bestehen feiern kann, realisiert, zeigt anschaulich die große Bandbreite der künstlerischen Ausdrucksformen von Anna Lena Straube. Zumeist begegnen dem Betrachter hyperrealistische Figuren im Kontrast zu abstrakten oder surrealen Bildelementen. Oft sind es inszenierte Selbstporträts, die aber nie stereotyp wirken. „Mit mir kann ich alles machen, ohne Rücksichten nehmen zu müssen”, sagt sie dazu im Gespräch. Bis zum Exzess beschäftige sie sich mit einem Thema, doch am Ende lande sie immer wieder bei der weiblichen Figur, führt sie weiter aus. „Ich möchte die Veränderung des Frauenbildes erlebbar machen”, lautet eines ihrer Ziele. Auch wenn sie sich nicht als Feminsitin sehe, hoffe sie doch, dass Frauen endlich an die Macht kommen. Sie könne „bis zum Umfallen Frauen malen.”

Dabei mischt sie reale und abstrakte Bildsprachen, ihre Bilder scheinen vor Farbigkeit zu sprühen. In ihrer Bildfolge „Unterhaltungshuren”, die sie als Diplom-Arbeit angefertigt hat, zeigt sie junge Frauen, überzogen geschminkt, poppig und fantasievoll gekleidet vor einem surrealen Hintergrund. Im Frühjahr 2009 organisierte die Künstlerin ein professionelles Fotoshooting in einem alten unsanierten Gebäude. „Gemeinsam mit der Schauspielerin Raphaela Morgenroth trat sie in aufwändigen Rokoko-Kostümen und mit extremer Turmfrisur in vielfältigen Posen vor die Kamera” erklärte Jutta Bengelsträter bei der Vernissage am Sonntag die Vorgehensweise von Anna Lena Straube. Diese Bilder sind Ausgangspunkt der Bildfolge „Schiff und Krone”. Darin posieren Frauen in ausladenden Barock-Kostümen. Geschickt verbindet die Künstlerin hier Geschichte und Gegenwart, sie zeigt scheinbare Ordnung und ein Chaos der Gefühle.

Die Ausstellung ist bis zum 28. März an allen Vorstellungstagen – ab jeweils eine Stunde vor Beginn – sowie nach Absprache mit dem Kulturbüro unter Telefon 02371/2171911 im Parktheater Iserlohn zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Ulrich Steden

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