Die Grippewelle schlägt wieder um sich

Sich im Bett hüten, eine warme Tasse Tee trinken und vor allem ausruhen: Bei einer Grippe ist Pflege angesagt.
Sich im Bett hüten, eine warme Tasse Tee trinken und vor allem ausruhen: Bei einer Grippe ist Pflege angesagt.
Foto: DAK
Was wir bereits wissen
Das Gesundheitsamt Märkischer Kreis verzeichnet derzeit einen Anstieg der Erkrankungen.

Iserlohn..  „Hatschi!“ „Gesundheit.“ Zwei „Worte“, die man in diesen Tagen ständig hört. Egal wo, egal wer: Es scheinen alle irgendwie krank zu sein – auch in Iserlohn. Und der Schein trügt nicht. Das Gesundheitsamt Märkischer Kreis hat derzeit einen klaren Anstieg an Grippeerkrankungen zu verzeichnen.

„Ja, die Fälle steigen momentan wieder an“, berichtet Amtsarzt Dr. Christian Ternette. Es handle sich allerdings nicht um einen untypischen oder außergewöhnlichen Anstieg. Viel mehr liege er in ähnlichen Dimensionen wie im Vorjahr. Dass ausgerechnet in dieser Jahreszeit die Grippewelle um sich schlägt, haben wir in Teilen selbst zu verantworten. „Neben einer witterungsbedingten allgemeinen Abwehrschwäche begünstigen beheizte, trockene und schlecht gelüftete Räume den Verbleib von Viruspartikeln in der Raumluft“, erläutert Ternette.

Lüften, Händewaschen und Abstand zu Kranken halten

Dementsprechend kann schon das regelmäßige Lüften beheizter Räume helfen, um sich vor der Infektion zu schützen. „Außerdem ist regelmäßiges Händewaschen mit Seife sowie das Reinigen relevanter Flächen wie Türklinken, Schaltern, Tischflächen oder Telefonen sehr wichtig“, so der Experte. Dass man Abstand zu Personen mit den Zeichen einer Erkältungserkrankung halten soll, erklärt sich von selbst. Ein weiterer Tipp: „Man sollte nicht in die Hand husten, sondern in die Ellenbeuge oder Einwegtaschentücher, die danach entsorgt werden.“

Hat es einen dann doch erwischt, ist ein plötzlicher Krankheitsbeginn mit Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Krankheitsgefühl, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall typisch. „Die Symptome können aber auch in unterschiedlicher Ausprägung auftreten“, erklärt Ternette vom Gesundheitsamt. Es könne sogar dazu kommen, dass Personen, obwohl sie den Virus in sich tragen, keinerlei der genannten Symptome aufweisen.

Wichtig sei es, dass Erkrankte bei bekannten Risikofaktoren oder Beginn eines schweren Verlaufs frühzeitig den Kontakt zum Hausarzt suchen. „Eine Antibiotikatherapie ist generell bei einer reinen Viruserkrankung nutzlos und fördert nur die Bildung resistenter Bakterien“, würde Dr. Christian Ternette Antibiotika nur im Falle einer begleitenden bakteriellen Infektion verschreiben.

Ansonsten gilt: Abwarten und ausruhen. Die saisonale Grippe habe eine Inkubationszeit von ein bis zwei Tagen, die Krankheitsdauer liegt bei fünf bis sieben Tagen – natürlich kann diese aber individuell abweichen. „Wichtig ist, dass die Beschwerden vollständig auskuriert werden“, mahnt Ternette zu Geduld.

Grippeimpfung vor allem für Risikogruppen wichtig

Um schlimmere Erkrankungen auszuschließen, die aus der Virusinfektion entstehen könnten, und eventuell der Erkrankung komplett aus dem Weg zu gehen, empfiehlt Dr. Christian Ternette die Grippe­impfung. Insbesondere Risikopersonen ab 60 Jahren sowie Schwangere und Personen mit Grunderkrankungen (Lungenerkrankung, Abwehrschwäche, Herz-Kreislauferkrankungen) sollten sich impfen lassen. „Unabhängig davon kann jeder Patient ein Beratungsgespräch mit seinem Hausarzt suchen“, so Ternette.

Ansonsten heißt es in diesen Tagen einfach: Taschentücher griffbereit haben, viel Tee trinken, sich am besten von Oma noch eine Hühnersuppe kochen lassen und schnell wieder fit werden.