Die Gehaltskürzungen sind vom Tisch
21.10.2011 | 19:37 Uhr 2011-10-21T19:37:00+0200
Iserlohn/Kreis. Vorerst aufatmen können die 1000 Beschäftigten der Kliniken der katholischen Hospitalvereinigung im Märkischen Kreis. Vom Tisch sind die Gehaltskürzungen, mit denen Geschäftsführer Thomas Wülle angesichts der „finanziellen Notlage“ 1,2 Millionen Euro bei den drei Krankenhäusern St.-Elisabeth-Hospital, St. Marien und St. Vinzenz, sowie bei der Verwaltung und der Krankenpflegeschule einsparen wollte.
Im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte er, dass die „Arbeitsgemeinschaft der Arbeitsrechtlichen Kommission“ aus Paderborn jetzt seinen Antrag abgelehnt hat, seinen Mitarbeitern die Grundvergütungen zu kürzen. Durchschnittlich 1200 Euro weniger auf dem Konto hätten die Beschäftigten im Jahr gehabt. Bei Chefärzten waren ursprünglich Kürzungen zwischen 3000 und 4000 Euro geplant.
Aber die Unsicherheit unter den Beschäftigten bleibe. Mit der Entscheidung sei das Problem nur vertagt, erklärte Wülle. „Durch die Ablehnung ist die Not nicht weg. Sie ist nach wie vor groß, aber sie hätte katastrophaler werden können.“ Damit spricht er die zu 99 Prozent erreichten Pflegesatzverhandlungen in diesem Jahr an. Für das nächste Jahr prognostiziert er Einschnitte: „Die Hauptlast wird nun im nächsten Jahr gelöst werden.“ Wülle kritisiert: „Alle Beteiligten wissen nicht wie es weiter geht. Ich werde den Gremien dringend raten, schneller zu entscheiden.“ Sein im Juni gestellter Antrag wurde jetzt erst abgelehnt, und über eine Revision könne erst im Januar beraten werden. „Notlagen müssen schneller entschieden werden.“
Angesichts der gesetzlich gedeckelten Krankenhausfinanzierung seien die Hospitäler seit 15 Jahren dabei, alle Wirtschaftlichkeitsressourcen zu heben. Seit 10 Jahren haben die katholischen Kliniken alle Bereiche intensiv durchforstet. Er hat schon Lösungsansätze im Kopf, hält sich aber noch bedeckt. Über ein Entscheidungspaket werde im November der Verwaltungsrat beraten. Dann wolle man die Mitarbeiter umgehend informieren. Man werde nicht über eine strukturelle Maßnahme sprechen, sondern eine Kombination aus mehreren Sparmaßnahmen angehen müssen.
Auch wenn Wülle eine Standortdiskussion vermeidet und die Einheit betont, verrät er: „Iserlohn ist der gesündeste Bereich. Menden und Balve sind weniger gesund.“
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