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Die Fan-Gemeinde für Justus Frantz wächst

02.10.2011 | 17:34 Uhr
Die Fan-Gemeinde für Justus Frantz wächst
Justus Frantz im Parktheater. Fotos: Josef Wronski

Iserlohn.Dass Justus Frantz den „Grundstein für eine treue Fangemeinde“ in Iserlohn gelegt hat, haben wir bereits vor einem Jahr an dieser Stelle berichtet. Damals, im November 2010, war der Pianist, Dirigent und unermüdliche Kämpfer für die klassische Musik mit seinem Programm „Mozarts Reise nach Paris“ in Iserlohn und hatte im verhältnismäßig kleinen Rahmen auf der bestuhlten Parktheater-Bühne rund 150 Musikliebhaber mit seinem „Erzähl-Recital“ begeistert.

Die Fangemeinde ist seit dem in der Tat gewachsen, denn als Justus Frantz am Freitagabend die Parktheater-Bühne betrat, füllten schon weit mehr als doppelt so viele Besucher die Hälfte des Parketts. Für einen derartigen kammermusikalischen Abend „nur“ mit Klavier ist ein Besuch von mehr als 300 Menschen – das sei nebenbei bemerkt – ein durchaus großer Erfolg. Schließlich wurden für solche Recitals einst die kleineren Kammerkonzertsäle gebaut, weil auch in Kulturmetropolen reine Klavierabende kein großes Haus wie das Parktheater füllen.

Nun war Frantz also mit Chopin zu Gast, den er zusammen mit seinen Gästen auf seiner Reise nach Mallorca begleitete – beziehungsweise zunächst von Warschau nach Paris, wo sich der sensible Musiker in den Salons gegen die lauten und Oktaven donnernden Fleischfresser unter den damaligen Pianisten durchzusetzen wusste. Mit Musik, „die er mit dem Herzen machte“, wie Justus Frantz es beschrieb. Dann ging es weiter mit dem schwindsüchtigen Chopin und dessen bemerkenswerter Lebensgefährtin George Sand nach Mallorca, und man erfuhr viele Details über die Lebensumstände Chopins bis zu seinem Tod. Vor allem aber durften die Zuhörer Chopins Musik erleben, denn Justus Frantz schreckt in pianistischer Hinsicht vor nichts zurück und schüttelt sich auch die virtuosesten Chopin-Etüden recht locker aus dem Ärmel – darunter natürlich all die großen Hits, die der Pole der Nachwelt hinterlassen hat und die auch fast 200 Jahre nach ihrer Entstehung Pianisten und Zuhörer gleichermaßen verzaubern. Dementsprechend groß war am Freitag auch der Applaus.

Damit ist die Geschichte mit Justus Frantz und seiner Fangemeinde in Iserlohn aber glücklicherweise noch nicht zu Ende. Frantz, der selbst mit seinem „Orchester der Nationen“ ohne Unterlass auf Reisen ist, wird im kommenden Jahr mit Beethoven und dessen Reise von Bonn nach Wien einen weiteren pianistisch-erzählerischen Ausflug unternehmen, und wer weiß, wie viele Zuhörer ihn dann in Iserlohn begleiten wollen. Besonders Kinder und Eltern dürfen sich bereits darauf freuen, denn ähnlich wie im vergangenen Jahr wird Justus Frantz, dem die Jugendförderung besonders am Herzen liegt, dann auch wieder ein zusätzliches Kinderkonzert anbieten.

Ralf Tiemann

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