Die Eltern haben bald das Wort
14.12.2011 | 17:21 Uhr 2011-12-14T17:21:00+0100Iserlohn. Die vagen Hoffnungen, dass der Rat der Stadt vor Jahresende zu einer gemeinsamen schulpolitischen Linie finden könnte, hat sich zerschlagen. Ein Gespräch zwischen Abordnungen von CDU und SPD kurz vor der Sitzung des Stadtparlaments am Dienstag blieb ergebnislos.
Die vagen Hoffnungen, dass der Rat der Stadt vor Jahresende zu einer gemeinsamen schulpolitischen Linie finden könnte, hat sich zerschlagen. Ein Gespräch zwischen Abordnungen von CDU und SPD kurz vor der Sitzung des Stadtparlaments am Dienstag blieb ergebnislos.
Somit öffnete sich am Dienstagabend im Ratssaal der Vorhang für die nächste Debatte. „Die politische Mehrheit handelt gegen den Willen aller Eltern und Schulkollegien. Von keiner Seite außerhalb dieses Rates gibt es Äußerungen, dass eine zweite Gesamtschule in Hennen erwünscht ist“, fuhr Christdemokratin Brunswicker schwere Geschütze gegen die im „Bildungsbündnis“ vereinten Fraktionen von SPD, Grünen, FDP und Linken auf. Die schulpolitische Sprecherin der Union betonte, dass die CDU nicht generell gegen eine zweite Gesamtschule sei, so deren Einrichtung dem Elternwillen entspreche. Hennen aber sei definitiv nicht der richtige Standort. Eine Position, der sich die zwei Ratsvertreter der „Freien Wähler“ anschlossen. Die CDU, so Renate Brunswicker weiter, sei sehr zuversichtlich, dass auch die Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde diese Einschätzung teile. Vor diesem Hintergrund forderte Brunswicker die Aufhebung des Beschlusses zur Aufgabe der Hauptschule Hennen und zugleich eine Prüfung, ob nicht an dem Standort eine Sekundarschule eingerichtet werden könnte. Parteifreund Hartmut Bogatzki ergänzte, dass - sollte der Gesamtschulplan des Bildungsbündnis scheitern - sonst keine weiterführende Schule mehr im Iserlohner Norden existiere: „Das wäre der Todesstoß für den Schulstandort Hennen.“
Die von Brunswicker bekundete Kompromissbereitschaft der Christdemokraten bewertete Grünen-Ratsherr Harald Eufinger im Gegenzug als Versuch, Sand ins Getriebe zu streuen, um das Verfahren zu verzögern. Eufinger verwies auf eine vom Stadtverband der Union per Internet ins Leben gerufene Kampagne gegen die im Bündnis vereinten Fraktionen. Um tatsächlich zu einem Kompromiss zu kommen, müsse die CDU ein klares Bekenntnisses für die Errichtung einer zweiten Gesamtschule abgeben. Der Ratsvertreter der Grünen hob zudem hervor, dass eine zweite Gesamtschule keine Absage an die Gründung von Sekundarschulen in Iserlohn bedeute. Ganz im Gegenteil: „Wenn sich eine Konstellation ergibt, bei der sich eine Haupt- und eine Realschule zusammenschließen wollen, dann werden wir das unterstützen.“ Am Beschluss zur Aufgabe der Hauptschule Hennen ließ Eufinger indes nicht rütteln angesichts der Handvoll Iserlohner Fünftklässlern, die mittlerrweile dort alljährlich nur noch eingeschult würden, „das ist eine Zumutung für jedes Kind“. Auch Oliver Ruhnert (Linke) argumentierte, dass im fünften Jahrgang in Hennen mittlerweile mehr Schwerter als Iserlohner Kinder Aufnahme finden. Mit Bezug auf die Debatte über die Sekundarschule als Alternative betonte Alexandra Schroven (FDP), dass es nicht ausreiche, wenn eine Hauptschule eine Absichtserklärung abgebe. Gleichzeitig müsse eine Realschule ebenfalls ihre Bereitschaft zur Auflösung erklären, um dann in dem gemeinsamen Konstrukt Sekundarschule aufzugehen.
Mit den Stimmen der im Bündnis vereinten Fraktionen beschloss der Rat schließlich, dass Ende Febraur eine Trendbefragung zur Schulwahl bei den Eltern erfolgen soll. Zuvor werden alle Schulleiter sowie die Kollegien über die Neuerungen bei den Schulstrukturen informiert, gefolgt von Informationsangeboten für die Eltern und Erziehungsberechtigten. Im Rahmen dieser Veranstaltungen wird neben allen anderen weiterführenden Schulen auch über die Sekundarschule informiert. Die Trendabfrage soll am 15. März beendet sein, um alle weiteren Entscheidungen dann auf der Basis der Erkenntnisse treffen zu können.
Vertagt wurde am Dienstag der Beschluss über die Investition von sieben Millionen Euro am Gesamtschulstandort Nußberg. Während sich die CDU dafür aussprach, den Baubeschluss zu fassen und gleichzeitig die Kosten auf 5,5 Millionen Euro zu deckeln, setzte sich auch hier das „Bildungsbündnis“ durch, dass die Entscheidung im Gesamtzusammenhang mit der Errichtung einer zweiten Gesamtschule treffen will.
Auch in der geheimen Abstimmung über den Hauptschul-Standort Hennen unterlag die CDU. 23 Ratsleute stimmten für die Rücknahme des Schließungs-Beschlusses, 27 für dessen Beibehaltung.
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