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Beikircher im Parktheater

Die „Bedrouille" und das „lecker Tässchen Kaffee"

14.12.2009 | 16:56 Uhr
Die „Bedrouille

Iserlohn. Manches ändert sich nicht, und das ist gut so: Die Programme von Kabarettist Konrad Beikircher zum Beispiel. Das aktuelle mit dem Titel „Am schönsten isset, wen et schön is” ist der zehnte Teil seiner Trilogie über das rheinische Universum - und macht immer noch Spaß.

Klar, Beikircher ist älter geworden, der Haarschopf sehr ergraut, das Gesicht irgendwie fülliger. Doch in seinem Kopf produziert der fast 64-jährige gebürtige Südtiroler, der seit Jahrzehnten im Rheinland lebt, noch immer wunderbare, witzige und treffsichere Pointen über den Rheinländer als besondere Spezies.

Sein Programm im Parktheater begann er aber erst einmal mit einem Lob einer besonderen Truppe Westfalen: „Was gibt es hier für eine tolle Weihnachtsdeko. Anscheinend habt ihr Iserlohner Weihnachten erfunden. Zumindest im Dezember möchte man Iserlohner sein”, rief er.

Und dann legte er los, mit seiner typischen warmen, leicht krätzigen Stimme, die sich allerdings immer dann wie die von Pumuckl anhört, wenn er sich allzu sehr für etwas begeistert.

Die von den Rheinländern gerne benutzte zukünftige Vergangenheit („Ich wollte Sie nur kurz willkommen geheißen haben.”) war ebenso Thema wie die Verwandlung des französischen Wortes „Bredouille” in das rheinländische „Bedrouille”, das sich für rheinische Zungen leichter aussprechen lässt. Die unterschiedlichen Bedeutungen von „Tass Kaffee” (Muckefuck) und „lecker Tässchen Kaffee” (Bohnenkaffee) erheiterte das heimische Publikum ebenso wie der Winterreifenwechsel in einer Bonner Autowerkstatt. Die interessante Art der Rheinländer, mit dem „Konjunktivus Profilaktikus” jemanden zu beleidigen, ohne belangt werden zu können („Du Arschloch - hätte ich fast gesagt.”) wird sicherlich westfälische Nachahmer finden. Kurzum: Der Rheinländer ist immer auf der Suche nach dem Schönen und sehr kommunikativ, aber kein „Schwaatlapp”.

Konrad Beikirchers Kabarett ist niveauvoll, extrem einfühlsam und tiefsinnig - immerhin war der Mann jahrelang als Gefängnispsychologe tätig. Auch wenn ein oder zwei Witze schon etwas abgegriffen waren, bot er einen unterhaltsamen Kabarett-Abend, der nie lange oder langweilig wurde.

Katja Hofbauer

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