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Der Marke ein Bild geben

30.03.2012 | 16:28 Uhr
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Vor den kritischen Augen von JVA-Leiter Julius Wandelt und „Jailhouse-Company“-Gründer Jürgen Henschel präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Entwürfe.

Iserlohn. Mit der Gestaltung von Plakaten, die tatsächlich auch im „wahren Leben“ als Werbeträger Verwendung finden, haben sich die Schülerinnen und Schüler der gestalterischen Bildungsgänge am Berufskolleg des Märkischen Kreises schon oft im Unterricht beschäftigt. In den vergangenen Monaten aber widmeten sie sich einer nicht alltäglichen Aufgabe. Rund 60 Oberstufenschülerinnen und -schüler hatten die Aufgabe ein visuelles Erscheinungsbild, ein so genanntes Corporate Design, für eine ganz besondere Firma zu entwickeln.

Auftraggeber ist das Accessoire-Label „Jailhouse Company“, ein kleines Unternehmen, das vom Justizvollzugsbeamten Jürgen Henschel in der Justizvollzugsanstalt Castrop-Rauxel gegründet wurde und aus typischen Knast-Materialen wie Matratzen, Handtuch- und Haftkleidungsstoffen originelle Modeaccessoires wie Taschen und Schlüsselanhänger herstellt.

Über den persönlichen Kontakt mit der Studiendirektorin Birgit Heimsoth vom Berufskolleg entstand bei Jürgen Henschel die Idee, die Kreativität der zukünftigen gestaltungstechnischen Assistenten auf den Entwurf eines Logo zu lenken, dass später als Erkennungszeichen sowohl auf den Produkten als auch auf Briefköpfen, Broschüren, Plakaten und der Internetseite der „Jailhouse Company“ zu finden sein wird, und sie mit der Gestaltung zu beauftragen. Zum Projektbeginn im September vergangenen Jahres besuchte Henschel die Schule, informierte die Beteiligten ausführlich über das junge Unternehmen und seine Produkte.

Nach dreimonatiger intensiver Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung, wobei die Entwürfe „die charakteristischen Eigenschaften des Labels eindeutig und prägnant herausstellen sollten, so dass es sich glaubwürdig, aufmerksamkeitsstark und positiv innerhalb des Wettbewerbs mit anderen Accessoires-Labels abgrenzt und unterscheidet“, wurde es gestern für die jungen Designerinnen und Designer Ernst. Im Forum des Berufskollegs an der Hansaallee stellten sie ihre Ergebnisse der Jury, bestehend aus „Jailhouse-Company“-Gründer Jürgen Henschel und Julius Wandelt, Leiter der JVA Castrop-Rauxel, vor. Dabei erläuterten sie jeden einzelnen Entwurf, erklärten die Botschaften, die ihre Logos vermitteln sollen.

Mit allen Vorschlägen im Gepäck ging es für die Herren zurück ins Ruhrgebiet, wo sie nun in aller Ruhe entscheiden sollen, wer am Ende das Rennen macht. Für die drei besten Entwürfe sind Preisgelder in Höhe von 150 sowie zweimal 50 Euro ausgelobt worden. Dafür erwirbt die Gefängnis-Firma die ungeschränkten Nutzungsrechte für das Logo und die entwickelten Werbemittel.

Stefan Janke

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