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Campus Symposium 2010

Der ganz normale Ausnahmezustand

02.09.2010 | 19:41 Uhr
Der ganz normale Ausnahmezustand
Ein Blick in den Saal beim diesjährigen Campus Symposium. Foto: Michael May

Iserlohn.„Green Business“ war das Leitmotiv des Campus Symposiums im vergangenen Jahr. „Mit der Nachhaltigkeit ist uns nun ein Brückenschlag und eine Weiterentwicklung gelungen“, erklärte Matthias Thelen zum Auftakt der sechsten Auflage der Wirtschaftskonferenz am Seilersee, die diesmal unter dem Motto „Nachhaltigkeit - gesellschaftliche Realität oder grüne Fiktion?“ stand und die erneut ausschließlich durch freiwilliges, studentisches Engagement auf die Beine gestellt wurde.

Mit rund 800 Gästen, 15 Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops sowie einem breiten Rahmenprogramm, das in der Zeltstadt am Seilersee zum „Networking“ einlädt, bewegt sich das Symposium 2010 im gleichen Rahmen wie in den vorangegangenen Jahren. An der Spitze der diesjährigen Rednerliste steht zweifelsohne Friedensnobelpreisträger Al Gore, der heute Nachmittag zum Abschluss seine Botschaft „Thinking Green“ überbringen wird.

Doch auch gestern drehte sich bereits alles um das Thema Nachhaltigkeit, das unter anderem ADAC-Präsident Peter Meyer, Nick Reilly, Vorsitzender der Opel-Geschäftsleitung, Petra Hesser, Geschäftsführerin von IKEA-Deutschland oder dem Vorstandsvorsitzenden des RWE-Vertriebs, Dr. Knut Zschiedrich, aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wurde (separate Berichte zu den Vorträgen sind auf den Seiten Lokales 4 und 5 zu finden).

Fünf Jahre nach dem ersten Campus Symposium und zehn Jahre nach der Eröffnung der BiTS hatte Matthias Thelen seine Begrüßung am Morgen - wie seine Folgeredner BiTS-Präsident Dietrich Walther, BiTS-Geschäftsführer Thorsten Bagschik und NRW-Arbeitgeberpräsident Horst-Werner Maier-Hunke auch - für einen kleinen Rückblick genutzt. Er gab unumwunden zu, dass auch er als Initiator des Symposiums beim Start im Jahr 2005 nicht erwartet hatte, dass eine solche Reihe in einer so imposanten Zeltstadt auf einem so hohen Niveau daraus erwachsen würde und er seine Gäste auch zur einer sechsten Auflage begrüßen könnte. Er selbst sei inzwischen dem studentischen Organisationsteam entwachsen und sei stolz darauf, dass seine Nachfolger das erreichte Niveau gehalten haben.

Trotz der Erfolgsgeschichte sei es nun aber wichtig, das Symposium nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen, um die Qualität zu halten und das Symposium als besonderen Höhepunkt zu erhalten. Auch Dietrich Walther ließ durchblicken, dass das Symposium inzwischen bei allem Aufwand ein Stück Normalität geworden sei. „Als diese Zeltstadt 2006 zum ersten Mal aufgebaut wurde“, so Walther, „fühlte ich mich an meine Kindheit erinnert, als wir jubelnd durch die Straßen gelaufen sind, wenn der Zirkus kam.“ Inzwischen habe man sich an den Anblick und den Ausnahmezustand gewöhnt. „Das ist eben so.“

Für das studentische Organisations-Team ist der Aufwand für den reibungslosen Ablauf aber ungebrochen hoch. Einen Einblick in die Vorbereitungen und die Arbeit der Studenten gewährte Claudia Wendel als Projektleiterin des Symposiums. „Wir haben viel fürs Leben gelernt“, blickt sie auf die vergangenen 363 Tage der Vorbereitung zurück. Wie in den vergangenen Jahren ist der Aufwand, der rund um das Symposium getrieben wird, enorm. 20 Mitarbeiter umfasst das studentische Organisations-Team, in dem alle Fäden zusammen laufen. 186 Volunteers sind in diesem Jahr am Werk, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten – nicht nur während der beiden Tage bei der Betreuung der Gäste, Redner und Sponsoren, sondern auch schon im Vorfeld beim Aufbau der Zeltstadt, in der allein 4000 Quadratmeter Teppich zu verlegen waren. Mit 90 freiwilligen Helfern verteilt auf 44 Fahrzeuge ist ein Großteil der Volunteers zudem für den Shuttle-Service eingeteilt.

Für die Bewirtung der Gäste sorgt in diesem Jahr erstmals die Stolzenhoff Catering Company aus Lünen, die mit zwölf Küchenkräften angerückt ist, um zwei Mal mittags und einmal abends ein Büfett für jeweils rund 450 Menschen bereit zu stellen. Der Service - auch das ist eine Neuheit - liegt in den Händen der Hotelfachschule Montreaux in der Schweiz, die als Partnerschule der BiTS im Laureate-Netz mit 32 Studenten aus 18 Ländern die Gäste bedient.

Ralf Tiemann und Thomas Pütter

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Kommentare
04.09.2010
01:06
Der ganz normale Ausnahmezustand
von mkl | #13

Was für einen Quatsch hier manche schreiben... Das Symposium ist eine Netzwerk Veranstaltung für Unternehmer und Firmen aus der Umgebung oder halt passend zum Thema.
Die Eintrittspreise sind gleichzeitig die Finanzierung der Veranstaltung, welche perfekt geplant und durchgeführt wurde.
Schade, dass manche Mitmenschen überall Neid und Missgunst empfinden, denn was wollen die Schreiber oben denn mit Unternehmern diskutieren.
Dickes Lob an die Studis und das BiTs, für Iserlohn wirtschaftlich eine wichtige Veranstaltung, aber das Wort wirtschaftlich wird gleich wieder negativ bewertet, wetten ?

03.09.2010
21:58
Der ganz normale Ausnahmezustand
von claudia71 | #12

Lustig hier. Ich nehme an, diejenigen, die hier den Sinn der Veranstaltung bezweifeln, sind auch diejenigen, die immer dann, wenn ich den Sinn von Schützenfetsen bezweifel, mir antworten, die seien aber immens wichtig.
Es müssen doch nicht alle alles gut finden und sich bei allem wohl fühlen. Die einen mögen eben Schützenfeste, Kirmes und verkaufsoffene Sonntage. Die anderen das Balve Optimum, das Campus-Symposium und den Neujahrsempfang.
Mir hat das Symposium ausgesprochen gut gefallen. Ich habe zwar keinen der Vorträge von Anfang bis Ende gehört, aber viele sehr interessante Gespräche geführt.

03.09.2010
14:24
Der ganz normale Ausnahmezustand
von Ehemaliger BiTS Student | #11

Stellt euch vor: Es gibt ein Großereignis in Iserlohn und niemanden, WIRKLICH NIEMANDEN interessiert es. Die BiTS verspricht sich so unheimlich viel von dieser Veranstaltung, dass sie dabei gar nicht bemerkt, dass das ganze einfach keine Effekte hat. Weder gute PR (weil es niemanden interessiert), noch Ergebnisse (Irgendwelche Verbesserungen in Richtung Green) werden erzielt. Selbst Menschen aus Hemer und Iserlohn haben mich gefragt was das Campus Symposium eigentlich ist.

Und mal abgesehen davon, dass man den Rednern eine Bühne dafür gibt zu zeigen wie toll ihr Unternehmen doch wirklich ist und wieviel es ja für die Umwelt tut, ist das Campus Symposium alles andere als förderlich für die Umwelt. 44 große Kutschen liefern die Zahlungswillige Elite von einem Parkplatz zum anderen. Ob das Greenbusiness ist? Ich bezweifele es.

Ich finde diese Veranstaltung sowas von lächerlich. Selbst die Dozenten wissen, dass diese Veranstaltungen nichts bringt und verkünden das auch munter in den Vorlesungen.

Was könnte man tuen? Meiner Meinung nach sollte man die ganzen Promis einfach zuhause lassen und dafür gezielte Workshops anbieten zu bestimmten Themen. Davon haben nicht nur die Stunden einen Mehrwert sondern am Ende auch die Natur und die jeweiligen Unternehmen.

Alles in Allem: Eine absoult fragwürdige Veranstaltung, die von alle einfach zu sehr gehyped wird. DENN: ES INTERESSIERT EINFACH NIEMANDEN!

03.09.2010
14:04
Der ganz normale Ausnahmezustand
von Bogus_Trumper | #10

Ach! Nur 1.250€ ?? Na, das geht dann ja noch! Für meine Frau und mich also dann 2.500€. Ein Schnäppchen. Dann kann ich ja gleich auch noch meinen Nachbarn, der ist gerade auf Hartz-IV, aber sehr interessiert, fragen, ob er nicht auch dahin möchte. Insbesondere die Tesla-Fahrt wird ihn gallig machen.
Selbstverständlich möchte ich nicht die Arbeit der Organisatoren kritisieren. Die haben ihre Arbeit bestimmt wie immer sehr gut gemacht. Kritikwürdig ist nur der elitäre Gedanke hinter der Einstellung, dass diese Veranstaltung diesen Preis Wert ist.
Bildung und Information sollte doch wohl vielmehr ein öffentliches Gut sein, damit auch jeder teilnehmen kann, der möchte. Sonst erhalten diejenigen, die sowieso schon die besten und meisten Informationen haben, einen noch größeren Vorsprung vor denen, die das Geld nicht übrig haben. Wer Zugangsbarrieren aufbaut, darf sich nicht über Kritik wundern.

03.09.2010
11:18
Der ganz normale Ausnahmezustand
von mintz | #9

ich finds schön dass dem gemeinen volk hier berichtet wird was auf dem symposium so abgeht, bei den eintrittspreisen ist es ja leider nur der elite vorbehalten an dieser veranstaltung teilzunehmen. nur irgendwie bekommen sie dann schlussendlich doch nichts auf die reihe wenns darum geht 100% nachhaltig zu arbeiten, geld ist halt doch immernoch am wichtigsten, aller nachhaltigkeit zu trotz

03.09.2010
11:17
Der ganz normale Ausnahmezustand
von Destiny, 18 Jahre | #8

Die 4000 € für Ihre Frau und Sie geht nicht nur für die Reden drauf, des Weiteren für gratis Essen und Getränke während der kompletten Veranstaltung von McCafe, Havana Club, der Brauerei Iserlohn, RWE, Stolzenhoff, etc. Außerdem können Sie eine Testfahrt mit einem Tesla unternehmen. Diese Veranstaltung, die über ein Jahr geplant wurde, dem Orga-Team zahlreiche schlaflose Nächte bereitet und für alle Beteiligte sehr viel Stress bedeutet hat, ist meiner Meinung nach so viel Geld wert. Hier wird nicht zwischen Proletariat und Burgoisie unterschieden, hier wird der Aufwand und die Redner entschädigt.

03.09.2010
10:44
Der ganz normale Ausnahmezustand
von Meinhardt S. Rohr | #7

Fürs green business werden letztendlich die Ingenieure verantwortlich sein. Ihre Leistung gibt die Zukunft vor. Der Rest ist eigentlich nur Gerede von Leuten, die über erschreckend wenig know-how in diesem Bereich verfügen. Ihr Vorteil ist die Prominenz, wodurch sich entsprechende Gagen rechtfertigen. Wer das bezahlen will - bitte schön.

03.09.2010
10:20
Der ganz normale Ausnahmezustand
von Urs Meyer | #6

Wieso darf da Herr Pradel nicht reden? Das ist doch mal wieder typisch, dass der außer Acht gelassen wird.

03.09.2010
09:03
Der ganz normale Ausnahmezustand
von gebiserlohner | #5

@#3 Bogus_Trumper:

Ein Ticket für beide Tage hätte 1250€, für einen der beiden Tage jeweils 750€ gekostet. Die Preise verstehen sich zzgl. 19% Mehrwertsteuer.
Also nicht ganz 4000€ für Sie und ihre Frau.
Ich denke, die Veranstaltung richtet sich eher an Unternehmer bzw Leute, die das ganze über eine Firma steuerlich absetzen können. Die Rede vom Herrn Gore wird sicherlich interessant sein, aber was vollkommen neues wird er glaube ich auch nicht bringen. Da hätte mich Kofi Annan, Lech Walesa oder Clinton wesentlich mehr interessiert.

03.09.2010
08:18
Der ganz normale Ausnahmezustand
von parser | #4

#3
Wie, sie wurden nicht eingeladen?

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