Den Weg vom Draht zum Nadelöhr balancieren

Riesige Robinien-Stämme sind die Nähnadeln nachempfunden, die damals in Iserlohn hergestellt und in alle Welt verkauft wurden.
Riesige Robinien-Stämme sind die Nähnadeln nachempfunden, die damals in Iserlohn hergestellt und in alle Welt verkauft wurden.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Ein großer Spielplatz, auf dem die Kinder den Weg von der Drahtrolle bis zur fertigen Nadel „erklettern“ können, entsteht derzeit in Barendorf.

Iserlohn..  So einen Spielplatz hat die Welt noch nicht gesehen. Denn es ist ein echtes Unikat, was im Moment im Eingangsbereich der Historischen Fabrikanlage in Barendorf aus dem Boden wächst. Ein Spielplatz, auf dem die Kinder den Weg von der Drahtrolle bis zur fertigen Nadel „erklettern“ können. Am Mittwoch stellten Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens und Museumsleiter Gerd Schäfer das Vorzeigeprojekt vor.

Der vom Planungsbüro BSL Duisburg/Soest entworfene Spielplatz wurde aus insgesamt vier Entwürfen ausgewählt. Er greift die musealen Gegebenheiten in Barendorf optimal auf und überzeugt durch die kindgerechte Darstellung der historische Technik der Nadelherstellung in Iserlohn.

Der Produktion vom Drahtbis zum Öhr nachempfunden

Auf dem als „Nadelparcours“ konzipierten Spielplatz mit einer Fläche von rund 500 Quadratmetern können die Kinder auf spielerische Art den aufwändigen Entstehungsprozess einer Nadel nacherleben. Von einer großen Spule mit aufgerollten Seilen, die das Ursprungsmaterial Draht darstellen, können die Kinder über Seile zu den verschiedenen Spielgeräten balancieren. Je weiter sie den etwa 40 Meter langen Parcours durchlaufen, umso dünner werden die Seile und schwieriger das Balancieren auf ihnen. Die letzte Station symbolisiert dann die Entstehung des Nadelöhr. Über ein Klettergerüst in Form eines Nadelhaufens gelangen die Kinder dann zu einer Rutsche und flutschen durch das Nadelöhr. Am Ende der Spielstrecke erwartet die Kleinen dann das sprichwörtliche Kamel, das durchs Nadelöhr soll.

Die Nadeln und Gerüste sind übrigens aus Robinienholz gefertigt, wie Torsten Tölle vom Planungsbüro BSL erklärte, ein besonders hartes Holz. Dass die Nadeln sämtlich schief „gewachsen“ sind, liegt in der Natur dieser heimischen Baumart.

Der industriekulturelle Spielplatz soll neue Zielgruppen erreichen und einen weiteren Impuls für die Attraktivität und die (spiel-)pädagogische Arbeit in Barendorf bieten. Kinder und Jugendliche können hier im Rahmen von Museumsbesuchen oder der begleitenden museumspädagogischen Arbeit spielerisch an das Thema Technik herangeführt werden.

Die Kosten für die Spielgeräte sowie den Garten- und Landschaftsbau liegen bei rund 84 000 Euro, hinzu kommen Planungskosten von 21 500 Euro. Die Maßnahme im Rahmen des Projekts „WasserEisenLand – Technik- und Energiespielplätze für Südwestfalen“ der Regionale 2013 wird zu 80 Prozent aus Mitteln des Bundes und Landes aus dem Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“ gefördert. Wenn alles glatt läuft, soll der Spielplatz schon Ende des Monats fertig sein.