Das touristische Potenzial Iserlohns heben

Klaus Peter Fiebig und Marc Schlüter
Klaus Peter Fiebig und Marc Schlüter
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
Das Hotel VierJahreszeiten soll für die Zielgruppe der Kurzurlauber eine attraktive Adresse werden

Iserlohn..  Die zu Wochenbeginn veröffentlichte Studie, laut der das Sauerland mit 36,3 Millionen Tagesgästen das in touristischer Hinsicht zweitstärkste Mittelgebirge in Deutschland darstellt, ist Wasser auf die Mühlen von Marc Schlüter und Klaus Peter Fiebig. Denn 16 Jahre nach der Eröffnung des Hotels VierJahreszeiten am Seilersee setzen Eigentümer und Geschäftsführer des Vier-Sterne-Hauses im Naherholungsgebiet, das bereits heute einer der größten Arbeitgeber der Region im Gastronomie- und Tourismussektor ist, auf Expansion. Und das nicht nur, um den immer zahlreicher werdenden Seminar- und Tagungsgästen eine komfortable und zeitgemäße Unterkunft bieten zu können, sondern insbesondere, um den Trend zum Kurzurlaub aufzugreifen. „Wir glauben, dass da eine Menge Potenzial gerade für den Standort Iserlohn drinsteckt“, betont Fiebig im Gespräch mit unserer Zeitung.

Expansionspläne:Anbau mit 50 neuen Zimmern

Und die Dimension der Pläne, die die Familie Schlüter als Eigentümerin des Hauses verfolgt, lassen an der Ernsthaftigkeit der Bemühungen, das VierJahreszeiten für die Zielgruppe der Kurzurlauber attraktiver zu machen, kaum mehr Zweifel. Zu den bisherigen 70 Zimmern sollen unter dem Dach eines Anbaus 50 weitere Gäste-Unterkünfte hinzukommen, wodurch sich die Bettenzahl des Hauses von 115 auf dann 220 nahezu verdoppeln würde (wir berichteten). Und anders als es bei den Zimmern im bestehenden Hotelgebäude im Rahmen des Umbaus Ende der 90er Jahre möglich war, sollen die neuen Räume dann auch deutlich mehr auf die Wünsche und Bedürfnisse von Touristen ausgerichtet werden. Klaus-Peter Fiebig: „Urlaubsgäste stellen heute hohe Ansprüche an die Größe und den Komfort eines Hotelzimmers, die wir auf jeden Fall erfüllen wollen und werden.“

Dass die Waldstadt über bislang nicht annähernd gehobenes touristisches Potenzial verfügt, davon zeigen sich Marc Schlüter und Klaus Peter Fiebig fest überzeugt. „Egal, ob die Gäste einen Stadturlaub planen oder in die Natur wollen – Iserlohn verbindet beides miteinander durch seine Nähe zum Ruhrgebiet einerseits, zum Sauerland andererseits. An sich ist das hier ein idealer Standort“, verdeutlicht Geschäftsführer Fiebig. Dies gelte umso mehr, zumal auch das Angebot vor der eigenen Haustür am Seilersee durchaus über touristische Qualitäten verfüge. Die allerdings spielten in der öffentlichen Wahrnehmung nach wie vor eine eher untergeordnete Rolle. Marc Schlüter: „Bei der Tourismusförderung durch die Stadt und den Kreis gibt es noch sehr viel Luft nach oben. Und davon würden letztlich ja nicht nur Hotelbetriebe profitieren, sondern auch die Gastronomie und der Handel.“

Zurück zu dem Ausbauvorhaben am Seilersee: Geplant ist aktuell ein fünfgeschossiger Trakt, der im Hangbereich unterhalb des Hotels gebaut werden soll. Die Topographie dürfte sich dabei als durchaus vorteilhaft erweisen, da sie dem neuen Baukörper seine Dominanz nehme, meint Marc Schlüter. Während der Caller Bach von den Planungen nicht betroffen sei, müsse für den Anbau der Verlust eines Teils der Bäume am Hotel in Kauf genommen werden, wobei es sich nach Einschätzung von Geschäftsführer Fiebig aber nicht um schützenswerte Bestände handele.

Einstimmiges Votumaus dem Planungsausschuss

Reichlich Vorschusslorbeeren für ihr Vorhaben erhalten die Hotel-Verantwortlichen aus der Politik: Mit einem einstimmigen Beschluss ebnete der Planungsausschuss am Donnerstag den Weg zur Aufstellung des Bebauungsplans „Seilersee/Hotel VierJahreszeiten“. „Marc Schlüter: „Wir hätten einfach einen Bauantrag stellen können, haben uns aber für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan entschlossen. Das dauert zwar länger und kostet uns mehr Geld, bringt am Ende aber ein deutliches Mehr an Planungssicherheit.“ Läuft das nun eingeleitete Verfahren problemlos ab, rechnet Schlüter mit einem Baubeginn Anfang kommenden Jahres. Anfang 2017, so die Zielsetzung, könnte der neue Trakt dann in Betrieb genommen werden.