„Das Talent liegt in unserer Familie“

In der Jugendkunstschule absolviert  Alexandra Grygoryan
In der Jugendkunstschule absolviert Alexandra Grygoryan
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Die „Jugendkunstschul-Väter“ sind stolz auf den Nachwuchspreis für Alexandra Grygoryan. Nach dem Preis der Märkischen Kulturkonferenz für die 15-jährige Schülerin peilt diese als Berufsziel freie Künstlerin oder Kunstlehrerin an.

Iserlohn..  „Malen und Zeichnen ist ein großes Hobby von mir“, gesteht die 15-jährige Alexandra Grygoryan. „Ich habe schon früh viel gemalt, und nicht nur Strichmännchen“, weiß die Realschülerin aus Grüne. „Mit neun Jahren habe ich schon Personen aus Filmen gezeichnet. Und jetzt zeichne ich nach Vorlagen aus dem Internet, Fotos oder Anzeigen.“

Die künstlerische Ader liege in ihrer Familie: Ein Cousin ihrer Mutter habe eine Kunstakademie und sei ein berühmter Künstler, der sogar Wladimir Putin gemalt habe. Im Maleratelier ihres Lehrers Gustav Müller in der Jugendkunstschule am Karnacksweg breitet sie Zeichnungen aus, die bis vor kurzem im Kreishaus Lüdenscheid ausgestellt waren. Warum? Sie hatte beim Jugendwettbewerb der Märkischen Kulturkonferenz den ersten Preis gewonnen (wie berichtet). Mit dem Preis war eine Ausstellung im Kreishaus Lüdenscheid verbunden. Das Preisgeld in Höhe von 400 Euro legte sie auf die hohe Kante.

Die Realschülerin absolviert gerade ein Praktikum bei der Jugendkunstschule, wo sie in die verschiedenen Ateliers hineinschnuppert. „Hier herrscht eine tolle Atmosphäre“, erzählt sie von vielen künstlerischen Impulsen. Bei Gustav Müller lernte sie genaues Beobachten als Voraussetzung für das Zeichnen von Porträts, Stillleben und Landschaften. Dieses Genre liegt ihr bisher am meisten. Ihre beliebtesten Motive sind Konterfeis von Models oder Schauspielern, die sie mit Holzkohle oder Pastellkreide aufs Papier bannte.

„Ich bin ganz sicher, ich will später was mit Kunst machen“, blickt das jetzt ausgezeichnete Zeichentalent bereits in die berufliche Zukunft. Nach dem Realschulabschluss peilt sie das Abitur am Stenner-Gymnasium an. Und dann wolle sie entweder eine Kunstakademie besuchen, oder Kunst und Englisch auf Lehramt studieren. Vorher will sie sich auf jeden Fall in einem Mappenkurs bei Kurt Ebbinghaus fit machen. Wie sein Kollege Gustav Müller erzählt, sind 90 Prozent seiner bisherigen Teilnehmer dann auch angenommen worden. Das sei ein toller Erfolg – gerade weil auf wenige Studienplätze Hunderte von Bewerbungen eingehen. In die Werkstatt Druckgrafik unter Leitung von Kurt („Wir duzen uns alle“) hat Alexandra Grygoryan jetzt im Rahmen ihres Praktikums reingeschnuppert. Ich hätte nicht gedacht, dass mir so was Spaß macht. Ich habe schon eine Menge gelernt.“

Jugendkunstschule zeigt 2015 drei Ausstellungen

Dr. Reinhard Feit, Vorsitzender der Jugendkunstschule und Kunstlehrer Gustav Müller sind stolz auf ihren Erfolg. Gustav Müller sieht Alexandra Grygoryan in der Folge anderer Talente. „Es ist nicht das erste Mal, dass unsere Schüler ausgezeichnet wurden.“ Er verweist auf Preise beim Wettbewerb gegen den alltäglichen Rassismus in Hagen: Die Werke der preisgekrönten Talente hängen an der Wand seines Malerateliers.

„Alexandra Grygoryans Arbeiten werden auch bei den Ausstellungen vertreten sein, die wir in diesem Jahr in der Stadtbücherei, der Sparkasse und dem Seniorenzentrum Waldstadt zeigen“, kündigt Dr. Veit an. Er verweist auch schon auf den Tag der offenen Tür.