Damit die Altstadt nicht überschwemmt wird

Ein imposantes Bild: Am Stadtmuseum lagern die Stahlbeton-Rohre mit einer lichten Höhe von 1,60 Metern, die als Verbindung zwischen dem neuen Regenüberlauf und dem unterirdischen Baarbach verlegt werden.
Ein imposantes Bild: Am Stadtmuseum lagern die Stahlbeton-Rohre mit einer lichten Höhe von 1,60 Metern, die als Verbindung zwischen dem neuen Regenüberlauf und dem unterirdischen Baarbach verlegt werden.
Foto: IKZ
An der Schlacht entsteht derzeit ein unterirdischer Regenüberlauf mit Verbindung zum Baarbach.

Iserlohn..  Die mächtigen Stahlbeton-Rohre, die derzeit am Iserlohner Stadtmuseum lagern, lassen große Baumaßnahmen erahnen. Tatsächlich ist das neue unterirdische Bauwerk, das demnächst an der Schlacht entsteht, und das die Altstadt bei starken Regenfällen vor einer Überschwemmung schützen soll, das größte seiner Art in Iserlohn, sagt Stefan Dörpinghaus, der die Baumaßnahmen rund um die beiden zu errichtenden Kreisverkehre in der südlichen Innenstadt seitens der Stadt begleitet. Bei einer Baustellen-Begehung hat er gestern zusammen mit dem ausführenden Bauleiter Christian Krömpel von der Baufirma Sauer&Sommer erklärt, was vor den eigentlichen Straßenbaumaßnahmen unter der Erde alles geschieht.

Derzeit befinden sich an der Wiemer und im Kreuzungsbereich Kurt-Schumacher-Ring/Hohler Weg/Schlacht zwei Regenüberläufe. Wenn bei starken Regenfällen zu viel Wasser in die Kanalisation fließt, leiten diese Überläufe die Wassermassen in den Baarbach um, der unterirdisch durch die Altstadt fließt. Diese Anlagen werden nun still gelegt und durch eine deutlich größere Anlage ersetzt. 8,60 Meter lang, 4,65 Meter breit und 3,85 Meter hoch wird dieses Bauwerk. „Da könnte man theoretisch drin wohnen“, kommentiert Christian Krömpel die enormen Ausmaße.

Eingriff in das Kanalnetzbei laufendem Betrieb

Die besondere Herausforderung, so Stefan Dörpinghaus, bestehe aber weniger in der Größe als in dem umfangreichen Eingriff in das Kanalnetz. Denn für den neuen Regenüberlauf muss ein neuer Anschluss mit den mächtigen Stahlbetonrohren zum Baarbach gelegt werden, wozu die Rohre, die ein lichtes Maß von 1,60 Metern im Durchmesser haben, in einem Bogen von dem neuen Standort hinter dem Museum dem Straßenverlauf folgend bis kurz vor die Bauernkirche verlegt werden. „Wir machen das mit zwei Baggern“, erklärt Christian Krömpel das Verfahren, das bereits bei den Kanalarbeiten auf dem Fritz-Kühn-Platz angewendet wurde. Dabei hebt ein Bagger vorne die Baugrube aus, das Rohr wird verlegt und hinten schüttet ein zweiter Bagger die Grube wieder zu. Wie ein Maulwurf frisst sich die Baustelle durch das Erdreich. Das Ganze geschieht natürlich im laufenden Betrieb der beiden noch bestehenden Regenüberläufe. Wobei die Verbindung des Regenüberlaufs vom Kurt-Schumacher-Ring bereits gekappt wurde, weswegen für die Zeit der Bauarbeiten extra ein „Bypass“ in der jetzigen Baugrube kurz vor der Bauernkirche gelegt werden musste. Der komplexe Eingriff in das Netz, so Stefan Dörpinghaus, erfordere schon genaue Planungen und sei verhältnismäßig aufwendig.

Für Christian Krömpel gehören solche Arbeiten hingegen zum relativ normalen Geschäft. Weder von den Ausmaßen als auch von der Tiefe im Erdreich her seien die derzeitigen Kanalarbeiten eine besondere Herausforderung. Die Gesamtmaßnahme mit den beiden Kreisverkehren und dem Straßenausbau den ganzen Hohler Weg und die Wiemer hoch sei hingegen auch für ihn eine besonders interessante Aufgabe. „Eine Baustelle, die zwei Jahre andauert, ist natürlich eine große Sache für uns.“

Ab Mitte Juni wird die Straße Altstadt schön gemacht

Und damit geht es nun auch in naher Zukunft endlich los. Anfang bis Mitte Juni, so die derzeitige Planung, soll die Verlegung der Rohre abgeschlossen sein und der neue Regenüberlauf hinten an der Rückseite des Stadtmuseums errichtet werden. Zeitgleich sollen dann auch die Straßenarbeiten beginnen – und zwar an der Straße Altstadt. In Fahrtrichtung zum Bahnhof wird die rechte Fahrbahn der erste Bauabschnitt sein, der nach den Monaten der Vorbereitung ausgebaut und sozusagen wieder „schön gemacht wird“ – mit den geplanten Verkehrsinseln.