Chance 20plus: 45 Firmen nehmen teil
06.02.2012 | 16:39 Uhr 2012-02-06T16:39:00+0100
Iserlohn.Arbeit ist für viele Menschen mit Behinderung die einzige Möglichkeit, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein zu entwickeln. Für Menschen mit Handicap ist Arbeit ein wichtiger Schlüssel zu einer besseren Entwicklung und letztlich auch zu mehr Lebensqualität.
Um möglichst vielen Menschen diesen Schlüssel in die Hand zu drücken, haben die Iserlohner Werkstätten der Diakonie Mark-Ruhr im Jahr 2009 das Projekt „Chance 20plus“ eröffnet und begonnen, Arbeitsplätze auszulagern und in heimischen Betrieben zu etablieren. Denn wo sonst könnten Menschen mit Behinderung ihre Leistungsfähigkeit besser unter Beweis stellen, als in einem ganz normalen Arbeitsumfeld anstelle der stärker behüteten Arbeitsumstände in den Werkstätten? Zumal die verstärkte Eingliederung von Menschen mit Behinderung auf den ersten Arbeitsmarkt nicht das erklärte Ziel der Werkstätten, sondern auch eines größeren Iserlohner Netzwerkes ist, das auf Anstoß des Behinderten-Beirates genau dafür bei den heimischen Unternehmen werben möchte (wir berichteten).
In diesem Rahmen hatte auch der Erfahrungsaustausch zum Projekt „Chance 20plus“ ein besonderes Gewicht, zu dem die Iserlohner Werkstätten in der vergangenen Woche in das Hotel VierJahreszeiten eingeladen hatten. „Wir haben diesen Ort ausgewählt, weil das VierJahreszeiten ein enger Partner von uns ist“, erklärte Werkstätten-Geschäftsführer Martin Ossenberg: Nachdem die Werkstätten Gärtnerei- und Wäscherei-Aufträge für das VierJahreszeiten übernommen hatte, werden inzwischen zwei reguläre Arbeitsplätze in der Küche und der hoteleigenen Wäscherei von Menschen mit Behinderung bekleidet. Rund 70 Arbeitsplätze haben die Werkstätten in den vergangenen drei Jahren bereits ausgelagert, 45 Unternehmen beteiligen sich als Kooperationspartner an dem Projekt.
Doch nicht nur diese Zahlen lassen die „Chance 20plus“ als Erfolgsgeschichte erscheinen. Auch die Redebeiträge einiger teilnehmender Firmen – darunter WILA-Leuchten oder das Seniorenzentrum Waldstadt Iserlohn – die die vielen Gäste an ihren Erfahrungen teilhaben ließen, als auch die enorm hohe Zahl an interessierten Unternehmen, die den Tag als Informationsveranstaltung nutzten, unterstrichen den positiven Verlauf. Passend dazu umriss Dr. Monika Peters vom LWL-Integrationsamt die Fördermöglichkeiten des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe. Und auch Franz-Josef Schmitt, Teamleiter der Agentur für Arbeit, lobte das besondere Engagement und die großen Erfolge der Werkstätten sowie der teilnehmenden Firmen auf dem Gebiet der Integration behinderter Menschen.
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