Bunte Tage an Oberster Stadtkirche

Viel größer hätte das Gebäck zum  20. Geburtstag der Versöhnungskirchengemeinde nicht mehr sein dürfen. Andernfalls hätte es den Artistinnen der Zirkusschule Petit wohl die Show gestohlen.
Viel größer hätte das Gebäck zum 20. Geburtstag der Versöhnungskirchengemeinde nicht mehr sein dürfen. Andernfalls hätte es den Artistinnen der Zirkusschule Petit wohl die Show gestohlen.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Beim Gemeindefest der evangelischen Versöhnungskirchengemeinde wurde erst herzlich gelacht, dann gefeiert und zum Abschluss gebetet

Iserlohn..  Normalerweise ist die Kirche ja ein Ort der Ruhe und Besinnung, doch am Freitagabend war es alles andere als ruhig und besinnlich in der Obersten Stadtkirche. Es wurde herzhaft gelacht und des Öfteren lautstark applaudiert. Der Grund dafür: Okko Herlyn, der zum Auftakt des Gemeindefestes der evangelischen Versöhnungs-Gemeinde mit seinem Programm „Hier stehe ich, ich kann auch anders“ die rund 100 Gäste mit Kabarett aus Kirche und anderen Realsatiren in beste Laune versetzte.

Lustige Anekdoten und Lieder über die Kirche

Wer auch sonst als ein ehemaliger Pfarrer und Theologie-Professor könnte es sich herausnehmen, aus dem Nähkästchen zu plaudern und das zu offenbaren, was viele vielleicht denken, sich aber niemand traut es auszusprechen. So zog der gebürtige Göttinger zum einen über Mikrofone und Laptops im Gottesdienst her, die mehrheitlich für Störungen sorgen, als einen reibungslosen Ablauf garantieren. Zum anderen über Beweggründe, warum man in einem Kirchenchor singt: denn dort wird wirklich alles gemacht – nur nicht gesungen. Am Freitag allerdings schon, denn der Kabarettist untermalte seine Beiträge gerne mal mit einem kleinen Ständchen und konnte sogar das Publikum animieren, das ein oder andere Mal lauthals mitzusingen.

Nach dem erfolgreichen Auftakt am Freitag, folgte am Samstag der gemütliche Teil des Gemeindefests. Bei letztlich doch gutem Wetter tummelten sich etliche Besucher an den vielen verschiedenen Ständen rund um die Oberste Stadtkirche. „Kirche im Osten“ informierte über ihr Projekt, „Lichtblick“ verkaufte wieder einmal ihre Holzarbeiten, das Flüchtlingsnetzwerk Iserlohn bot zusammen mit Flüchtlingen aus Eritrea landestypischen Kaffee an und für die Kinderbespaßung hatte das Familienzentrum Miteinander gesorgt. Neben einer Hüpfburg konnten sich die Kinder schminken lassen und mit der Picasso-Kiste ihre eigenen Kunstwerke kreieren. Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt.

Gottesdienst zum Abschluss des Gemeindefestes

Für die musikalischen Klänge sorgten an diesem Nachmittag ein Posaunenchor, der Popchor „Rise up“ sowie der Solokünstler Johannes Ebbertz. Zudem wurde die Oberste Stadtkirche kurzerhand zur Manege für die Artistinnen und Artisten der Zirkusschule Petit, die mit Hebefiguren und Sprungeinlagen das generell abwechslungsreiche Programm unterstrichen. „Alles ist bunt und rund hier. Ein sehr schöner Tag“, freute sich Pfarrer Andres Michael Kuhn auch über das gute Wetter.

Abgerundet wurde das Gemeindefest am Sonntag mit einem Gottesdienst unter dem Motto „20 Jahre Versöhnung“, in dem unter anderem noch einmal die Projekte „Checkpoint“, „Lichtblick“ und das Flüchtlingsnetzwerk Iserlohn vorgestellt wurden.