Bundesgerichtshof verwirft Revision im Juist-Fall

Der Bundesgerichtshof hat am Mittwoch die Revisionen im Fall des Iserlohners Patrick S. verworfen.
Der Bundesgerichtshof hat am Mittwoch die Revisionen im Fall des Iserlohners Patrick S. verworfen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der Iserlohner Patrick S. ist wegen Totschlags verurteilt worden. Die Eltern des Opfers forderten ein Mord-Urteil. Der BGH wies dies zurück.

Karlsruhe/Iserlohn.. Das Urteil, das die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Aurich am 25. März 2014 gegen den 24-jährigen Iserlohner Patrick S. wegen Totschlags ausgesprochen hat, ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof hat am Mittwoch verkündet, dass die Revisionen der Eltern und Geschwister der auf Juist getöteten Alexandra Wehrmann aus Clausthal-Zellerfeld sowie des Angeklagten und seines Verteidigers Ingo Dykstra verworfen wurden. Der Verurteilte muss also seine Haftstrafe von sieben Jahren und neun Monaten verbüßen.

Die Familie hatte sich gegen das Landgerichts-Urteil gewehrt. Denn nach ihrer Ansicht wurde Alexandra Opfer eines Mordes.

Hoffnung auf einen neuen Prozess keimte bei ihnen auf, als der Bundesgerichtshof im März eine mündliche Verhandlung anberaumte, wo insbesondere die Prüfung der Mordmerkmale von den Anwälten der Angehörigen diskutiert werden konnte. Ihrer Meinung nach handelte der Angeklagte unter anderem mit besonderer Grausamkeit, denn die Studentin wurde erdrosselt und erstickte an einer großen Menge Sand. Mit der Verwerfung der Revisionen ist das Landgerichtsurteil nun unanfechtbar.

Barbara Wehrmann, Mutter der Getöteten, machte aus ihrer Enttäuschung über die BGH-Entscheidung keinen Hehl. „Wir haben gehofft, dass wir es hinkriegen, das wirklich Recht gesprochen wird“, sagte sie. Alexandras Familie gibt aber noch nicht auf. „Wir müssen das alles erst mal sacken lassen und innerhalb der Familie besprechen“, meinte Barbara Wehrmann. „Dann werden wir überlegen, wie es weitergeht. Ob es Sinn macht, eine Wiederaufnahme zu beantragen.“