Bürgerbegehren für Hallen-Erhalt

„Rettet die Parkhalle“ fordern Klaus Krewett (links), Dr. Martina Hahn-Hübner (mit Kristin-Marie), Christoph Panne und Rolf Ewert
„Rettet die Parkhalle“ fordern Klaus Krewett (links), Dr. Martina Hahn-Hübner (mit Kristin-Marie), Christoph Panne und Rolf Ewert
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Eine Initiative sammelte bereits 500 Unterschriften in einer Woche für den Erhalt der Parkhalle. Klaus Krewett: „Das ist keineswegs allein Sache des IBSV. Wir wollen für Iserlohn etwas erreichen.“

Iserlohn..  „Die Alexanderhöhe – gut gerüstet für das 21. Jahrhundert: Attraktiver Veranstaltungsort mit Zukunft“. So heißt es in einem Werbeprospekt aus den 90er-Jahren. „Ob Familienfeier oder Firmenjubiläum im Senator-Pütter-Saal, Mega-Party in der Parkhalle, Theaterstück im benachbarten Parktheater – die Location stimmt.“

Die Realität ist eine andere: Die besten Zeiten der Parkhalle, in der Johnny Cash und Udo Jürgens auftraten, sind lange vorbei. Der Zustand der Halle lässt deutlich zu wünschen übrig. Sie wirkt ungepflegt und hat allerhand Renovierungsbedarf. Dass sie aber baufällig oder marode sei, wie von der Stadt als Eigentümerin behauptet, stimme nicht, erklärt Veranstaltungsmacher Christoph Panne im Pressegespräch, bei dem es um den Erhalt der Parkhalle geht. „Ich kenne jeden Winkel der Halle aus 20 Jahren Veranstaltungen.“

Unsichere Zukunftschreckt Veranstalter ab

Die Baumängel seien bisher behoben worden. Aber trotzdem scheuen sich Veranstalter, die Halle aufgrund der unsicheren Zukunft , widersprüchlicher Informationen und der Auflagen für Events zu buchen, weiß Panne, der noch an rosige Zeiten erinnert, als Auftritte von Atze Schröder oder Rüdiger Hoffmann regelmäßig ausverkauft waren. „In den letzten Jahren wurde die Halle immer weniger gepflegt und die Veranstaltungen drastisch heruntergefahren“, weiß IBSV-Urgestein Klaus Krewett: „Böse Zungen behaupten, um einen Abriss zu erzwingen und den Südstraßenteil der Alexander­höhe für eine Vermarktung frei zu bekommen.“ Er vermutet ein politisches Interesse an der Vermarktung der Südstraße als „Sahneschnittchen“ für die Aufgabe der städtischen Hallenpläne auf der Höhe.

„Es ist schlimm, dass auch Abi-Feiern nach Schwerte, Hagen und Hemer abwandern“, moniert auch Mitstreiterin Dr.-Ing. Martina Hahn-Hübner, die sich für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung mit dem zentralen Veranstaltungsgelände Alexanderhöhe mit der Parkhalle einsetzt. Dazu gehöre, Lärm- und Verkehrsprobleme zu lösen.

Angesichts des jüngsten Ratsbeschlusses mit dem Verzicht auf eine europaweite Ausschreibung für die Errichtung einer Veranstaltungshalle sowie der Ablehnung des Neubaus einer Multifunktionshalle am Standort Alexanderhöhe hat sich jetzt eine Bürgerinitiative zur Rettung der Parkhalle formiert.

Dr.-Ing. Martina Hahn-Hübner, Diplom-Ingenieur Klaus Krewett und Christoph Panne wollen bis nach den Sommerferien 4700 Unterschriften für ein Bürgerbegehren für den Erhalt der Parkhalle zusammenbekommen. Ihre Frage auf den Unterschriftenlisten lautet: „Soll die Parkhalle als Festhallenstandort (in bisherigem Umfang) – zunächst einmal für 20 Jahre – für Iserlohn und die Iserlohner erhalten bleiben?“ Bereits nach einer Woche haben sich nach ihren Informationen bereits etwa 500 Unterzeichner auf den in Geschäften und Restaurants ausliegenden Listen mit ihrer Unterschrift für den Erhalt ausgesprochen. Bei den bevorstehenden Großveranstaltungen wie dem IBSV-Schützenfest, an Wochenenden in der Iserlohner Innenstadt, sowie in Geschäften wollen die Initiatoren und ihre Unterstützer weitere Solidaritäts-Unterschriften sammeln. Sie haben eine Facebook-Gruppe „Rettet den Veranstaltungsort Parkhalle“ gegründet. Dort seien auch Unterschriftenlisten anzufordern und gegebenenfalls neue Informationen abrufbar.

Stadt dieser Größenordnung soll eigene Stadthalle haben

„Es kann nicht sein, dass eine Stadt unserer Größenordnung keine eigene Halle hat und ein Privatmann bei der Realisierung einer privaten Halle unterstützt wird“, kommentiert Klaus Krewett die Ratsentscheidung, „den Vorhabenträger einer privaten Veranstaltungshalle am Reiterweg weiterhin intensiv zu begleiten, um die Realisierung einer privaten Veranstaltungshalle zu erarbeiten“. Das Eintreten für den Erhalt der Halle auf der Höhe sei keineswegs nur eine Sache des IBSV: „Wir wollen für Iserlohn etwas erreichen und dazu den IBSV ins Boot holen“, betont Klaus Krewett. Die Alexanderhöhe sei ein ideales Veranstaltungsgelände mit dem Park dabei. Und das solle so bleiben.