BiTS-Studenten kritisieren Politik des Laureate-Konzerns

Nicht nur der Himmel ist trübe über der privaten Unternehmer-Hochschule BiTS, auch bei vielen Studenten ist die Stimmung derzeit unter anderem wegen des Abschieds von Rektor Prof. Dr. Volker Busch getrübt.
Nicht nur der Himmel ist trübe über der privaten Unternehmer-Hochschule BiTS, auch bei vielen Studenten ist die Stimmung derzeit unter anderem wegen des Abschieds von Rektor Prof. Dr. Volker Busch getrübt.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Unmut über Rektoren-Aus, unzureichende Kommunikation und zunehmende Kommerzialisierung.

Iserlohn..  Nach der vor wenigen Tagen von der Heimatzeitung vermeldeten überraschenden Demission des langjährigen Rektors und Geschäftsführers der privaten Hochschule BiTS, Prof. Dr. Volker Busch, rumort es auf dem Campus unter den Studenten. Im Zentrum der Kritik steht der Hauptgesellschafter der Hochschule, der internationale Bildungskonzern Laureate, dem vor allem eine unzureichende Kommunikationspolitik sowie eine zunehmende Kommerzialisierung der BiTS vorgeworfen wird. Dies ergab eine – allerdings nur stichprobenartige – Befragung der Studenten auf dem Campus.

„Ich habe zunehmend den Eindruck, dass Laureate die Hochschule nur noch als Melkkuh sieht“, formuliert ein Journalismus-Student scharfe Kritik. „Es ist schade, wir waren mal eine eingeschworene Gemeinschaft.“ Und: „Alle hier haben Volker Busch sehr gemocht.“

Konflikt zwischen monetären Zielen und Bildung

„Die Studenten sind unzufrieden. Es gibt einen zunehmenden Interessenkonflikt zwischen monetären Zielen und Bildung“, erzählt ein junger Mann während einer Zigarettenpause. „Es gibt genug Leute hier, die leidenschaftlich lehren. Für Laureate sind aber offenbar finanzielle Interessen wichtiger.“

Woran das deutlich wird? Viele Dozenten seien zwischen den drei Standorten Berlin, Hamburg und Iserlohn unterwegs: „Die Erreichbarkeit ist schlechter geworden, der persönliche Kontakt nimmt ab“, befindet der BWL-Student.

Im Eingangsbereich der Hochschule sitzen derweil einige Studenten des Faches Sport- und Eventmanagement. Ein junger Mann beklagt die Tendenz in seinem Studiengang, dass gute Dozenten sich, sobald sie die Chance bekämen, in Richtung der für viele attraktiveren Standorte Berlin und Hamburg verabschieden würden. „Da macht man sich schon seine Gedanken“, sagt er.

Auch die Art, wie wichtige Entscheidungen gegenüber der Studentenschaft kommuniziert würden, stößt ihnen auf – besonders in Bezug auf Volker Busch: „Es war ja nicht der erste Personalwechsel. Wir haben es zuerst der Presse entnommen. Genaues erfahren wir aber nie, da ist dann immer nur formelhaft von ,gegenseitigem Einvernehmen’ als Trennungsgrund die Rede.“

Auch sie beklagen die zunehmend kommerzielle Ausrichtung der Hochschule, sprechen von „Amerikanisierung“. „Alles muss erst mit Laureate abgesprochen werden“, klagt eine Studentin. Als man kürzlich mal wegen eines gemeinnützigen Projekts angefragt habe, sei keine Genehmigung erteilt worden. „Die wollten das lieber kommerziell vermarkten.“

Die Sport- und Eventmanagement-Studenten wollen nun zunächst abwarten, wer auf Prof. Dr. Volker Busch folgt.

Solidaritätserklärung der Studenten mit Volker Busch

Doch es gibt auch andere Stimmen: Zwei Studentinnen der Wirtschaftspsychologie, die gerade die Treppe hinunter in den Eingangsbereich kommen, sehen die Situation gelassen: „Es ist zwar schade, dass Volker Busch die BiTS verlässt. Ich glaube aber nicht, dass die Qualität der Lehre leidet“, sagt eine von ihnen. „Man sollte jetzt in Ruhe abwarten, was passiert.“

Unterdessen verleihen viele BiTS-Studenten auch im sozialen Netzwerk Facebook ihrem Unmut Ausdruck. Unter der Markierung „#wirwollenvolker“ erklären sich zahlreiche Studierende mit dem ehemaligen Rektor solidarisch. Am Donnerstag gab es zudem eine Verabschiedung für Busch seitens der Studentenschaft, auch T-Shirts mit „#wirwollenvolker“ wurden gedruckt.

Wie berichtet, war Prof. Dr. Volker Busch seit 13 Jahren lehrend an der privaten Hochschule tätig und seit zehn Jahren ihr Geschäftsführer und Rektor. Selbst der Gründer der Hochschule, Prof. Dietrich Walther, zeigte sich verwundert über die Trennung von Busch. Zu einem mögliche Nachfolger hat sich der Laureate-Konzern noch nicht geäußert.