Big-Band-Geschichte mit Charme und Witz präsentiert

Das „Glenn Miller Orchestra“ begeisterte im  Parktheater.
Das „Glenn Miller Orchestra“ begeisterte im Parktheater.
Foto: Dana Schmies
Das „Glenn Miller Orchestra“ entführte am Samstag aus dem Parktheater in die goldene Ära der Swing-Musik.

Iserlohn..  Es ist so schwer, es zu lassen: das leichte Wippen mit dem Fuß zum Takt der Musik. Erst recht, wenn von der Bühne Swing-Rhythmen der 30er- und 40er-Jahre durch den Saal hallen, gespielt von einem Orchester, das seinem Namen am Ende alle Ehre macht. Am Samstagabend gastierte das „Glenn Miller Orchestra“ mit seinem neuen Programm „The History Of Big Bands“, also „Die Geschichte der Big Bands“, im Parktheater und brachte mehr als nur einen Fuß im Publikum kräftig zum Wippen.

Ein musikalischer Ausflugin die 40er Jahre

Zwei Stunden lang präsentierten die Musiker mal mehr, mal weniger bekannte Stücke, die meisten natürlich komponiert von Glenn Miller höchstpersönlich, und zwei Stunden lang fühlte man sich in die Zeit der 40er-Jahre zurückversetzt. Mit viel Charme und einer gut dosierten Portion Witz führte Orchester-Leiter Wil Salden durch den Abend. Seine sympathische Art (nicht zuletzt durch seinen leicht niederländischen Akzent) sorgte bereits nach wenigen Minuten für eine entspannte Atmosphäre, in der sich Swing einfach genießen lässt.

Von der „Moonlight Serenade“ bis hin zu „Pennsylvania 6-5000“ grasten die Musiker viele der Miller-Klassiker ab, frenetisch gefeiert im voll besetzten Parktheater. Der unverwechselbare Big-Band-Sound, der durch die Überzahl an Blechbläsern entsteht, ließ keinen Zweifel an der Professionalität jedes einzelnen Musikers. Fast alle Bläser kamen bei Soli auf ihre Kosten, für den tadellosen Gesang sorgte am Samstag Ellen Bliek. Wie der Name des Programms bereits verrät, stellte das Orchester im Laufe des Abends viele Hits von weiteren Jazz- und Swing-Musikern, wie Tommy Dorsey, Jerry Gray und George Gershwin vor.

Früher war es außerdem keine Seltenheit, wie Salden dem Publikum in einer kleinen Anekdote erklärte, dass klassische Stücke in Swing neu arrangiert wurden. Auch davon hatte das „Glenn Miller Orchestra“ etwas im Repertoire und ließ die Zuhörer zum Takt der Musik nicht mehr nur die Füße, sondern auch die Hände bewegen – mehr oder weniger mit Erfolg, denn der Swing-Rhythmus ist nicht immer so leicht zu klatschen, wie sich herausstellte. Das Mitschnipsen hingegen ist einfach und jederzeit erlaubt, ebenso wie das Wippen mit dem Fuß, was die meisten auch am Samstag wohl nur schwer verhindern konnten.