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Betreute Behinderten-Wohngruppen werden Mieter im "Bügeleisen"

26.04.2010 | 16:35 Uhr
Betreute Behinderten-Wohngruppen werden Mieter im "Bügeleisen"

Iserlohn. „Ende des Jahres wollen wir Weihnachten im Haus feiern”, erklärt Architekt Manfred Kissing zu dem neuen Projekt, das er unserer Zeitung gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Netzwerk Diakonie, Stefan Haacke, im so genannten „Bügeleisen” vorstellte.

„Durch dieses Projekt wird ein Haus an zentralem Standort wieder in altem Glanz erstrahlen und gleichzeitig einer sinnvollen Nutzung zugeführt”, betonte Haacke: Das denkmalgeschützte Gebäude an der Ecke Rahmenstraße und Hans-Böckler-Straße soll demnächst Behinderten-Wohngruppen beherbergen.

„Das ist die Zukunft”, erklärte Haacke und erläuterte den Hintergrund: „Die Netzwerk Diakonie, ein Tochterunternehmen des Diakonie Mark Ruhr, bietet 176 Bewohnern mit einer Behinderung Wohn- und Betreuungsangebote in Wohnheimen und angeschlossenen Wohnungen und Außenwohngruppen. Der stationären Betreuung stehen etwa 200 Klienten gegenüber, die bereits ambulant in der eigenen Wohnung betreut werden.” Wie Haacke weiter erklärte, entspreche diese Betreuungsform immer mehr dem Wunsch der jüngeren Leute mit Behinderung: „Sie wollen nicht in die großen Wohnheime, sondern wie alle anderen Bürger auch, in Wohnungen oder Häusern in der Stadt leben.” Nicht für alle Interessenten reiche die im ambulant betreuten Wohnen mögliche Betreuungsintensität aus. Außerdem befürchten manche Klienten, ganz allein überfordert zu sein.

Um auch für diesen Personenkreis das ambulante betreute Wohnen zu ermöglichen und die notwendige Betreuung vorhalten zu können, sei das Modell der Wohn- und Hausgemeinschaft entwickelt worden. In dem an der Rahmenstraße von der Diakonie angemieteten und von dem Architekten Manfred Kissing behindertengerecht umgebauten Haus sollen demnächst drei solcher betreuten Wohngemeinschaften für insgesamt zwölf Mieter entstehen. Jeder mietet sein eigenes Zimmer mit Bad sowie die Mitbenutzungsmöglichkeit von Wohnzimmer und Küche bei der Diakonie, die Hauptmieter wird.

Der Haupteingang des Eckhauses Hans-Böckler-Straße/Rahmenstraße, im Volksmund "Bügeleisen" genannt, wird an die Rahmenstraße verlegt. Dort wird zurzeit die Verkehrsführung erneuert wird. IKZ-Fotos: Cornelia Merkel

Der Eingang an der Rahmenstraße erhält im Zuge der neuen Verkehrsführung einen Fußgängerüberweg direkt vor der Haustür. Vom behindertengerechten Eingang führt eine Rampe ins Gebäude, das ein lichtdurchflutetes Treppenhaus mit gläsernem Aufzug erhält. Im Erdgeschoss entstehen Büroräume für das Betreuungspersonal. Die Diakonie ermögliche ein im hohen Maße selbst bestimmtes Leben, stelle aber auch die erforderliche fachliche Betreuung sicher.

Eine-Million-Investition

Bereichsleiterin Gertrud Kelch betreut das Projekt. Gemeinsam mit dem Netzwerk Diakonie-Geschäftsführer Stefan Haacke freut sich die Heilpädagogin darüber, mit Manfred Kissing einen Architekten gefunden zu haben, der Interesse an der Schaffung von guten Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen hat und die notwendigen barrierefreien Voraussetzungen schafft. Er investiert knapp eine Million Euro in das Objekt aus der Gründerzeit um die Jahrhundertwende.

„Wir versprechen uns eine Initialzündung für die folgende Bebauung an der Rahmenstraße und an der Hans-Böckler-Straße”, sagt Kissing, der bereits mehrere stadtbildprägende Gebäude in der Innenstadt mit Liebe zum Detail aufwertete. Die Hans-Böckler-Straße 77 markiere ein Eingangstor zur Stadt. Die klassizistische Fassade soll erhalten bleiben.

Sie erhält zur Südseite - also zur Rahmenstraße hin - noch Glasbalkone. Die Dämmarbeiten an dem zur Hans-Böckler-Straße eingerüsteten Haus haben unterdessen begonnen. In der kommenden Woche beginnen die Dacharbeiten. Das Haus erhält danach in etwa zehn Wochen Niedrigenergiefenster, sowie eine Belüftungsanlage, Sonnenkollektoren auf dem Dach zur Heizungsunterstützung sowie eine moderne Heizungsanlage. Unterm Dach gibt es dann noch Flächenfenster für eine Loftwohnung.

Eine optimale Lage

„Die Lage ist optimal”, freut sich Haacke auch über kurze Wege zum Bahnhof, zu Ärzten und Apotheken. „Auch die Verkehrssituation kommt uns entgegen”, meint er mit Blick auf die großzügigen Parkplätze an der Bahnseite und den Umbau der Verkehrsführung an der Rahmenstraße, wo auch ein neuer Fahrradweg entsteht. Interessenten am ambulanten Wohnen können sich bei der Netzwerk Diakonie an der Bodelschwingstraße 1 melden, Telefon 02371/81 80 10.

Cornelia Merkel

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