„Bethanien“ bekommt neuen Eigentümer

Der Anblick wird den Iserlohnern erhalten bleiben, die Entwicklung der Strukturen rund um das Bethanien-Krankenhaus dürfte die Zeit bringen.
Der Anblick wird den Iserlohnern erhalten bleiben, die Entwicklung der Strukturen rund um das Bethanien-Krankenhaus dürfte die Zeit bringen.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Diakonie einigt sich mit Hagener Krankenhaus-Gesellschaft auf Übernahme und Existenz-Erhalt

Iserlohn/Hagen..  Auch wenn die eigentliche Vertragsunterzeichnung erst für Donnerstag, 12. März, 11 Uhr, angesetzt ist und auch die jeweiligen Belegschaften erst am heutigen Mittwoch informiert werden können, ließ sich die Grundinformation gestern offenbar bereits nicht mehr zurückhalten: Die Stiftung Krankenhaus-Gesellschaft Hagen, die in der Volmestadt derzeit das Allgemeine Krankenhaus Hagen (AKH) betreibt, übernimmt rückwirkend zum 1. Januar 2015 die Trägerschaft des evangelischen Krankenhauses Bethanien. Damit enden in dieser Woche auch die über zweijährigen Bemühungen der Diakonie Mark Ruhr als bisheriger Trägergesellschaft und die damit aus Mitarbeitersicht nicht wenigen Zitterpartien, das Traditionshaus an der Hugo-Fuchs-Allee entweder aus eigener Kraft wieder auf wirtschaftlich gesunde Beine zu stellen oder eben auch einen Partner und/oder Käufer zu finden.

In der für heute anberaumten Mitarbeiterversammlung in Iserlohn wird Diakonie-Geschäftsführer Volker Holländer den Anwesenden wohl mitteilen, dass sich für sie an ihrer grundlegenden Arbeitssituation nichts ändern dürfte. Im Gespräch mit der Heimatzeitung sagte er: „Das Bethanien als Unternehmen bleibt ja bestehen, es ändern sich die Trägergesellschaft und somit die Besitzverhältnisse an der Spitze.“ Daraus sei abzuleiten, dass die rund 380 Mitarbeiter auch nicht um ihre Arbeitsverträge und vor allem auch nicht um ihre erreichten Absicherungen und Versorgungsstandards und -zusagen fürchten müssten.

Auch einer Ausdünnung oder grundlegende Veränderung der derzeit in Iserlohn vorgehaltenen Fachrichtungen der Inneren Medizin und Kardiologie, Gynäkologie, Geriatrie, Kinderklinik samt der dazugehörigen jeweiligen fachspezifischen Zentren ist nach Aussage von Volker Holländer nicht zu erwarten. „Im Gegenteil. Durch die neuen und deutlich erweiterten Kooperationsmöglichkeiten der beiden Häuser ergeben sich doch auch für den Standort Iserlohn noch ganz neue Perspektiven.“

Allerdings sah sich Holländer gestern auf Nachfrage auch gezwungen, Formulierungen aus einer am Vormittag verschickten Presseeinladung etwas zu präzisieren. Dort war zu lesen, dass das AKH mit dem Bethanien einen „starken Partner“ gefunden habe. Auch von einem „gemeinsamen Schulterschluss“ war die Rede. „Wir müssen aber natürlich schon von einem tatsächlichen Besitzerwechsel sprechen“, bestätigte er dann, ergänzt allerdings auch um die wirtschaftliche Information, dass ein kleiner Teil (ca. 10 Prozent d. Red.) in der Tat bei der Diakonie verbleibe.

Reinhard Tennert, Geschäftsführer des AKH, hatte gestern zudem der WP in Hagen bestätigt, dass der neue Besitzer, der offensichtlich erst ziemlich spät ins langwierige Bieterverfahren eingestiegen ist, auch die beim Bethanien aufgelaufenen Verbindlichkeiten übernehmen und sich für alle notwendigen zukünftigen Modernisierungen verantwortlich zeichnen würde.

Zunächst einmal aufgegeben wurde wohl in den letzten Monaten auch der Plan, die Hemeraner Lungenklinik noch mit ins Verbund-Boot zu holen. Ob die Verhandlungen zu diesem Thema nur ruhen oder beendet sind, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen. Ebenso wurde über den tatsächlichen Kaufpreis offenbar Stillschweigen zwischen den Parteien vereinbart.