Besucher genossen wunderschöne Aussichten

Bismarckturmjubiläum
Bismarckturmjubiläum
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Trotz des nasskalten Aprilwetters statteten rund 600 Heimat- und Wanderfreunde dem Baudenkmal eine Geburtstagstagsvisite ab. Faszinierende Installationen setzten den Jubilar effektvoll ins Licht.

Iserlohn..  „War immer schön am Bismarckturm. Wetter? Was ist das?“ Dieser Eintrag der Familie Mildner im Gästebuch bringt es auf den Punkt, was etliche Besucher des Birmarckturm-Jubiläums empfunden haben. Trotz des nasskalten April-Wetters pilgerten rund 600 Heimat- und Wanderfreunde am Samstag durch den Seilerwald, um das 100-jährige Bestehen des denkmalgeschützten Bauwerkes mitzufeiern. Gisela und Gerd Mildner und ihr Sohn Lars genehmigten sich zur Feier des Turm-Geburtstages ein Bier und stießen auf der Aussichtsplattform auf den Jubilar an. „Er ist gut in Schuss“, sagen sie anerkennend. Sie sind früher aus Westig hierher gewandert und erinnern sich noch an Zeiten, an denen der Turm öfter für die Öffentlichkeit zugänglich war.

„Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich hier oben war“, gesteht Wolfgang Bittner. „Wir wohnen Im Lau. Der Turm war immer unser Einzugsgebiet bei unseren Wanderungen und Spaziergängen. Die Zugänge kennen wir von jeder Seite“, sagt der Iserlohner, der 1950 als elfjähriges Kind erstmals den Turm bestieg. Mit seiner Frau Nana gratulierte er dem Jubilar mit einem Eintrag ins Gästebuch. Die Eheleute genießen auf der windigen Aussichtsplatzform den Blick in die Umgebung und stellen fest, dass nach „Kyrill“ doch ganz andere Ausblicke möglich sind als früher. Wolfgang Bittner bedauert, dass die andere Seite durch eine Reihe Fichten verdeckt wird: „Die wenigsten Iserlohner können ihn sehen. Und was man nicht sehen kann, da geht man nicht hin. Beim Danzturm ist es das glatte Gegenteil. Der Bismarckturm fristet ein einsames Leben.“

„Jäger vom Seilerwald“ war der älteste Geburtstagsgast

„Von 100 Jahren habe ich 87 Jahre miterlebt“, verewigte sich Hans Broer als „Jäger vom Seilerwald“ im Gästebuch. Aus Kindheitstagen kennt auch die Iserlohnerin Sabine Plücker den Turm: „Wir waren mit unserem Kindergarten erstmals hier. Und dann bin ich mit meinen Kindern oft hier hochgelaufen. Das ist aber lange her.“ In seiner Kindheit gehörte der Bismarckturm zum Spielgelände für Claus Wolkewitz und seinen Kameraden der katholischen Jugend: „Vom Bismarckturm haben wir mit Eisenbahnlaternen Morsezeichen zum Danzturm gemacht.“ An ihr erstes Date vor 32 Jahren am Bismarckturm erinnerten sich Günter und Marianne Heilmann, wie sie dem Gästebuch am Geburtstag anvertrauten.

Für Maria Windhövel ist der Besuch eine Premiere. „Wunderschöne Aussichten“ beschreibt sie ihren Eindruck im Gästebuch.

Jörg Traut vom Aktionskreis Pater Beda hat mit seinen Helferinnen – Susanne Böhm, Kerstin Böckelmann und anderen – alle Hände voll zu tun, um die Gäste mit Kaltgetränken, Kaffee, Kuchen, Pizza, Frikadellen und Würstchen zu versorgen. Zwischendurch übernimmt er auch noch Fahrdienste und holt Nachschub. „Seit 2003 betreue ich mit dem Aktionskreis den Turm und sorge dafür, dass er von Mai bis September einmal im Monat geöffnet ist“, erzählt Traut. „Da kommen immer so zwischen 50 bis 80 Besucher in der Zeit zwischen 13 und 17 Uhr.“ Das Ganze sei eher sehr rustikal, anders als beim Danzturm, der auch ein anderes Publikum anziehe. Zusammen mit seinem Freundeskreis gelinge es immer wieder, den Leuten hier einfache Jausen mit Schnittchen und selbst gebackenen Kuchen anzubieten.

Zehn Kilometer Kabel für Lichtinstallationen verlegt

Unter den Gästen, die sich am Turm einfinden, ist auch der Iserlohner Mountainbiker Hilmar Wagner, den seine Frühjahrsauftakttour hierher führte: „Der Turm ist immer mein Ziel, das ich nehmen muss, um auf meinen Touren warm zu werden.“ Seit etwa 20 Jahren besucht er ihn auf seinen Ausfahrten, bei denen er zwischen 600 und 800 Höhenmeter bezwingt.

Für die abendlichen Lichtinstallationen verlegen Marcel Zink und seine Helfer zehn Kilometer Kabel, 100 Scheinwerfer im Gelände rund um den Turm und auf dem Bauwerk. Hinzu kommen Himmelstrahler, Nebelmaschine und Flammenwerfer in der Feuerschale mit verschiedenen Farben und Effekten.

In der Dunkelheit sind sie bereits von Weitem zu sehen. Sogar bis Holzwickede, wo sich Nachtschwärmer dadurch magisch angezogen fühlten, dass sie sich ins Auto setzten, und „quasi wie dem Stern nach Bethlehem folgten“, die auf gut Glück dem Lichtschein nach Iserlohn gefahren waren und dem Turm einen Besuch abstatteten. Ähnlich erging es auch Hemeranern, die das Spektakel am Nachthimmel gesehen hatten und mitfeierten. Auch aus Hagen vom Förderverein des Bismarksturms aus der Volmestadt kam eine Abordnung: „Es ist wichtig, dass die Zeugen vergangener Zeiten erhalten bleiben“, schrieben die Mitglieder ins Gästebuch. Das sieht auch Iserlohns Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens so, wie er in seiner Ansprache betonte.

Mit dem Besucher-Zuspruch ist Martin Bußkamp, Leiter des Stadtmarketings, zufrieden. Er will künftig noch mehr mit dem ehrenamtlichen Aktionskreis Pater Beda daran mitwirken, den Turm verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung.