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Martin Rütter

Besuch von einem guten alten Freund

22.11.2011 | 17:07 Uhr
Besuch von einem guten alten Freund
Martin Rütter im Parktheater

Iserlohn.Da wurde der Rütter aber in der Pfanne verrückt: Zum Abschluss seines Besuchs im Parktheater landete Redaktionsleiter und „Bühnenpartner“ Thomas Reunert noch einen echten Überraschungs-Hit: Mit einem selbst geschriebenen Song dankte er dem „Pfoten-König von RTL“ und „Hundesohn von Iserlohn“ für einen fantastischen Abend voller Witz und Wissen mit Deutschlands „Hundeversteher Nummer 1“.

Millionen Zuschauer kennen ihn aus gleich mehreren TV-Formaten, zigtausende von begeisterten Fans haben seine One-Man-Shows in großen Arenen erlebt, doch der (alljährliche) Auftritt im Iserlohner Parktheater ist etwas Besonderes. Eher der Besuch eines guten Freundes, den man lange nicht gesehen hat. Im Fall des Moderators Reunert und des Hunde-Fachmanns mag das ja stimmen, aber auch der Zuschauer, der von Martin stets freundlich geduzt wird, fühlt sich in diesem Moment als Teil dieses Freundeskreises, in dem sich (fast) alles nur um Hunde sowie deren angebliche „Macken“ und Eigenarten dreht, die Unsereins auf den ersten Blick nicht kapiert.

Und da hilft in Deutschland wohl keiner so unterhaltsam und kompetent wie der Hundetrainer, der vor ein paar Jahren noch „auf dem Dorf vor 50 Leuten“ Vorträge hielt, der - so gestand er gestern - mit „Schiss in der Buchse“ im Iserlohner Parktheater seine ersten Bühnenschritte vor „so vielen Menschen“ absolvierte und heute locker Tausenden in einer ausverkauften Sportarena die Lachtränen in die Augen treibt und ihnen gleichzeitig ungeheuer viel „Hundwerkszeug“ vermittelt.

Weder einen Doktortitel noch wissenschaftliche Erklärungen benötigt der 41-jährige Duisburger, um auf die zahlreichen Leser- und Publikums-Fragen zu antworten, die im Mittelpunkt des gut dreistündigen Abends unter dem Titel „Nach-Sitz!!-en“ stand. Der erfahrene Hunde-Experte übernimmt vielmehr die Körpersprache und Mimik der Tiere und übersetzt sie ins „Menschliche“. So fragt er seine Zuhörer, wie sie denn reagieren würden, feierte eine Horde Jugendlicher jeden Abend bei ihnen im Vorgarten Party, oder macht uns mit wenigen plausiblen Worten klar, dass für Hunde mit kupierten Schwänzen oder den Haaren im Gesicht eine problemlose Kommunikation untereinander nicht möglich ist. Sozialverhalten, egal ob zwischen Hund und Halter, Hunden untereinander oder zwischen Hundehaltern stand ganz im Zentrum der angesprochenen Themen - und da gab’s vom Hundetrainer auch klare Worte Richtung Mensch. Dass er eben nicht alles spaßig meint, was bei ihm so lustig rüber kommt, betonte Rütter mehr als einmal an diesem Abend. Und in das fröhliche Frage-und-Antwort-Spiel zwischen Moderator Thomas Reunert und dem „Herr der Fleischwurstringe“ mischten sich immer wieder ernste Gedanken zum Thema Tierschutz, Respekt und Toleranz. „Wenn ich eines Tages mal nicht mehr sein werde, und meine Enkel dann sagen könnten, dass Opa dafür gesorgt hat, dass keine Hunde mehr mit Stachelhalsbändern rumlaufen, dann hätte ich doch was erreicht“, so der Experte, dessen sympathischer Art sich niemand entziehen kann.

Und so ließ sich das begeisterte, sogar bis aus den Niederlanden angereiste Publikum von Thomas Reunert nicht zweimal bitten, beim Refrain des „Rütter-Songs“ lautstark mitzusingen. Und der „Geehrte“ selbst kam aus dem Lachen nicht mehr raus, filmte das Ganze mit seinem Smartphone und versprach: „Das könnt ihr in den nächsten Tagen bei Facebook sehen!“

Stefan Janke

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