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Jim Brandenburg

Bescheidener Top-Fotograf

29.01.2012 | 19:27 Uhr
Bescheidener Top-Fotograf
Jim Brandenburg hatte am Freitag jede Menge zu tun: Im Parktheater standen seine Fans Schlange, um sich Plakate oder Bücher signieren zu lassen. Foto: Josef Wronski

Iserlohn.  Wenn ein überaus erfolgreicher Fotograf seinem Publikum erzählt, dass er am liebsten mit einer Kamera arbeitet, die eher im gehobenen Hobby-Segment anzusiedeln ist, er kein teures Objektiv, sondern lieber ein handelsübliches Zoom mit einer Brennweite von Weitwinkel bis zum extremen Tele benutzt, dann muss dies nicht mit Überheblichkeit zu tun haben.

Das bewies am Freitagabend eindrucksvoll der amerikanische Tier- und Landschaftsfotograf Jim Brandenburg bei seinem großformatigen Diavortrag im mit rund 400 Besuchern gut besetzten Parktheater. Seine weltweit erste Re­trospektive lockte bis Sonntag mehrere Tausend Besucher in die Städtische Galerie, und auch am letzten Wochenende war der Andrang groß. Besonders am Sonntag, als Jim Brandenburg selber die Gäste begrüßte und für Fragen und zum Signieren seiner Publikationen anwesend war.

Eine optische Zeitreise durch über 50 Jahre fotografisches Arbeiten erlebten die Besucher im Parktheater. Sie begann mit dem ersten Bild des damals 14-jährigen Jugendlichen, einem Fuchs-Porträt, das er auf der elterlichen Farm mit einer Drei-Dollar-Plastikkamera schoss. Brandenburg zeigte aber auch seine letzten Arbeiten, die der langjährige Top-Fotograf von zum Beispiel National-Geographic als eigene Arbeiten, zum großen Teil in Frankreich, dann aber doch mit einer neuen High-Tech-Kamera als Panorama-Bilder fotografierte.

Eine unbedingte Leidenschaft, strenge Disziplin und ein Blick für das Besondere zeichne nicht nur heute einen guten Licht-Bildner aus. Gerade in Zeiten von Bilderfluten im weltweiten Netz, sei dies besonders wichtig. Dass diese Tugenden bei den fotografischen Brandenburg-Arbeiten zu ganz außergewöhnlichen Ergebnissen geführt haben, davon konnten sich Galerie-Besucher und die Zuschauer im Parktheater selber überzeugen. Amüsant und voller Bescheidenheit offenbarte der schwarz-gekleidete Mann auf der Bühne die Geschichte hinter dem Sichtbaren.

Dabei spielte im ersten Teil des Dia-Vortrages seine Heimat Minnesota eine dominierende Rolle. Danach ging es aber nahezu um den gesamten Globus. „Ich jage mit der Kamera“, verriet er dem Publikum, und dies traf nicht nur auf seine Wolfs- und anderen Tierbilder zu. Er habe sein Auge auch für die Einfachheit der Prairie trainiert, ein Sujet, das die meisten Fotografen als eher „langweilig und unspektakulär“ betrachteten. Brandenburgs Bilder sind geprägt von den Altmeistern der Fotografie wie Stieglitz, Streichen oder Cartier-Bresson, aber auch von der Malerei, etwa der Impressionisten wie Monet. Daher gibt es auch viel Grafisches, Emotionales bis hin zu Design-Elementen in seinen Bilderwelten.

Die Bilder-Reise führte die Besucher unter anderem nach China, in die schottischen Highlands, die Arktis, nach Japan, Russland, Frankreich, Namibia und zum Nordpol.

Am Ende dankte Jim Brandenburg seinem Publikum und den neu in Iserlohn gewonnenen Freunden. Er selbst erhielt lang anhaltenden Beifall eines sichtlich beeindruckten und begeisterten Publikums.

Ulrich Steden

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