Bekämpfung der Armut als Pflicht

Rundgang durch die Moschee an der Wiemer (v. l.): Iman Abdelghani Ouaquil, Mustafa El-Bouziani und Tarik Zahoual erklären das spezielle Verhältnis von Islam und dem Thema Armut.
Rundgang durch die Moschee an der Wiemer (v. l.): Iman Abdelghani Ouaquil, Mustafa El-Bouziani und Tarik Zahoual erklären das spezielle Verhältnis von Islam und dem Thema Armut.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Almosen an Bedürftige zu geben, ist ein fester Bestandteil der Lehren des Islam. Drei Mitglieder der Gemeinschaft der Freunde islamischer Kultur erklären, warum

Iserlohn..  Das Bekenntnis zum Glauben, das Gebet, das Fasten, die Pilgerfahrt gen Mekka und: eine alljährliche Abgabe zugunsten bedürftiger, armer Menschen. Im Islam ist die Pflicht, Armut zu bekämpfen als eine der fünf Säulen der Religion fest verankert. In der Heimatzeitung erklären drei Mitglieder der Gemeinschaft der Freunde islamischer Kultur, deren Moschee an der Wiemer in Iserlohn liegt, das spezielle Verhältnis von Islam und Armut.

Abgabe soll Gleichgewicht in der Gesellschaft herstellen

„Es gibt zwei Arten der Abgabe an Bedürftige, eine zeitunabhängige und eine nach der Fastenzeit Ramadan kurz vor dem Zuckerfest“, erklärt Mustafa El-Bouziani, Integrationsratvorsitzender in Iserlohn und bei der muslimischen Gemeinde für die Pressearbeit zuständig.

„Die Abgabe dient dazu, ein Gleichgewicht in der Gesellschaft zu schaffen und Vermögen umzuverteilen“, ergänzt der Iman der Gemeinde, Abdelghani Ouaquil. Rund 2,5 Prozent von Vermögen oder Jahreseinkommen – so die Empfehlung an die Gläubigen – sollten gespendet werden. Auch Sachspenden, etwa Kleidung, sind erwünscht. Im Koran heißt es in Bezug auf jene, die aus gesundheitlichen Gründen nicht fasten können: „Und denen, die es mit großer Mühe ertragen können, ist als Ersatz die Speisung eines Armen auferlegt (Sura Al-Baqara, 183).

„Das Geld soll so in den Kreislauf gebracht werden“, erklärt El-Bouziani. Der Termin des Zuckerfestes fällt in diesem Jahr auf den 17. Juli – ein Monat nach Beginn der Fastenzeit, deren Beginn von der Stellung des Mondes abhängt.

Andersgläubige am 17. Juli beim Zuckerfest willkommen

Dabei diene die der festen Abgabe vorhergehende Fastenzeit auch dazu, dass sich gläubige Muslime in die Lage der Armen, die hungern müssen, versetzen und an Bodenhaftung gewinnen können. Iman Ouaquil: „Und am Ende können sich dann alle gemeinsam freuen, dass sie die Fastenzeit durchgestanden haben.“ Am Ende des Ramadan lädt die Gemeinschaft der Freunde islamischer Kultur dann auch Arme, aktuell häufig auch Asylbewerber, zum gemeinsamen Fastenbrechen und einem großen Fest ein. „Die Gleichheit der Menschen ist im Islam wichtig, die Bedürftigen sollen zumindest an diesem Tag ihre Armut nicht fühlen“, sagt der Iserlohner Iman. Willkommen seien dann am 17. Juli an der Wiemer-Moschee ausdrücklich auch andersgläubige Menschen.