Beirat erfüllt Amt nicht nur auf dem Papier

Direkt nach der Wahl zum Fototermin: Alte und neue Mitglieder des Beirates des St.-Pankratius-Altenheimes werden weiterhin von Anne Westebbe (hinten, 3. v. l.) und Jutta Rogold (5. v. l.) ehrenamtlich unterstützt.
Direkt nach der Wahl zum Fototermin: Alte und neue Mitglieder des Beirates des St.-Pankratius-Altenheimes werden weiterhin von Anne Westebbe (hinten, 3. v. l.) und Jutta Rogold (5. v. l.) ehrenamtlich unterstützt.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Die Bewohner des St.-Pankratius-Altenheimes setzen sich für ihre Belange ein.

Iserlohn..  Beiräte für Senioren- und andere Pflegeheime sind fest im Wohn- und Teilhabegesetz verankert. Doch selten werden die Rechte so mit Leben gefüllt wie im St.-Pankratius-Altenheim. Die Beiratsmitglieder üben ihre jeweiligen Ämter nicht nur auf dem Papier aus, wie Jutta Rogold und Anne Westebbe bestätigen. Die beiden Ehrenamtlichen unterstützen das Bewohner-Gremium seit zwei Jahren, engagieren sich darüber hinaus noch anderweitig in der Einrichtung.

Neuwahlen erst am Mittwochmorgen

Mittwochmorgen standen wieder Beiratswahlen an, so wie alle zwei Jahre. Allerdings mussten diesmal sieben statt der bisherigen fünf Mitglieder gewählt werden. Das schreibt das Wohn- und Teilhabegesetz bei einer Bewohnerzahl wie der von 106 im Pankratius-Heim vor. Vorsitzender ist ab sofort Heinz Stifter, seine Stellvertreter sind Brunhilde Neuhaus und Fritz Raupach. Komplettiert wird das Gremium durch Anneliese Hömberg, Hans-Jürgen Wulffers, Christa Wittig und Ursula Krause. Letztere ist mit ihren 99 Jahren die Älteste. Sie wünscht sich für die Zukunft mehr Möglichkeiten, mit anderen ins Gespräch zu kommen – beispielsweise bei gemeinsamen Brettspielen oder Treffen im Café.

Auch der Vorsitzende nennt bereits die ersten Ziele, die sich das Team gesteckt hat: „Zuerst wollen wir uns die Bücherei vorknöpfen, die wurde sträflich vernachlässigt. Außerdem möchten wir einen Vertreter der Polizei einladen, um uns beraten zu lassen.“ Nicht zuletzt wollen die frisch Gewählten auch das Freizeitangebot noch einmal unter die Lupe nehmen. Das wurde während der vergangenen Bewohnerversammlungen zwar eindeutig gelobt, wie Anne Westebbe und Jutta Rogold unterstreichen, jedoch reicht es vielen insbesondere an den Wochenenden nicht aus.

Erster Wunsch konnte schon erfüllt werden

Hier konnte Einrichtungsleiter Arnd Wiegmann gleich eine gute Nachricht übermitteln: Seit dem 1. April verfügt das Haus über eineinhalb zusätzliche Betreuungskräfte, die vermehrt samstags und sonntags eingesetzt werden sollen. Wiegmann weiß: „Durch die Kirchengemeinde und das lange Bestehen des Hauses ist der Beirat hier so aktiv, das gibt es anderswo in dieser Form nicht überall.“ Auch Ehrenamtliche wie Jutta Rogold und Anne Westebbe sind nicht in allen Heimen im Einsatz. Die beiden Frauen sind sich einig: „Nicht nur für die Bewohner, sondern auch für uns selbst ist das eine Bereicherung.“

Sie freuen sich, dass das Gremium nicht immer nur nickt, wenn Entscheidungen wie zuletzt die Umgestaltung des Café oder die Erhöhung der Friseurpreise anstehen – sie diskutieren auch. Mit Erfolg.