Beim George-Double sind Falten nicht angesagt
09.03.2011 | 16:58 Uhr 2011-03-09T16:58:00+0100
Iserlohn.Die Geschichte fing tatsächlich damit an, dass Rick Alan das Gefühl hatte, dass er irgendwie so aussieht wie George Harrison. Er spielte als Rhythmus-Gitarrist seiner Band zwar nicht so brillant die Solo-Gitarre wie der legendäre Beatles-Gitarrist, aber das kann man ja lernen. Dafür konnte er Georges Chorstimme perfekt imitieren und – was noch besser war – der Leadgitarrist seiner Band sah so aus und sang wie Paul McCartney. Also wurde die komplette Band ordentlich umgekrempelt, Outfit und Besetzung wurden angepasst, und eine der ersten Beatles-Tribute-Bands war geboren.
Das ganze ist jetzt schon mehr als 20 Jahre her und spielte sich in Liverpool ab, in der Stadt, in der auch heute – 40 Jahre nach dem sich die Beatles aufgelöst haben – wohl kein junger Musiker an den „Fab Four“ vorbeikommt. Rick Alan hatte als junger Musiker in Liverpool mächtig von sich Reden gemacht. Er war einer der ersten, der mit seiner Band in dem 1984 neu eröffneten „Cavern Club“ auftreten durfte, in jenem Keller, in dem die Beatles zu Beginn ihrer Karriere quasi zu Hause waren. Er ist ein persönlicher Freund von Bob Wooler, dem DJ des Cavern Club, der die Beatles damals verpflichtet hat. Und er war eben einer der ersten, die auf die Idee kamen, eine professionelle Beatles-Coverband auf die Beine zu stellen, die er dann auch „Cavern Beatles“ nannte. „Und wir wären schon damals ganz anders durchgestartet, wenn unser John nicht so ein A... gewesen wäre,“ wie Rick Alan beim Treffen im Parktheater unumwunden erklärt.
War er aber leider, und so ist der heute 48-jährige Rick Alan alt geworden in seinem Beatles-Projekt – zu alt, um noch als George durch zugehen, der im Jahr 1966 beim letzten Beatles-Konzert gerade mal 23 Jahre alt war. Gesichtsfalten sind da als Harrison-Double nicht angesagt. Rick Alan hielt aber an seiner Idee fest, wechselte ins Management und heuerte neue Musiker für seine „Cavern Beatles“ an. Was ziemlich schwer ist, wie er sagt. Denn er hat aus den Fehlern der Anfangszeit gelernt und achtet vor allem darauf, dass er nicht wie bei seinem Ur-John einen Musiker erwischt, der kein Team-Spieler ist. Bei einer Tribute-Band, so Alan, sei kein Platz, um sich selbst darzustellen. Alle müssen alles dafür geben, damit das Ergebnis so nah an den Beatles ist wie möglich. Und dafür braucht er umgängliche Musiker, die sich selbst nicht zu wichtig nehmen und keine großen eigenen Ambitionen verfolgen.
Das wiederum beißt sich aber mit dem Anspruch seiner Band. Denn die Beatles sind ja nicht irgendeine Band - vor allem auch nicht irgendeine Live-Band. Lange vor dem Ausbruch der weltweiten Beatle-Mania im Jahr 1964 haben sie sich als unbekannte Live-Band an die Spitze der Hamburger, dann der Liverpooler und schließlich der englischen Bands gespielt. Sie hatten als junge Band eine Energie, mit der sie ihr Publikum in hysterische Fans verwandelt haben, noch bevor sie auch nur eine Platte verkauft hatten. Um so etwas derartig täuschend echt zu kopieren, wie s die „Cavern Beatles“ tun, braucht man wirklich erstklassige Musiker. „Junge Musiker, die ein solches Format haben, haben aber eigene Pläne und spielen nicht in einer Tribute-Band“. Weswegen auch die derzeitige Besetzung mit Paul Tudhope (John), dem Linkshänder Steve White (Paul), Craig Gamble (George) und Simon Ramsdon (Ringo) auch ein bisschen älter sind als die echten Beatles, als sie vor 51 Jahren im Jahr 1960 zum ersten Mal unter diesem Namen in Hamburg auftraten.
Die jetzige Besetzung ist vielleicht die beste Beatles-Tribute-Band, die man derzeit hören kann. Und sie ist noch nicht zu alt, um die ganze Karriere der Beatles noch einmal nachzuempfinden und die Welle der 50-jährigen Jubiläen voll durchzuziehen. Das ist jedenfalls der Plan, wie Paul Tudhope verrät. „Ich hoffe wir bekommen im Zuge all der Jubiläen viel zu tun.“ Denn es folgen 1962, die erste Single, 1963 der erste Nummer-Eins-Hit, 1964 die erste Amerika-Tour, 1965 das erste Konzert in einem Stadion, danach all die Studio-Meisterwerke bis hin zur Auflösung 1970. Und die „Cavern-Beatles“ wollen 50 Jahre nach diesen geschichtsträchtigen Ereignissen immer dabei sein. Es ist sogar schon geplant, die Band 2019, 50 Jahre nachdem die Beatles ihre Zusammenarbeit eingestellt haben, die „Cavern Beatles“ aufzulösen.
Da passt es natürlich bestens ins Bild, dass sie jetzt, 50 Jahre nachdem sich Beatles in Hamburg die Hörner abgestoßen haben, Deutschland unsicher machen. Und dabei machen sie auch am kommenden Donnerstag, 17. März, im Parktheater halt. Karten für das Konzert der „Cavern-Beatles“ sind in der Stadtinformation, 02371/217-1819, in allen IKZ/WR-Geschäftsstellen und im Internet unter www.parktheater-iserlohn.de
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