Fassaden-Renovierung und...
B&U erhält historisches Gesicht zurück
21.01.2010 | 17:48 Uhr 2010-01-21T17:48:00+0100
Iserlohn. Einen Rückbau nach historischem Vorbild, das sind die konkreten Pläne für die Renovierung und Umgestaltung der Jugendstil-Fassade des Mode-Kaufhauses B&U an der Unnaer Straße und Wasserstraße.
„Die ersten Überlegungen begannen schon vor drei Jahren, als Verwitterungen an der Fassade festgestellt wurden, und erste Stücke aus der Sandsteinfassade herausbrachen”, erzählt Siegfried Brüggemann vom Architekturbüro Brüggemann und Schmidt im Gespräch mit der Heimatzeitung. Damals wurde die Fassade mit einem Hubsteiger abgefahren und eine erste Bestandsaufnahme gemacht. Dabei wurde schnell klar, dass alleine aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht Renovierungsmaßnahmen unabdingbar waren. In zahlreichen Gesprächen mit Hauseigentümer Gerd Heutelbeck wurden dann konkrete Konzepte entworfen, die zur Entscheidung führten, soweit wie möglich zum historischen Zustand zurück zu kehren. Fotos aus dem Archiv ließen genaue Rückschlüsse auf den ursprünglichen Bauzustand zu.
Seit Ende November ziert nun ein Gerüst die Fassade und eine Schutzplane verdeckt die Sicht auf die Renovierungsarbeiten. Als „Hingucker” ragen zwei überdimensionale Beine im Eingangsbereich heraus, denn „B&U zieht sich um”. Hinter der Plane wird die Sandsteinfassade grundlegend renoviert. Alte und brüchige Steinelemente werden ersetzt, andere restauriert. Auch die Fugen werden neu gestaltet und die alte Ornamentik soll wieder wie neu erstrahlen. Restauriert wurden auch die Balustrade im Obergeschoss und die Pilonen, die an den Ecken für ein architektonisches Stilelemnt sorgen. Geplant ist auch, wie ursprünglich, die bisher fehlende 4. Pilone wieder aufzustellen.
Ende März sollen die Arbeiten des 1. Bauabschnittes abgeschlossen sein. Dann werden die Iserlohner ein städtebauliches Highlicht bewundern können. Konkret heißt das, dass „die Vordächer aus den 70er Jahren vollständig abgebaut werden”, wie Manfred Schmidt erläutert. Dafür werden die Fenster wieder die volle Geschosshöhe erhalten. Dies bedingt, dass im Inneren die abgehängten Decken entfernt werden müssen. „Dadurch entsteht von Innen und Außen ein völlig neues Raumgefühl”, ist Siegfried Brüggemann überzeugt. Die Unnaer Straße wird sich im Bereich B&U breiter und offener präsentieren, die Verkaufsräume hingegen profitieren vom größeren Lichteinfall. Ein neues Lichtkonzept soll zusätzlich für ein attraktives Einkaufserlebnis installiert werden. Völlig umgestaltet wird der Eingangsbereich, der aber wie bisher an der Ecke Unnaer Straße Wasserstraße bleibt. Hier wird die Glasfront bis an die Straße geführt, so dass der ehemals vorhandene „Höhlencharakter” im Eingang zugunsten einer offenen freundlichen Gestaltung aufgegeben wird. Ideen, auch den ursprünglichen Eingangsbereich in der Mitte der Front zur Unnaer Straße wieder aufleben zu lassen, wurden schnell verworfen.
Einfluss auf die endgültige Gestaltung hat auch die Obere Denkmalbehörde in Münster genommen, die natürlich ebenfalls daran interessiert ist, das denkmalgeschützte Haus in seiner ursprünglichen Form wieder erstehen zu lassen. Von dort kamen z.B. ganz klare Vorgaben zur Farbe und Herkunft der Sandsteine.
In einem zweiten Bauabschnitt sollen in absehbarer Zeit die Alu-Fassaden im Treppenhaus an der Unnaer Straße und im hinteren Bereich der Wasserstraße umgestaltet werden. Da ein Abriss zu umständlich wäre, sollen die Fassaden durch Edelstahlgewebe in schwingender Form kaschiert werden. Überlegt wird auch, im Eingang anstelle des bisherigen Schriftzuges B&U den alten Namen Basse & Uerpmann anbringen zu lassen.
0mitdiskutieren