Auszeichnung ist Ansporn für weitere Arbeit

ADFC Fahrradklima-Test: Die Stadt Iserlohn wurde am Donnerstag in Berlin als Aufholer ausgezeichnet. Bei der Preisübergabe:  Der ADFC Bundesvorsitzender Ulrich Syberg, Rolf Kaiser und ADFC MK Kreisvorsitzender Martin Isbruch (v.li.)
ADFC Fahrradklima-Test: Die Stadt Iserlohn wurde am Donnerstag in Berlin als Aufholer ausgezeichnet. Bei der Preisübergabe: Der ADFC Bundesvorsitzender Ulrich Syberg, Rolf Kaiser und ADFC MK Kreisvorsitzender Martin Isbruch (v.li.)
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Iserlohn gehört zu den besten deutschen Fahrradstädten und hat am Donnerstag in Berlin eine Urkunde in der Kategorie „Aufholerwertung“ erhalten.

Berlin/Iserlohn..  „Dunkle Wolken über dem Märkischen Kreis statt heiterem Fahrradklima – mit einem Silberstreif am Horizont?“ So bewertete der ADFC MK noch 2012 den damaligen ADFC-Fahrradklima-Test. Mit dem wenig schmeichelhaften Platz 208 von 252 Städten landete Iserlohn damals weit abgeschlagen hinter den Top-Städten dieser Größenkategorie.

Der Silberstreif ist mittlerweile aufgebrochen: Freudige Überraschung diesmal beim Bürgermeister der Stadt Iserlohn und dem örtlichen ADFC-Kreisvorsitzenden Martin Isbruch: Völlig unerwartet wurde man nach Berlin eingeladen zur Auszeichnung der besten Fahrradstädte Deutschlands. Im Bundesverkehrsministerium konnte am Donnerstag die Urkunde für den zweiten Platz in der „Aufholer-Wertung“ in der Stadtgröße 50 000 bis 100 000 Einwohner entgegen genommen werden.

In diesem Ranking werden Städte ausgezeichnet, deren Wertung sich im Vergleich zum letzten Fahrradklima-Test 2012 besonders verbessert hat. Die Auszeichnungen wurden von Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Ulrich Syberg, ADFC-Bundesvorsitzender, vorgenommen. Zusammen mit Martin Isbruch nahm Rolf Kaiser, Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Stadt Iserlohn die Urkunde entgegen.

Martin Isbruch, Vorsitzender des ADFC MK und auch landesweit als Beisitzer im Landesvorstand des ADFC NRW gut vernetzt, hatte damit nicht gerechnet: „Das Verhältnis zu Politik und Verwaltung ist in Iserlohn in der Tat recht gut. In den letzten zwei Jahren wurden jedoch kaum konkrete Projekte ,auf die Straße’ gebracht sondern vor allem die dafür notwendigen Planungen angestellt. Daher sind wir doch etwas überrascht worden, dass die Radfahrerinnen und Radfahrer vor Ort das Fahrradklima bereits deutlich besser sehen als noch 2012. Das ist ein überaus erfreuliches Ergebnis!“, so Isbruch kurz vor Beginn der Auszeichnungsveranstaltung im Berliner Bundesverkehrsministerium. Über mögliche Gründe könne vorerst nur spekuliert werden, dafür sei eine genaue Betrachtung der Einzelfragen notwendig. Bei aller sonst ausgesprochenen Kritik aber lobt Isbruch heute die Stadt: „Der Bürgermeister steht hinter dem Radverkehr. Das ist eine wichtige Grundvoraussetzung und längst nicht in jeder Stadt so. Gemeinsam haben wir zur Teilnahme am Fahrradklima-Test aufgerufen, die Stadt hat unseren Vorschlag für die regionale Radroute ,Ruhr-Lenne-Achter’ aufgegriffen und die intensive Beteiligung der Bevölkerung bei der Planung der Lennepromenade ist beachtenswert. Es nutzen auch in Iserlohn bereits deutlich mehr Menschen auch im Alltag das Fahrrad. Die heutige Auszeichnung ist für Stadt und ADFC ein wichtiger Ansporn für die weitere Arbeit“

Insgesamt steht die Stadt Iserlohn mit einer Gesamtnote von 3,7 in ihrer Größenkategorie mit Platz 40 von 100 im Mittelfeld, Siegerin wurde erneut die Stadt Bocholt mit einer Note von 2,0. Damit relativiert sich zwar der Iserlohner Erfolg in der Aufholer-Wertung etwas, aber „auch auf bescheidenem Niveau kann und muss man an der eigenen Stadt arbeiten und den Radverkehr wirksam fördern“, so Isbruch.

Schwachstellen sollen jetzt der Stadt mitgeteilt werden

Als relative Stärken werden von den Befragten besonders die Aspekte Diebstahlgefahr, Radverkehrswegweisung und Oberfläche der Radwege bewertet, schwach hingegen schnitt die Stadt bei „zügiges Radfahren“, „alle fahren Fahrrad“ und der Erreichbarkeit des Stadtzentrums ab. Bei der offenen Antwortmöglichkeit am Ende des Fragebogens wurde Isbruch zufolge besonders häufig das unzusammenhängende Flickwerk von Radverkehrsführungen kritisiert, aber auch konkrete Schwachstellen benannt, die jetzt gesammelt der Stadtverwaltung mitgeteilt werden.