Ausstellung im Rathaus-Foyer eröffnet

Auch Dr. Peter Paul Ahrens (links) schaute aufmerksam auf d
Auch Dr. Peter Paul Ahrens (links) schaute aufmerksam auf d
Foto: IKZ

Iserlohn..  Junge Menschen sitzen gemeinsam auf einer Bank, auf dem berühmten „Vierer“ in Bus oder Bahn oder stehen in einer Gruppe auf dem Schulhof. Aber: Sie reden nicht mehr miteinander. Die Kommunikation zwischen ihnen verläuft – wenn überhaupt – über das Smartphone.

Was sich wie ein düsteres Zukunftsszenario liest, ist längst Realität. Dieser wirken mehrere Fachbereiche der Stadt Iserlohn, Schüler des Berufskollegs des Märkischen Kreises sowie aus der ungarischen Partnerstadt Nyíregyháza jetzt entgegen. „Sprichst Du noch oder textest Du nur?“, heißt eine gemeinsame Plakatkampagne zum Thema, die seit Mittwoch im Foyer des Rathauses zu sehen ist. Knapp 90 Grafiken bilden diese Ausstellung, zwei ragen aus ihr heraus: Die von Jasmin Buschkämper und Alexander Nemzew sowie das Werk des Ungarn László Szremanyák. Diese beiden Arbeiten erklärte eine Jury, der Mitarbeiter von Ordnungs- und Jugendamt sowie des Bereichs Medien- und Öffentlichkeitsarbeit angehören, einstimmig zu den Siegerplakaten. Buschkämpers und Nemzews Arbeit zeigt unter dem Titel der Kampagne eine Hand, die ein Smartphone hält. Darauf sind zwei Nachrichten zu lesen: Die Frage „Bist du schon da?“ und die unmittelbar danach eingegangene Antwort „Ich steh direkt neben dir.“

Schülern machen sich ihr eigenes Verhalten bewusst

„Wir haben damit eine Situation dargestellt, die alltäglich geworden ist. Mir ist das auch schon passiert, dass ich jemanden anstupsen musste, der neben mir stand“, erläutert der 17-jährige Alexander Nemzew. Seine ein Jahr ältere Projektpartnerin erzählte, dass sie ihrem Mobiltelefon mehr Aufmerksamkeit gewidmet hat, als es in gewissen Situationen angebracht war. „Da habe ich mich dann schon ein bisschen erschrocken.“ Die ausgezeichnete Arbeit, für die beide einen Geldpreis der Stadt und eine Urkunde geschenkt bekamen, habe bei ihr das Bewusstsein für einen angemesseneren Umgang mit dem Gerät geweckt. Und fügte anerkennend hinzu: „Alex guckt nicht ständig auf sein Handy.“ Die beiden rechnen damit, im kommenden Jahr das Berufskolleg als „Staatlich geprüfte Gestaltungsassistenten mit dem Schwerpunkt Grafik- und Objektdesign“ zu verlassen.

Szenen wie diese, die so wahr und doch so befremdlich sind, waren auch Bestandteil der kurzen Rede von Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens zur Eröffnung der Ausstellung, die noch bis zum 16. Juni dauert. Er erinnerte daran, dass auch Mimiken und Gestiken wichtige Bestandteile der Kommunikation sind.