Ausschuss verärgert über den Kreis

Die Atemschutz-Übungsstrecke in Räumen der Iserlohner Feuerwache soll nach Vorstellungen des Kreises zu einem anderen Standort im Kreisgebiet abgezogen werden.
Die Atemschutz-Übungsstrecke in Räumen der Iserlohner Feuerwache soll nach Vorstellungen des Kreises zu einem anderen Standort im Kreisgebiet abgezogen werden.
Foto: IKZ
Das würde für Iserlohn einen nicht unerheblichen Leerstand an der Dortmunder Straße bedeuten, wenn neben den dann ungenutzten Schulungsräumen auch noch die Räumlichkeiten der Übungsstrecke leer stünden.

Iserlohn..  Allgemeines Unverständnis herrschte am Dienstag im Feuerwehrausschuss bezüglich der Zukunft der Atemschutz-Übungsstrecke. Die ist derzeit in Räumlichkeiten der Iserlohner Feuerwache an der Dortmunder Straße untergebracht – in unmittelbarer Nachbarschaft der Werkstatt für Atemschutzgeräte und Schläuche. Beides ist Bestandteil des Feuerwehrservicezentrums, das die Stadt Iserlohn samt Schulungsräumen für den Märkischen Kreis betreibt. Dem Ausschuss wurde nun mitgeteilt, dass der Kreis die Übungsstrecke verlegen möchte. Und zwar dorthin, wo künftig auch die Schulungsräume angesiedelt werden sollen. Der Ort, so heißt es in der Drucksache, sei noch unbekannt, in jedem Falle aber außerhalb Iserlohns, ergänzte Feuerwehr-Ressortleiter Klaus-Peter Knops in der Sitzung.

Leerstand an der Dortmunder Straße als Folge

Das würde für Iserlohn einen nicht unerheblichen Leerstand an der Dortmunder Straße bedeuten, wenn neben den dann ungenutzten Schulungsräumen auch noch die Räumlichkeiten der Übungsstrecke leer stünden. Es entfallen dann auch die Mietzahlungen des Kreises, die bislang zur Refinanzierung von Kosten der Feuerwehr beitragen.

Im Ausschuss wurden auch logistische Verschlechterungen angesprochen. So müssten künftig die im Rahmen der Schulungen benötigten Atemschutzgeräte von der in Iserlohn verbleibenden Werkstatt zum neuen Schulungszentrum gebracht und danach zur Aufbereitung wieder zurückgeschickt werden. Ausschussvorsitzender Michael Barth (CDU) sagte es so: Da würden vom Kreis Millionen ausgegeben, für etwas, „was wir nicht brauchen“, und am Ende müsse Iserlohn das ganz maßgeblich auch mitbezahlen. Im Ausschuss entstand teilweise der Eindruck, dass wenn Iserlohn Gegenstand einer Kreisentscheidung sei, diese fast immer zum Nachteil der Stadt ausfalle.

Auch die von der Stadt Iserlohn vorgeschlagene Nutzung des KDVZ-Citkom-Komplexes komme laut Gesprächen für den Kreis nicht in Betracht, angeblich aus Immissionsschutzgründen, was so aber nicht durch ein vorliegendes Gutachten bestätigt werde. Nach Möglichkeit soll es nun im Vorfeld der Kreistagsentscheidung noch eine Sondersitzung des Feuerwehrausschusses geben, bei der ein Kreisvertreter alle Vorhaben erläutern soll. Außerdem wurde angeregt, die Iserlohner Kreistagsabgeordneten eindrücklich für die Thematik zu sensibilisieren.

Zwei neue Stellen im Alarmdienst

Dieter Beele (SPD) lobte derweil ausdrücklich den Kompromiss, der vor dem Hintergrund der angespannten Personalsituation bei der Berufsfeuerwehr gefunden wurde, auch unter Beteiligung des Bürgermeisters. Der Kompromiss sieht vor, zwei neue Stellen im Alarmdienst einzurichten. Hintergrund ist der so genannte Personalausfallfaktor, der 2013 im Rahmen der Sparbeschlüsse auf einen Wert von 4,8 festgesetzt wurde. Trotz mehrerer steuernder Maßnahmen beträgt er tatsächlich aber 5,04. Denn trotz der Reduzierung aufschiebbarer oder verzichtbarer Aus- und Fortbildungen gelang es nicht, den geforderten Wert zu erreichen. Gründe sind ein erhöhter Krankenstand wegen mehrerer Langzeiterkrankter sowie Auswirkungen gesetzlicher Änderungen (Urlaubsanspruch, Elternzeit etc.), so dass insgesamt bis zu 10 000 Überstunden aufgelaufen sind. Die beiden neuen Stellen im Alarmdienst sollen für Entlastung sorgen, in der Drucksache heißt es aber weiterhin, dass die Zielvorgabe, einen Personalaufallfaktor von 4,8 zu erreichen, grundsätzlich bestehen bleibe.

Einstimmig gebilligt wurde vom Feuerwehrausschuss die Einrichtung von zunächst acht Sirenenstandorten (wir berichteten ausführlich). Damit wird dem übereinstimmenden Fazit von Sachverständigen gefolgt, die stationäre Sirenen für die Warnung der Bevölkerung im Katastrophenfall für unverzichtbar halten.

Schulungsraum der LG Kesbern wird renoviert

Einem CDU-Antrag folgend beschloss der Ausschuss bei einer Enthaltung, dem Förderverein der Feuerwehr einen einmaligen zweckgebundenen Zuschuss in Höhe von 8000 Euro zukommen zu lassen. Das Geld soll kurzfristig für die Renovierung des Schulungsraums im Gerätehauses in Kesbern verwendet werden. Hintergrund ist ein im April geplanter Aktionstag der Löschgruppe Kesbern, um junge Menschen aus dem Ortsteil zur Mitarbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr zu gewinnen. Der aktuelle Zustand des Schulungsraumes mit völlig veralteter Bestuhlung etc. wirke vor diesem Hintergrund kontraproduktiv.

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