Aus Gemeinsamkeiten Brücke bauen

Iserlohns Gesamtschul-Leiterin Barbara Brühl und Zafer Erdoğan, Chef der AKA-Schulen in der Türkei, haben gestern ihre Partnerschaft besiegelt.
Iserlohns Gesamtschul-Leiterin Barbara Brühl und Zafer Erdoğan, Chef der AKA-Schulen in der Türkei, haben gestern ihre Partnerschaft besiegelt.
Foto: Michael May IKZ
Die Gesamtschule Iserlohn und die AKA-Schule Istanbul gehen eine feste Partnerschaft ein.

Iserlohn..  Die gegenseitige Sympathie, vor allem aber die großen Gemeinsamkeiten der beiden Schulen waren letztlich ausschlaggebend für die Partnerschaft: Gestern haben Barbara Brühl als Leiterin der Gesamtschule Iserlohn, und Zafer Erdoğan, Leiter der AKA-Schule in Istanbul, einen Kooperationsvertrag unterschrieben, der künftig eine enge Zusammenarbeit mit Schüleraustausch regeln soll.

Den Nachwuchs von Galatasaray im Unterricht

Erst im Oktober war Lüfti Salman von der Gesamtschule Iserlohn im Rahmen eines Lehreraustausches in Istanbul. Rund 15 Lehrer aus NRW waren über den Pädagogischen Austauschdienst in die Türkei gereist, um das dortige Schulsystem kennenzulernen. In der Istanbuler AKA-Schule kamen sich Lüfti Salman und Zafer Erdoğan dann schnell näher, denn die Parallelen zwischen ihren Schulen waren verblüffend. Als Privatschulen sind die derzeit sechs AKA-Schulen, die über die ganze Türkei verstreut sind, durchaus besser ausgestattet als die staatlichen deutschen Schulen. Gerade die renommierte AKA-Schule in Istanbul, die über ein eigenes Schwimmbad und über eine eigene Sternwarte verfügt, erfolgreich an internationalen Robotik-Wettbewerben teilnimmt und als anerkannte Sportschule den Nachwuchs von Galatasaray Istanbul unterrichtet, ist schon eine besondere Schule, über die Zafer Erdoğan, der auch Leiter des gesamten AKA-Verbandes ist, gestern auch mit viel Stolz berichtete. Die Schwerpunkte und die pädagogische Grundausrichtung sind aber nahezu identisch. Wie die Iserlohner Gesamtschule ist auch die AKA-Schule eine Schule des längeren gemeinsamen Lernens, die alle Schulabschlüsse bis zum Abitur bietet. In der Türkei sind die Kinder sogar vom Kindergarten bis zur Stufe 13 zusammen. Dazu stimmen die inhaltlichen Schwerpunkte in Sport, Sprache und Musik überein, wobei die türkische Schule keine Big Band wie in Iserlohn, sondern ein klassisches türkisches Orchester unterhält.

„Das passt einfach sehr gut zusammen“, sagt Barbara Brühl. Weswegen es auch so schnell ging mit der Partnerschaft. „Dafür, dass es im Oktober erst den ersten Kontakt gab, sind wir schon sehr weit“, so die Schulleiterin. Nun müsse die Partnerschaft mit Leben gefüllt werden und wachsen. Das geschieht derzeit vor allem über die Brücke der gemeinsamen Fremdsprache Englisch, die an beiden Sprachschulen die Zielsprache Nummer eins ist. Plakate unter dem Motto „My School my schedule“ sind bereits zwischen Iserlohn und Istanbul hin und her geschickt worden. Und als Video-Botschaft haben Iserlohner Schüler ihren türkischen Partnern das deutsche Weihnachtsfest erklärt. Eine Video-Antwort wird täglich erwartet. „Die Schüler sind bei solchen projektartigen Sachen unheimlich motiviert“, lobt Lüfti Salman, der auch Englisch unterrichtet, den Lerneffekt einer solchen Partnerschaft.

Reger Schüleraustausch ist auf jeden Fall geplant

Als interkulturelle Schule mit einem hohen Anteil an türkischstämmigen Schülerinnen und Schüler hat die Iserlohner Gesamtschule aber auch darüber hinaus ein großes Interesse daran, die Zusammenarbeit noch deutlich zu vertiefen. Dazu ist auf jeden Fall auch ein reger Schüleraustausch geplant.

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