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Armuts-Serie stellt „Brot...

Augen und Ohren für die Mitmenschen öffnen

23.12.2008 | 16:41 Uhr
Augen und Ohren für die Mitmenschen öffnen

Iserlohn. Was Dörte Knoch sich zu Weihnachten wünscht? „Menschen, die Augen und Ohren für ihre Mitmenschen öffnen.” Sie selbst ist so ein Mensch, engagiert sich beispielsweise seit Jahren für die Aktion „Brot für alle” in der Reformierten Kirche.

Wir stellen die Einrichtung im neuen Teil unserer  „Armuts-Serie" vor.

Dienstags und donnerstags strömen Bedürftige in die Kirche, jeden Alters, jeden Geschlechts, mit vielen Nationalitäten. Dann verteilen Dörte Knoch und ihr Team kostenlos Brot, Brötchen und manchmal auch Gebäck an Menschen, die bedürftig sind. „Brote für zwei Erwachsene und vier Kinder - das kann man nicht immer von Hartz IV zahlen”, erzählt beispielsweise Volker Löffler.

Der 39-Jährige war bei der Bundeswehr, hat keine Ausbildung, ist seit Jahren arbeitslos. Schuld daran seien ein Bandscheibenvorfall sowie seine Epilepsie-Erkrankung. Und, so gibt er leise zu, seine Alkoholsucht. Seine Frau hat auch keinen Job, kümmert sich um ihn und die Kinder. Zwei, fünf, acht und neun Jahre alt sind die Kleinen, der Jüngste hat Asthma.

Seit 2007 kommt Volker Löffler zweimal in der Woche zu der „Brot für alle”-Ausgabe, oft begleiten ihn seine beiden ältesten Töchter Sandra und Patrizia. Beide sind hübsche, aufgeweckte, gut erzogene junge Mädchen. Und beide lieben Gebäck, freuen sich, wenn sie etwas in der Reformierten Kirche bekommen.

„Wenn wir genug haben, ist es wunderschön, wenn nicht, dann sehr grausam”, erzählt Dörte Knoch. „Wir mussten schon Brote durchschneiden. Wenn ich dann in hungrige und traurige Kinderaugen blicke, ist das so bitter.” Dörte Knoch achtet darauf, dass sich niemand die Taschen vollstopft, während andere leer ausgehen. „Solche Versuche hat es schon gegeben.”

Das Brot kommt von einigen Bäckereien der Umgebung. Es ist das, was am Tag oder Vortag nicht verkauft wurde. Dörte Knoch und ihr Team holen es ab, ein Bäcker liefert sogar. Gelegentlich gibt es auch Obst und Gemüse, das bei der CariTasche übrig geblieben ist. Keiner fragt hier nach Bezugsscheinen oder anderen Formularen. „Jeder kann hierher kommen und Brot holen”, so Dörte Knoch.

Ihr Team ist achtköpfig, manchmal helfen Konfirmanden aus. Die Brotausgabe ist dienstags und donnerstags ab 19 Uhr geöffnet, nur an Feiertagen nicht. Wer Kontakt sucht oder Spenden möchte, kann sich bei Dörte Knoch, Telefon 22068, melden.

Katja Hofbauer

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