Auf dem Weg zur Beitragsfreiheit

In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses geht es am Dienstag um die Beitragsfreiheit in Kindertagestätten und in der OGS.
In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses geht es am Dienstag um die Beitragsfreiheit in Kindertagestätten und in der OGS.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Bis 2019 soll der Besuch von Kindertagesstätten sowie der offenen Ganztagsgrundschulen laut politischem Beschluss beitragsfrei sein. AmDienstag berät der Jugendhilfeausschuss über das Finanzierungsmodell der Verwaltung, mit der das Ziel erreicht werden soll.

Iserlohn..  Auf dem Weg zur vollständigen Beitragsfreiheit in Iserlohner Kindertageseinrichtungen, in der Tagespflege und in der Offenen Ganztagsgrundschule soll in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Dienstag ein nächster Schritt getan werden. Nachdem sich der Ausschuss Anfang des Jahres mehrheitlich dafür ausgesprochen hatte, die Eltern im Sinne einer familienfreundlichen Stadt bis 2019 komplett von den Beitragszahlungen zu befreien, legt die Verwaltung nun ein Finanzierungskonzept vor, das die Umsetzung dieses politischen Richtungsbeschlusses ab dem Kindergartenjahr 2016/2017 vorsieht.

Schon in diesem Jahr wird die Einkommensgrenze erhöht

War zunächst geplant, alle Beiträge bis 2019 jährlich um 25 Prozent zu reduzieren, stellte sich in der Detailprüfung heraus, dass auf diese Weise die Entlastung in den oberen Einkommensgruppen überproportional ausfallen würde. Statt dessen schlägt die Rathaus-Abteilung „Kindertageseinrichtungen und Familie“ ein differenziertes Modell vor. Demnach sollen die Kindergartenbeiträge für die 25- und 35-Stunden-Betreuung um jeweils 25 Euro monatlich, bei der 45-Stunden-Betreuung um 45 Euro abgesenkt werden. Bei den U-3-Gruppen werden die Beiträge in der 25- und 35-Stunden-Betreuung um 40 Euro, in der 45-Stunden-Betreuung um 60 Euro monatlich reduziert. Dieser Vorschlag führt nach Auffassung der Verwaltung zu einer gleichmäßigen Entlastung aller Eltern. Die Einkommensgrenze, ab der Elternbeiträge gezahlt werden müssen, wird zudem schon zum kommenden Kindergartenjahr auf 24 000 Euro angehoben. In der offenen Ganztagsgrundschule soll die Beitragsfreigrenze ab dem Schuljahr 2015/2016 ebenfalls auf 24 000 Euro angehoben und alle Beiträge analog zum Kita-Bereich ab dem Schuljahr 2016/2017 reduziert werden. Auch in der OGS soll der Monatsbeitrag um 25 Euro sinken, für die Acht-bis-Eins-Betreuung um 12,50 Euro. Der niedrigsten Beiträge lägen dann bei 12,50 Euro und 6,25 Euro monatlich, die Höchstbeiträge bei 125 und 62,50 Euro.

Die familienpolitische Wohltat geht einher mit deutlichen Mindereinnahmen für den städtischen Haushalt. Sollte das vorgeschlagenen Modell die Zustimmung des Ausschusses und anschließend des Stadtrates finden, würden sich die Kita-Beiträge ab dem Kindergartenjahr 2016/2017 um rund eine halbe Million Euro reduzieren, bei der OGS und der Acht-bis-Eins-Betreuung betrüge der Ausfall rund 140 000 Euro. Zudem geht die Verwaltung bei zunehmender Beitragsfreiheit von weiteren finanziellen Belastungen für die Stadt aus, da vermutlich immer mehr Eltern ihre Kinder in einer Tageseinrichtung betreuen lassen werden.

Verwaltung rechnet mit erhöhter Nachfrage bei U3

Während dies im Bereich der Regelgruppen angesichts einer nahezu 100-prozentigen Bedarfsdeckung wenig problematisch sein dürfte, erinnern die Fachleute aus der Verwaltung daran, dass im U3-Bereich bisher nur für jedes dritte Kind ein Platz zur Verfügung steht, eine stärkere Nachfrage dazu führen könnte, dass die Zahl der Betreuungsplätze erhöht werden müsste. Angesichts der erschöpften Raumkapazitäten müsste dann sogar über Neubauten nachgedacht werden.