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Schwerer Verkehrsunfall

Auf dem Weg an die Ostsee tödlich verunglückt

03.09.2010 | 22:16 Uhr
Auf dem Weg an die Ostsee tödlich verunglückt
Aus dem völlig zerstörten Wrack konnte die Beifahrerin zwar noch von der Feuerwehr befreit werden, verstarb aber kurz darauf noch an der Unfallstelle. Foto: Feuerwehr Stuhr

Iserlohn/Delmenhorst.Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn A 1 in Höhe der Gemeinde Stuhr bei Delmenhorst ist am Freitagmittag ein Kleinbus des CVJM Iserlohn verunglückt.

Die sieben Insassen, davon fünf Menschen mit geistiger Behinderung aus Einrichtungen der Netzwerk Diakonie, waren auf dem Weg in den Urlaub an die Ostsee. Die Leiterin der Freizeit, eine 53-jährige Iserlohnerin, kam ums Leben. Von den weiteren Mitfahrern wurde eine Frau lebensgefährlich und ein Mann schwerst verletzt, zwei erlitten schwere und drei leichte Verletzungen.

Nach Polizeiangaben geriet die 23-jährige Fahrerin gegen 13.25 Uhr mit dem neunsitzigen Opel Movano aus noch ungeklärter Ursache ohne Beteiligung eines anderen Fahrzeugs auf der mittleren Spur ins Schleudern, kam nach rechts von der Fahrbahn ab, durchbrach die Leitplanke und prallte gegen einen Baum. Dabei wurde die 53-jährige Beifahrerin in dem zerstörten Wrack eingeklemmt und musste ebenso wie eine Frau auf dem Sitz hinter ihr von der Feuerwehr mit schwerem Gerät befreit werden. Trotz aller Bemühungen der Notärzte verstarb die 53-Jährige noch an der Unfallstelle. Sie hinterlässt einen erwachsenen Sohn. Zwei Unfallopfer wurden mit Hubschraubern in Spezialkliniken gebracht, die übrigen mit Rettungswagen in Krankenhäuser rund um Bremen.

„Über ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement bei uns hat sie Freude an der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen gefunden und wurde hauptberuflich Mitarbeiterin im Wohnheim 2 an der Bodelschwinghstraße“, berichtete am Freitagabend der schockierte CVJM-Vorsitzende Jan Weinreich. Von ihrem Arbeitgeber, der Netzwerk Diakonie, der die Freizeiten früher selber organisiert hatte und sie jetzt in einer Kooperation unterstützt, war sie wie drei weitere Kollegen für die siebentägige Fahrt freigestellt worden. Gemeinsam mit einem ehrenamtlichen CVJM-Mitarbeiter und elf Menschen mit Behinderungen im Alter von 21 bis 68 Jahren hatte sie sich am späten Vormittag mit drei Fahrzeugen - neben dem Opel noch einem Bulli und einem Renault Kangoo vom Netzwerk - auf den Weg zum Ferienhof Lamp, einem ehemaligen Bauernhof bei Kiel, gemacht. „Sie sind in Kolonne gefahren. Plötzlich hat der Vorausfahrende sie nicht mehr im Rückspiegel gesehen“, konnte auch Netzwerk-Geschäftsführer Stefan Haacke das Geschehene noch nicht erklären. Nachdem er vom Unfall erfahren hatte, schickte er sofort seinen Mitarbeiter Christian Müller, der auch 2. Vorsitzender beim CVJM ist, mit zwei Kollegen nach Norddeutschland, um die Verletzten in den Krankenhäusern zu besuchen und die Leichtverletzten am Abend nach Iserlohn zurückzuholen.

Angesichts des tragischen Unfalls hat der CVJM seinen für Samstagabend geplanten Mondscheinlauf am kleinen Seilersee abgesagt.

Cornelia Merkel und Torsten Lehmann

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