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Nach 16 Jahren Abschied...

"Arbeit auf dem Pulverfass immer mit Herzblut gemacht"

12.09.2008 | 17:27 Uhr
"Arbeit auf dem Pulverfass immer mit Herzblut gemacht"

Iserlohn. Nach fast 16 Jahren kehrte Hannelore Wirtz dem Arbeitslosenzentrum in Iserlohn den Rücken. „Ich habe die Arbeit mit Herzblut gemacht”, erklärte die geschätzte Diplom-Sozialpädagogin im Kreis von Wegbegleitern.

Sie bricht auf zu neuen Ufern und übernimmt die Leitung des evangelischen Kindergartens der Stephanusgemeinde in Deilinghofen.

In all den Jahren sei ihre Stelle immer nur befristet gewesen, sie habe sich immer wieder kümmern müssen. Sie verglich ihre Arbeit im Spannungsfeld als „Arbeit auf dem Pulverfass”. Die Dankbarkeit und die Wertschätzung, die ihr die Ratsuchenden und die Kollegen im sozialen Bereich entgegen brachten, hätten ihr gut getan. Sie hoffe, dass ihre neue Stelle längerfristig sei, die neue Einrichtung Familienzentrum werde und freue sich auf die neue Aufgabe.

Bei ihrer Verabschiedung im Varnhagenhaus würdigte Superintendent Albert Henz ihre engagierte und souveräne Arbeit in der Beratung der Langzeitarbeitslosen: „Sie hat diese Arbeit 16 Jahre lang mit viel Engagement gemacht für Menschen, die aus der Gesellschaft herausfallen. Sie hat ein glaubwürdiges Zeugnis für die Kirche abgelegt.”

Er lobte ihre große Sachkompetenz und ihren emotionalen Einsatz. Henz bedauerte, dass die öffentliche Hand in Form des Landessozialministeriums die Finanzierung der Arbeitslosenzentren im Land eingestelllt habe. Leider seien die Gespräche mit dem Kreis und Kommunen erfolglos verlaufen, so dass der Evangelische Kirchenkreis Iserlohn sich nicht in der Lage sah, die Fortführung der Arbeit alleine zu stemmen. Henz erinnerte aber daran, dass die Diakonie diese Aufgabe in kleinerem Umfang weiter übernehmen werde.

 „Auch wenn der letzte Glockenschlag nicht eingeläutet ist, so kann man Frau Wirtz nicht verdenken, dass sie die Chance eines glaubwürdigen Arbeitsplatzes ergriffen hat”, betonte Henz. Zu ihrer neuen beruflichen Herausforderung beglückwünschte Henz die scheidende Leiterin der Beratungsstelle für Langzeitarbeitslose. 

Verabschiedung von Hannelore Wirtz als langjährige Leiterin des Arbeitslosenzentrums Iserlohn, ALZ

„Ich hoffe, dass die Beratungsstelle nur vorübergehend geschlossen bleibt”, fügte Fachbereichsleiter Hans Halvers hinzu. Er erinnerte daran, dass Kürzungen im sozialen Bereich immer wieder angesagt waren und sich die Diplom-Sozialarbeiterin die Fähigkeit bewahrt habe, sich angesichts der um sich greifenden sozialen Kälte warm anzuziehen. Sie habe Spannungen ausgehalten, Dialogfähigkeit bewiesen und ein gutes Miteinander gepflegt mit Behörden und Hilfseinrichtungen. Er rechnete vor, dass sie jährlich 1000 Personen beraten habe, was in den 16 Jahren ihrer engagierten Tätigkeit der Einwohnerzahl einer Kleinstadt entspreche.

Heidrun Schulz von der Wohnungslosenhilfe erinnerte an die belastende Einzelkämpferarbeit, die Hannelore Wirtz mit Bravour gemeistert habe. Sie sei den Ratsuchenden immer auf Augenhöhe begegnet und habe deren Situation nicht neoliberal gesehen, sondern immer Verständnis für die strukturellen Hintergründe gehabt.

Cornelia Merkel

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Kommentare
13.09.2008
13:56
Arbeit auf dem Pulverfass immer mit Herzblut gemacht
von Carl-Julian | #2

Dieser über beide Ohren strahlende Superintendent,
will nicht so recht ins Bild passen.
Frau Wirtz hat also nun weiterhin einen sicheren Job.
Iss ihr unbedingt zu gönnen.
Aber was ist mit den vielen hilfesuchenden, arbeitslosen Menschen?
Ihnen ist es tatsächlich nicht zum Lachen.
(Schon bei der Diskussion in der Schauburg, Montag 8.9.o8 21h
mußte das Publikum ein unangemessenes Lachen
vom Sub. über Herrn Seltmann unangenehm zur Kenntnis nehmen.(
Wie gesagt, eigentlich ist dem aufmerksamen Zeitungsleser eher zum Heulen
als zum Lachen zumute.

Vielleicht in Zukunft mehr Sensibilität in der Öffentlichkeit Herr Pfarrer
Henz.
Siehe Bergpredigt.

12.09.2008
18:26
Arbeit auf dem Pulverfass immer mit Herzblut gemacht
von Pummelluft | #1

Eine kompetente Frau mit viel Elan und Einsatz für die Menschlichkeit und Gerechtigkeit geht, weil die Herren aus der Politik ihre Stelle rationalisiert haben.
Wa r sie auf Dauer zu unbequem?

Ohne unterlass hat sie sich gegen die allzu grenzwertigen miesen Willkür Gebarden der Behörde formgerecht gekämpft!
Sie ist sich stets sich selber und den anderen treu geblieben!!!!!!!

Liebe Frau Wirtz wir werden Sie stets sehr gut in Erinnerung behalten!

Alles Gute für die Zukunft!!!!

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