Anstieg der Unfallfluchten bereitet Sorge

Gaben die Unfallentwicklung im Kreis und in Iserlohn bekannt (v.l.):  Hauptkommissar Richard Unkhoff, Verkehrsdirektionsleiter Bernd Schulz, Erster Polizeihauptkommissar Michael Bechatzek und Hauptkommissar Andreas Schmitz.
Gaben die Unfallentwicklung im Kreis und in Iserlohn bekannt (v.l.): Hauptkommissar Richard Unkhoff, Verkehrsdirektionsleiter Bernd Schulz, Erster Polizeihauptkommissar Michael Bechatzek und Hauptkommissar Andreas Schmitz.
Foto: IKZ
Die Polizei veröffentlicht die Unfallstatistik 2014. Dabei werden Senioren zunehmend zur Problemgruppe

Iserlohn..  In Iserlohn ist die Zahl der Unfallflüchtigen weiter angestiegen: „Bei jedem fünften Vorfall – unabhängig von der Schwere – entfernt sich statistisch gesehen einer der Beteiligten unerlaubt vom Unfallort. Das ist besorgniserregend.“

Dies sagte jetzt Richard Unkhoff, Leiter des Verkehrskommissariats 1, bei der Bekanntgabe der Iserlohner Verkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr. 647 Unfallfluchten gab es allein im Bereich der Sachschadensfälle 2014 (2013: 614) – ein Anstieg von 5,37 Prozent. Insgesamt gab es 679 Vorfälle, bei denen sich Personen unerlaubt von Unfallstellen entfernten, 22 mit Personenschaden.

Erschreckend: Flucht häufig auch bei Verletzten vor Ort

Besonders erschreckend aus Sicht des Hauptkommissars: „Die Leute entfernen sich teilweise auch dann vom Unfallort, wenn es Verletzte gibt.“ Insgesamt steige die Zahl der Fluchten seit Jahren schon um jährlich etwa fünf Prozent.

Mögliche Ursachen: die mutmaßlich nachlassende Moral der Verkehrsteilnehmer und die steigende Anzahl von Autofahrern im Seniorenalter. „Die bemerken zum einen oft einen kleinen Rempler auf dem Parkplatz nicht mehr – zum anderen fürchten sie um ihren Führerschein, um den Verlust von Freiheit und Mobilität“, sagt Unkhoff. Aus diesem Grund will sich die Polizei im Märkischen Kreis künftig mit Präventionsprojekten auch verstärkt an Senioren wenden.

Erfreulich in Bezug auf die Unfall-Fluchtproblematik: die Aufklärungsquote beträgt 51,69 Prozent (2013: 52,78 Prozent). „Natürlich wecken solche Fälle bei den Kollegen auch einen gewissen persönlichen Ehrgeiz“, sagt Unkhoff.

Insgesamt ist die Zahl der Unfälle in Iserlohn inklusive Letmathes mit 3228 gegenüber 3084 im Jahr 2013 um 4,67 Prozent angestiegen. Bei 31 Verkehrsunfällen waren Kinder beteiligt, 30 davon verunglückten im Straßenverkehr (2013: 27). 25 Kinder erlitten leichte Verletzungen, fünf schwerwiegende.

Beinahe traditionell die Problemgruppe in der Unfallstatistik sind die jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren. 217 Unfälle unter Beteiligung dieser Gruppe ereigneten sich in Iserlohn in 2014 (2013: 208), die Zahl der verunglückten Erwachsenen stieg von 63 auf 76. „Es ist auch die Gruppe, bei denen die Unfälle meist die schwerwiegendsten Folgen für die Beteiligten haben“, erklärt Unkhoff.

Erfreulich immerhin: kein Mensch aus dieser Altersgruppe starb bei einem Unfall; jedoch verletzten sich acht Personen schwer und 68 junge Erwachsene leicht.

Einen Anstieg der Unfallzahlen gab es auch bei den Personen im Alter von 65 Jahren oder älter. 2014 waren 154 Senioren an Unfällen beteiligt (2013: 149). Dabei verunglückten 35 Senioren (2013: 24), 23 verletzten sich leicht (2013: 18) und zwölf schwer (2013: 6).

Rückläufig immerhin ist die Zahl der Unfälle im Verkehr unter Beteiligung von Kradfahrern. 24 Vorfälle dieser Art gab es 2014 (2013: 34). Die Anzahl der Leichtverletzten sank von 18 im Jahr 2013 auf 15, die Zahl der Schwerverletzten von acht in 2013 auf drei im vergangenen Jahr. Insgesamt, so betonte Unkhoff, gebe es in Iserlohn keine besonderen Auffälligkeiten gegenüber der Gesamtstatistik im Kreis.

Tragischer Höhepunkt des vergangen Jahres war der einzige Unfall mit Todesfolge (2013: 1). Am 30. November erfasste in der Nacht ein Pkw einen Fußgänger an der Hans-Böckler-Straße. Der Mann erlag später seinen Verletzungen.

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