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Fingierte Handyverträge

Angeklagter Iserlohner zeigte sich geständig

02.02.2011 | 17:01 Uhr

Iserlohn.Wegen Betruges und anderer Straftaten stehen derzeit ein Mann aus Schwerte und ein Iserlohner vor dem Amtsgericht. Beim ersten von 16 angesetzten Verhandlungstagen zeigte sich der Iserlohner am Mittwoch geständig.

Zwischen Februar 2007 und Mai 2008 soll der ältere der beiden Angeklagten, der 38-jährige Mann aus Schwerte, in 98 Fällen fingierte Handyverträge bei einem Mobilfunkunternehmen eingereicht, die Provision kassiert und die gelieferten, zu den Verträgen gehörenden Handys weiter verkauft haben. Er war damals Betreiber eines Mobilfunkgeschäftes in Iserlohn und Mitgesellschafter eines Handyshops in Recklinghausen. Ab November 2007 arbeitete der 33-jährige Iserlohner bei ihm im Geschäft, in 75 Fällen sollen sie laut Anklage gemeinschaftlich gehandelt haben. Sie hätten Unterschriften gefälscht, die Daten aus nicht zustande gekommenen oder bereits vorhandenen anderen Verträgen kopiert. Laut Staatsanwaltschaft waren unter den Opfern auch Personen, die ihre Portemonnaies mit Ausweispapieren vermisst hatten.

Die Verlesung der Anklageschrift, die auf Betrug, Unterschriftenfälschung und Unterschlagung lautete, dauerte gut 30 Minuten. Sie wurde dann noch mit zwei weiteren Anklagen verbunden: Der ältere, heute arbeitslose Schwerter soll zwischen Dezember 2008 und Mai 2009 bei der Agentur für Arbeit unter falschen Angaben Gründungszuschüsse zu Unrecht eingestrichen haben. Dem Jüngeren wird noch Betrug und Fälschung beweisrechtlicher Daten im März 2009 zur Last gelegt.

Im Gegensatz zu dem älteren Angeklagten machte der Iserlohner vor der Schöffengericht eine Aussage. Die Einzeltat vom März 2009 gab er sofort zu, signalisierte Bereitschaft, den Schaden wieder gutzumachen. Auch in Bezug auf die Handy-Betrügereien erklärte er: „Das stimmt so im Großen und Ganzen.“ Er habe den Älteren schon länger gekannt, 2007 dann ein Praktikum bei ihm begonnen und „irgendwann mitgekriegt, dass da Sachen gemacht wurden, die wohl nicht so ganz in Ordnung waren“: „Da waren Verträge von Kunden, die ich nie gesehen habe.“

An den Provisionen sei er nicht beteiligt worden, allerdings hätten er und der andere Angeklagte beim Verkauf der Handys „fifty-fifty“ gemacht.

„Ich war jung, arbeitslos und hatte keine Kohle“, schilderte er seine Beweggründe. Wegen anderer Vergehen habe er danach Gefängnisstrafen absitzen müssen und sei ins Grübeln gekommen: „So kann es nicht weiter gehen.“ Zudem sei er vor kurzem Vater geworden. „Es tut mir alles leid,“ gab er sich geläutert. Richter Günter Giesecke von Bergh betonte aber, wie viel Ärger und Schaden die Taten für den Mobilfunkanbieter und die Kunden angerichtet haben.

Die Verhandlung wird am morgigen Freitag fortgesetzt, Ein Urteil wird erst im Juli erwartet.

Katja Hofbauer

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