Angeklagte verspielte ihre große Chance
13.02.2012 | 18:28 Uhr 2012-02-13T18:28:00+0100Hagen/Iserlohn.Dicke Luft im Prozess gegen ein Iserlohner Pärchen, das sich vor dem Hagener Landgericht wegen Einfuhr und Handels mit Kokain verantworten muss. Nicht nur die 52-jährige Mitangeklagte hatte es gestern vorgezogen, der Verhandlung fern zu bleiben, auch eine Zeugin ließ das Gericht warten.
Den beiden Iserlohnern wird wie berichtet vorgeworfen über einen Zeitraum von über zwei Jahren regelmäßig nach Rotterdam gefahren zu sein, um dort jeweils zwischen 40 und 80 Gramm Kokain zu kaufen, dieses dann nach Deutschland einzuführen, wo es dann in der Iserlohner Wohnung des 62-jährigen Angeklagten gewinnbringend verkauft wurde. Die Angeklagten zeigten sich nach einem den Prozess eröffnenden Rechtsgespräch zunächst geständig, mit der begründeten Hoffnung, mit einer Freiheitsstrafe zwischen drei und vier Jahren davon zu kommen. Daraus wird nun wohl für die 52-jährige Mitangeklagte nichts mehr. Auch für ihren Anwalt überraschend, war sie zum gestrigen Termin nicht erschienen. „Gestern haben wir noch telefoniert, sie hörte sich krank an“, sagte der Verteidiger.
So begann auch der dritte Verhandlungstag erneut mit einer Unterbrechung. Auf Veranlassung der Vorsitzenden Dr. Elke Fiebig-Bauer wurden Notarzt und Polizei mit einem Vorführbefehl in die Wohnung der Iserlohnerin geschickt. Die jedoch war leer, lediglich der Heizofen brannte. Von der Frau keine Spur. Die Kammer entschied sich daraufhin, das Verfahren gegen die Frau abzutrennen und sich nur allein auf die Vorwürfe gegen den 62-Jährigen zu konzentrieren.
Der wurde nun im späteren Verlauf mit den Aussagen der Tochter seiner ehemaligen Lebensgefährtin konfrontiert, die am Morgen schon als Angeklagte vor dem Amtsgericht in Iserlohn gesessen hatte, und angeblich aus „Angst“ zunächst nicht nach Hagen gekommen war. Dank polizeilicher Unterstützung konnte die 22-Jährige jedoch gefunden und mit dreistündiger Verspätung vernommen werden.
Dabei wich sie allerdings immer wieder von ihrer ursprünglichen Aussage ab, in der sie den Angeklagten schwer belastet hatte. Nicht einmal im Vierteljahr, sondern alle vier Wochen soll ihr ehemaliger „Stiefvater“, der auch sie mit Kokain versorgt hatte, nach Rotterdam gefahren sein. Danach sei es zu einem regen Kommen und Gehen der ausgewählten Kundschaft gekommen sein. Bis die Schränke in denen das Kokain herumlag wieder leer waren, und neuer Stoff aus Holland geholt werden musste. Heute wird der Prozess fortgesetzt.
15:31
Wo sind eigentlich die ganzen Kommentare, wenn der/die Täter/in deutsch ist? Und da will mir jemand sagen, dass diese Leute nicht einfach nur hetzen wollen? :D
Mal sehen, ob die Angeklagte aufgefunden werden kann. Wäre jedenfalls zur Verteidigung der Rechtsordnung gut.