An wärmenden Feuern dem kalten April getrotzt

Mit Ruhe und Gelassenheit ging Nico (11) zu Werk, als er das Osterfeuer im Park der Gertrudiskirche entzündete.
Mit Ruhe und Gelassenheit ging Nico (11) zu Werk, als er das Osterfeuer im Park der Gertrudiskirche entzündete.
Foto: Michael May IKZ
Die Traditionsveranstaltungen lockten trotz kalter Witterung zahlreiche Besucher vor die Haustür.

Iserlohn..  Die Erleichterung über die Wetterberuhigung war an allen Orten, an denen am Wochenende ein großes Osterfeuer entzündet wurde, riesengroß. Nach einer turbulenten Woche mit Sturm und Starkregen konnten sich die Osterfeuerveranstalter schon am Karsamstag über eine kalte aber klare und trockene Nacht freuen. Zahlreiche große Traditionsfeuer hatte das Ordnungsamt an Karsamstag und Ostermontag in Alt-Iserlohn genehmigt – wie immer mit einem deutlichen Schwerpunkt im Iserlohner Norden.

Ein fester Treffpunkt ist dort wie immer am Dorfgemeinschaftshaus in Drüpplingsen, wo der BSV traditionell den hohen Reisig- und Holzhaufen auftürmt und mit Zelten, Grill und Bierwagen für Verpflegung und alles weitere sorgt. Rainer Lewe, Vorsitzender des BSV Drüpplingsen, war am Samstag hoch zufrieden mit dem Besuch und vor allem mit der Stimmung beim Fest. Gemütlichkeit unter Freunden, so Lewe, laute beim BSV die Devise. Und vor allem die vielen Helfer, die den ganzen Samstag beim Aufbau und Aufschichten geholfen hatten, werden diese Gemütlichkeit am Abend genossen haben.

„Das ist doch das Schönste, was man haben kann“

Sehr viel Mühe mit der Ausrichtung ihres Feuers hatte sich auch die Vereinsgemeinschaft in Kalthof gemacht. Der neue Vorstand um Michael Maiwald hatte wie im Vorjahr das Gelände neben dem Sportplatz in Kalthof mit bunt geschmückten Bäumen, Bier- und Stehtischen, Heuballen und frisch gestrichenen Verkaufshütten überaus freundlich und liebevoll dekoriert, wofür die vielen Helfer mit einem großen Besucheransturm und toller Stimmung belohnt wurden. „So viele zufriedene Leute – das ist doch das Schönste, was man haben kann“, freute sich auch Michael Maiwald über den großen Andrang.

Ländliche Idylle herrschte hingegen auf Hof Mikus, wohin die Dorfgemeinschaft Rheinen zum traditionellen Osterfeuer an Karsamstag eingeladen hatten. Das große Feuer auf einer Wiese mit bester Verpflegung auf dem Hof und in der Scheune sowie offenen Kuhställen als Attraktion für die Kinder – das hat auch am Samstag wieder einen ganz besonderen Charme verbreitet, der erneut viele Menschen, darunter auch ausgesprochen viele junge Familien angezogen hat.

Fackelträger Nico (11) hatte am Ostersonntag nach einer kurzen Andacht in der Kirche St. Gertrudis die Ehre, das von der Kolpingsfamilie veranstaltete ökumenische Osterfeuer im Park der Sümmerner Kirche zu entzünden. Und während einige seiner Altersgenosen sich in Pessimismus übten und befürchteten, dass es wohl nicht gelingen werde, den meterhohen Stapel in Brand zu setzen, machte sich Nico in aller Ruhe und höchst erfolgreich ans Werk, so dass sich nach nur wenigen Minuten um 20.24 Uhr die zahlreichen Besucher an dem empor schlagenden Flammen erfreuen konnten.

Eine letzte Verwendung für die alten Tannenbäume

Zu diesem Zeitpunkt hatte das Feuer auf der Wiese von Landwirt Moneke am Hegestrück seinen Höhepunkt schon erreicht. Hunderte von Dorfbewohnern waren zu der Traditionsveranstaltung der Schützenjugend gekommen, um sich bei Bier und Bratwurst und bei sieben Grad Außentemperatur an dem riesigen Feuer zu wärmen und zu plauschen. Ein Großteil des Brennmaterials stammte von der Weihnachtsbaumsammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Dorf. Angesichts des einmal mehr großen Zuspruchs dürfte sich die St.-Sebastian-Jugend derweil nicht nur über die Beliebtheit ihrer Veranstaltung gefreut haben, sondern auch über einen sehr ordentlichen Einnahmebetrag für die Vereinskasse.