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Beteilligte erfuhren es aus der Zeitung : SPD: "Neue Nutzung für das alte Rathaus"

Iserlohn, 11.03.2009, Ulrich Steden

Iserlohn. „Von diesen Plänen so zu erfahren, das finde ich ganz schlimm!” Für Ulrich Pagenstecher, Leiter der Stadtbücherei, war die Frühstückslektüre des Kreisanzeigers am Mittwoch ein Schreck und ein Déjà-Vu-Erlebnis.

Denn dort hatte er von den Gedankenspielen der SPD-Fraktion über eine „Neue Nutzung für das Alte Rathaus” lesen müssen.

Bahnofsvorplatz mit Triangel-Haus (Planskizze) Foto: IKZ

„Wir könnten uns durchaus vorstellen, dass im Alten Rathausgebäude im Erdgeschoss Gastronomieflächen verpachtet werden könnten und dass im Obergeschoss repräsentative Räumlichkeiten für städtische Veranstaltungen und Empfänge, gegenenfalls aber auch für private Nutzungen, angeboten werden. Die verbleibenden Räumlichkeiten könnten sinnvoll genutzt werden, um den Raumbedarf für die verschiedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu decken und Publikumsämter unterzubringen”, heißt es in einem SPD-Antrag für den Hauptausschuss im Juni.

Pagenstecher erinnert sich an ein ähnliches Gedankenspiel vom ehemaligen Baudezernenten Frieder Altrogge vor gut neun Jahren. „Der hat sich damals die Räumlichkeiten angeschaut und ist ganz schnell zu der Erkenntnis gekommen, das geht gar nicht!”, erinnert sich Pagenstecher. Unhabhängig von diesen Gedankenspielen ist für den Leiter der Stadtbücherei aber auch die Standort-Diskussion unsinnig. Für ihn ist der Alte Rathausplatz „im Zentrum der Stadt” der ideale Standort für die Bücherei. Die von der SPD vorgeschlagenen Alternativen Alte Post und Bahnhofsbereich hält er für nicht akzeptabel, da beide im Randbereich der Stadt liegen. Das nächste Problem sieht Pagenstecher in dem Flächenbedarf. „Was wir jetzt haben, ist sehr knapp”, weiß er aus Erfahrung. Jede Alternative müsste also eine Ausweitung der Fläche beinhalten. Dies sieht er in keinem der von der SPD ins Spiel gebrachten neuen Standorte gewährleistet.

Und noch jemand war bei der Frühstückslektüre überrascht. Denn der potentielle Investor für das am Kreisverkehr am Bahnof geplante gläserne „Triangle Haus”, erfuhr von den Vorstellungen der SPD auch erst aus der Zeitung. Denn in dem Antrag der SPD heißt es: „Der Eigentümer des verbliebenen Grundstücks gegenüber dem Bahnhofsgebäude ist zurzeit nicht bereit, ein Gebäude zu errichten, da er laut Presseveröffentlichung keine Nutzer hat. Mit ihm könnte verhandelt werden, ein Bauwerk zu errichten, das im Erdgeschoss Einzelhandelsangebote präsentieren könnte, die im Bahnhofsbereich fehlen (z. B. einen Blumenladen), und in den drei Obergeschossen könnte die Bibliothek ihren Bedürfnissen entsprechend und auch behindertengerecht untergebracht werden.”

„Das hört sich interessant an”, so Heutelbecks erste Reaktion auf Nachfrage. „Als möglicher Mieter wäre die Stadtbibliothek schon toll”, denkt Heutelbeck aber auch schon einen Schritt weiter. Aber auch er weiß, dass nun als erstes „die Realisierungschancen ausgelotet werden müssen, und dann müssen konkrete Zahlen auf den Tisch”. Vorher will er sich über das Thema keine weiteren Gedanken machen. Aber als Einzelhändler und Investor in der Innenstadt hat der Gedanke einer repräsentativen Gastronomie im Herzen der Stadt, also im Alten Rathaus, durchaus seinen Reiz, da es zu ganz anderen Synergieeffekten kommen könnte.

Zahlen möchte die SPD-Fraktion auch von der Verwaltung bekommen. Daher bitte die SPD die Verwaltung um die Beantwortung dieser Fragen: 1. Wie hoch ist zurzeit der Aufwand für die Nutzung des alten Rathausgebäudes durch die Bücherei? 2. Welche Renovierungsarbeiten und welche Investitionen sind in absehbarer Zeit für dieses Gebäude notwendig? Welche Umbaumaßnahmen mit welchen Geldsummen wären notwendig, um eine Gastronomieeinrichtung im Erdgeschoss zu realisieren sowie eine repräsentative und eine Büronutzung in den Obergeschossen? 3. Gibt es Möglichkeiten der Unterbringung der Bibliothek in der Alten Post?

4. Wie viel würde die Errichtung eines Gebäudes im Bahnhofsbereich durch den privaten Eigentümer kosten, der die Bibliothek unterbringen könnte und wie hoch wäre die daraus resultierende Pacht bzw. Miete für die kommenden 10 bis 20 Jahre?

5. Wie groß ist der Flächenbedarf der Bücherei?

Jetzt darf also in der Verwaltung gerechnet werden.

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