5000 Euro pro Kind: Eigentum wird gefördert
16.09.2008 | 19:13 Uhr 2008-09-16T19:13:00+0200Iserlohn. Elke Olbrich-Tripp, bündnisgrüne Fraktionschefin, war wenig amüsiert. Um die Öffentlichkeit nicht unnötig zu beunruhigen, so lautete gestern im Stadtrat ihre wenig freundliche Adresse an den Kämmerer, solle Friedhelm Kowalski sich demnächst einer gemäßigteren Wortwahl bedienen.
Was die Ratsfrau erregt hatte, das waren die Kämmerer-Äußerungen zu den drei riskanten Swap-Geschäften, die die Kommune im Jahr 2006 mit der West LB abgeschlossen hatte und die demnächst möglicherweise mit einem Millionenverlust enden könnten (wir berichteten).
Tatsächlich aber hatte Kowalski nichts anderes getan, als den aktuellen Stand der Dinge zu beschreiben. Die beiden noch verbliebenen Swap-Papiere würden der Kommune auf der Basis einer aktuellen Prognose einen Verlust von 2,7 Millionen Euro bescheren, erklärte der Kämmerer daher erneut in öffentlicher Sitzung. Kowalski: „Es muss nicht dazu kommen, vielleicht gelangen wir sogar noch in die Gewinnzone. Aber eventuell wird der Verlust auch noch größer.” Die Finanzverwaltung sei gegenwärtig darum bemüht, „das Risiko zu minimieren oder gar aufzuheben”. Wie dies geschehen soll, erläuterte Kämmerer Kowalski zumindest in öffentlicher Sitzung nicht. „Wir würden uns freuen, wenn wir da rauskommen, denn wir haben dieses Zocken mit Bürgergeld von Anfang an abgelehnt”, sah sich FDP-Fraktionsvorsitzender Detlef Köpke in der liberalen Skepsis gegenüber den kommunalen Risikogeschäften bestätigt.
In einer ansonsten ruhigen Sitzung arbeitete das Stadtparlament andere weitreichende Tagesordnungspunkte ohne weitere Debatte ab. So wurde das integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept für den Bereich der südlichen Innenstadt im Rahmen des Bund-Land-Förderprogramms „Soziale Stadt” einstimmig beschlossen. Die einzige politische Ergänzung zur Vorlage der Verwaltung: Jeder Einzelmaßnahme im Rahmen des groß angelegten Stadtumbauprogramms muss vor ihrer Umsetzung von der Politik separat zugestimmt werden. Breite Zustimmung im Rat fanden auch die Bebauungspläne „Kalthof-Wiemshol”, „Am Ostbahnhof” und „Kalthof - westlich der Leckingser Straße”.
Keine weitere Aussprache brauchte der Rat, um die kommunale Eigenheimförderung auf den Weg zu bringen. Somit werden - wie berichtet - noch im laufenden Jahr 300 000 Euro zur Verfügung gestellt, um Iserlohner Haushalten mit Kindern den Weg zum Eigentum zu erleichtern. Pro Kind dürfen die Antragsteller bis zu einer Höchstgrenze von 20 000 Euro mit jeweils 5000 Euro finanzieller Unterstützung der Kommune rechnen. Das Programm umfasst nicht nur den Neubaubereich, sondern auch Bestandsimmobilien. Ein Anspruch auf die Förderung besteht nicht, wenn die bereit gestellten Gelder verbraucht sind, betonte Bürgermeister Klaus Müller.
0mitdiskutieren